Europas Wunderkinder: Felix Passlack

Früher galten seine Sympathien eher dem Erzrivalen, mittlerweile ist Felix Passlack "bekehrt", drückt bei einem gestandenen Mann auf die Tränendrüse und gehört zu den Zukunftshoffnungen des BVB.

Felix Passlack erzielte im Alter von 18 Jahren, fünf Monaten und 24 Tagen als jüngster Deutscher ein Tor in der Königsklasse
Felix Passlack erzielte im Alter von 18 Jahren, fünf Monaten und 24 Tagen als jüngster Deutscher ein Tor in der Königsklasse ©Getty Images

Dortmunder Youngster sind in unserer Serie "Europas Wunderkinder" wahrlich keine Seltenheit. Heute im Blickpunkt: Ein vielseitiges Kraftpaket mit einer starken Führungspersönlichkeit.

Name: Felix Passlack
Klub: Dortmund
Debüt: 2. März 2016 gegen Darmstadt (Bundesliga)
Position: Außenverteidiger
Nationalität: Deutscher
Geburtsdatum: 29. Mai 1998
Bevorzugter Fuß: rechts
Größe: 1,70 Meter

Andere sagen …
"Ich könnte heulen, dass ich diesen Jungen nicht trainieren werde."
Jürgen Klopp vor seinem Abschied als BVB-Trainer

"Felix ist vielseitig einsetzbar und tritt auf dem Platz als Führungsspieler auf. Diese Eigenschaft wird ihm nicht nur eingeredet, er lebt das."
Deutschlands U17-Nationaltrainer Christian Wück

"Felix ist ein intelligenter Junge, ihm gehört die Zukunft bei Borussia Dortmund."
Łukasz Piszczek, Dortmunds etatmäßiger Rechtsverteidiger und damit interner Konkurrent von Passlack

Seine Geschichte …
"Ich bin ein Ruhrpottler", sagt Felix Passlack über sich selbst und liefert in vier Worten schon eine recht vielsagende Erklärung, wie er tickt. Das "Malochen" hat er im Blut und gepaart mit seinem technischen Talent kam es nicht von ungefähr, dass er im frühen Teenager-Alter ins Visier vieler großer Vereine geriet.

Der einstige Schalke-Sympathisant, nach eigener Aussage "mittlerweile bekehrt", wechselte als 14-Jähriger von RW Oberhausen zum BVB. Hier genoss er die Vorzüge des Nachwuchsleistungszentrums und wurde mit der B- und A-Jugend Bundesliga-Meister.

Ähnlicher Werdegang, dicke Kumpels: Passlack und Christian Pulisic
Ähnlicher Werdegang, dicke Kumpels: Passlack und Christian Pulisic©Getty Images

Spielstil ...
Beim äußerlichen Erscheinungsbild fällt einem spontan das Wort "Kraftpaket" ein. Passlack ist dank seiner Robustheit ein unangenehmer, hartnäckiger Gegenspieler (fragen Sie mal bei Franck Ribéry nach), der sich aber bei weitem nicht nur über seine Zweikampfhärte definiert. Mit Ball tritt der Youngster dynamisch und offensiv ausgerichtet auf. Zudem gilt er als geborener Leader, was er als Kapitän der BVB- und DFB-Jugendmannschaften auch schon mehrfach unter Beweis gestellt hat.

Erinnert an ...
Vor allem im Dortmunder Umfeld kommen immer wieder Vergleiche mit Mario Götze auf. "Er ist ein Vorbild, aber ich will ihn nicht kopieren", sagt Passlack. Als Rechtsverteidiger ist er von der Körpergröße, den technischen Fertigkeiten und seiner Arbeitsmoral Rafinha vom FC Bayern nicht unähnlich.

Erstes Ausrufezeichen ...
Schon bei der U17-EURO spielte er sich ins Rampenlicht und spätestens mit der Auszeichnung der Fritz-Walter-Medaille in Gold als herausragender Jugendspieler im gleichen Jahr machte sich Passlack in Fußball-Deutschland einen Namen.

Weiter in den Fokus rückte er mit seiner starken Vorstellung gegen Ribéry im DFL-Supercup im August und beim 8:4-Triumph über Legia Warschau im November wurde er zum jüngsten deutschen Torschützen in der UEFA Champions League aller Zeiten.

Mit Frankreichs Kapitän Timothé Cognat vor dem Finale der U17-EURO 2015
Mit Frankreichs Kapitän Timothé Cognat vor dem Finale der U17-EURO 2015©Sportsfile

Gute Aussichten …
Während der kniffligen Personallage beim BVB haben die Shootingstars um Passlack, Wunderkind-Buddy Christian Pulisic und Co. den Nachweis erbracht, dass sie schon jetzt höheren Ansprüchen genügen. Der Konkurrenzkampf ist enorm groß, aber bei Passlack hat man das Gefühl, dass er diesen nicht nur annehmen, sondern daran auch weiter wachsen wird.

Und seine starken Leistungen bei den DFB-Junioren sind sicher kein Hindernis auf dem Weg zu einer Karriere in der A-Nationalmannschaft. Das mag Zukunftsmusik sein, aber mit Thomas Tuchel hat er einen Vereinstrainer, der genau jene Tugenden fördert, die auch bei Joachim Löw hoch im Kurs stehen.

Er sagt ...
"Schon als kleiner Balljunge habe ich davon geträumt, vor voller Südtribüne zu spielen. Nervosität ist irgendwie immer da, aber die ist auf dem Platz ganz schnell verflogen."

"Mario Götze ist eines meiner Vorbilder, aber ich will ihn nicht kopieren. Ich liebe seine Dribblings, seinen Speed, seine Beweglichkeit, seine Technik und sein Kombinationsspiel."

"Ich spreche nicht gerne über mich selbst, aber meine größten Stärken sind wahrscheinlich meine Schnelligkeit, die Beidfüßigkeit, meine Dynamik und meine Führungsqualitäten."

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