Lineker und andere Wetten

Leicesters Meistertitel bedeutet, dass englische Fußballfans jetzt vielleicht mehr von Gary Lineker sehen werden, als sie es jemals wollten. UEFA.com feiert die besten Wetten.

Louis Nicollin feiert Montpelliers Meistertitel 2012 mit Olivier Giroud
Louis Nicollin feiert Montpelliers Meistertitel 2012 mit Olivier Giroud ©Getty Images

Leicester City hat mit dem Meistertitel die Überraschung der Saison perfekt gemacht – und nicht nur die traditionellen großen Klubs der Premier League sind die Verlierer: Fernsehzuschauer in Großbritannien dürfen sich jetzt auf Gary Lineker in Unterhosen freuen.

Vom Erfolg seines Heimatklubs Leicester (sein Vater hatte dort einen Obst- und Gemüsestand auf dem Markt) ermutigt, schwor der frühere englische Nationalstürmer im Dezember, dass er die erste Sendung des traditionellen "Match of the Day" der nächsten Saison nur in Unterwäsche moderieren werde.

Während der 55-Jährige vielleicht darüber nachdenken sollte, ob er mit seinem Versprechen den Fans wirklich einen Gefallen tut, erinnern wir uns an ähnliche Versprechen aus der Welt des Sports...

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Da stehen einem die Haare zu Berge
Montpelliers Triumph in der Ligue 1 2012 war eine fast ebenso große Überraschung wie der von Leicester und Klubpräsident Louis Nicollin erhöhte den Einsatz, als es eng wurde. "Wenn wir die Liga gewinnen, dann lass ich mir die Haare so schneiden wie Jérémy Menez", sagte der zu diesem Zeitpunkt 69-Jährige. Menez spielte damals für Paris Saint-Germain und hatte einen Irokesen-Schnitt. Nicollin löste sein Versprechen ein und ging sogar noch einen Schritt weiter: Er ließ sich die Haare in den Farben von Montpellier färben.

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24 Non Blondes
Eines der bekanntesten Bilder der WM 1998 war die rumänische Startelf vor der Partie gegen Tunesien: Sie hatten alle frisch gefärbte, wasserstoffblonde Haare. Das war das Ergebnis eines Pakts: Sollten sie Kolumbien und England schlagen und sich so vorzeitig für die K.-o.-Phase qualifizieren, würden sie zu Blondinen werden und der Trainer Anghel Iordănescu würde sich den Kopf rasieren. Danach gewannen sie nicht mehr und schieden im Achtelfinale aus.

Lettlands taktisches Meisterwerk
Lettlands taktisches Meisterwerk

Starkovs' Entscheidung
Aleksandrs Starkovs' Konservatismus ist in Lettland nur allzu gut bekannt. Als er versprach, sich die Haare zu färben, sollte Lettland die Türkei in den Play-offs zur UEFA EURO 2004 schlagen, keimte die Hoffnung der ganzen Nation auf. Ob es die Aussicht auf die erste Endrundenteilnahme oder die Chance, Starkovs von einer anderen Seite zu sehen war: Die Spieler waren inspiriert und taten, was nötig war. Starkovs folgte.

Lippenbekenntnis
Die Letten hatte damals sogar noch eine dritte Motivation: Der beliebte Physiotherapeut Dags Čuda brachte den Ball mit seinem Versprechen ins Rollen, sich seinen Schnurrbart zum ersten Mal seit 30 Jahren zu rasieren. Vielleicht ließ er sich dabei von Guus Hiddink inspirieren, der sich seinerseits aufgrund einer Wette mit einem Journalisten von seinem Schnauzer trennen musste, nachdem Real Madrid im Januar 1999 den Europa/Südamerika-Pokal gewann. Er ist bald nachgewachsen.

Auf dem Rad
HIFK Helsinki stand letzten September nach drei Niederlagen in Folge in der finnischen Liga kurz vor dem Abstieg. In schlimmen Zeiten braucht es drastische Maßnahmen, und siehe da: Trainer Jani Honkavaara gab ein Versprechen ab. Sollte sein Team die nächste Partie auswärts gegen Lahti gewinnen, würde er die 100 km nach Hause auf dem Fahrrad zurücklegen. HIFK gewann 5:0, hatte den Klassenerhalt so gut wie gesichert und Honkavaara schwang sich aufs Rad.

Deportivos Aufholjagd
Deportivos Aufholjagd

Doppelfehler
Manche Leute lernen nie. In 1993 musste der ehemalige finnische Nationalspieler Pasi Rautiainen 160 km Fahrradfahren, nachdem er die Wette verlor, dass Marseille im Finale der UEFA Champions League gegen AC Milan verlieren würde. Elf Jahre später lag Milan nach dem Viertelfinalhinspiel gegen Deportivo La Coruña mit 4:1 in Führung und Rautiainen versprach den Fernsehzuschauern, dass er 50 km nach Hause laufen würde, sollten die Spanier die Begegnung noch drehen. Nach einem der größten Comebacks der Fußballgeschichte begann sein langer Marsch.

Einfach weggefegt
In Kasachstan versprach Kommentator Roman Lopatenko 2010, dass er das ganze Zentralstadion in Kostanay kehren würde, sollte Tobol die Meisterschaft gewinnen. Das haben sie getan. Lopatenko hielt Wort und mit einem Besen bewaffnet trat er die 700 km lange Reise an. Das war auch nicht nur Show: Er verbrachte einige Stunden da und machte seine Arbeit gut, bevor er 700 km nach Hause reiste.

Viel Glück, Gary Lineker...

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