Europas erfolgreichste Torjäger

Lionel Messi hat die Marke von 400 Toren in der spanischen Liga erreicht, doch wie steht der Argentinier im Vergleich mit den anderen großen Ligen Europas da?

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Lionel Messi ist bereits der Rekordtorschütze in den zehn besten Ligen Europas, mit seinem 400. Treffer in der spanischen Liga erreichte er nun einen weiteren Meilenstein. UEFA.com blickt auf die erfolgreichsten Torjäger des Kontinents.

Spanien: Lionel Messi (2004-heute) - 400 Tore

2014 verbesserte er Telmo Zarras Rekord von 251 Erstligatoren in Spanien, seitdem spielt der Argentinier in einer eigenen Liga. Seinen letzten Meilenstein erreichte er am Spnntag beim 3:0 gegen Eibar. Nach schöner Zusammenarbeit mit Luis Suárez und Philippe Coutinho erreichte er die magische Marke. "Seine Zahlen sind stratosphärisch, unglaublich, aber es sind nicht nur die Tore", sagte Barça-Trainer Ernesto Valverde.

England: Jimmy Greaves (1957–71) – 357 Tore

"Wenn ich an der White Hart Lane, im Wembley oder wo auch immer auf den Platz lief, wurde ich ein anderer Mensch", erinnert sich der erfolgreichste Torschütze des englischen Oberhauses. "Irgendwie war ich nicht mehr ich selbst, als ich aus den Katakomben kam." Chelsea, Tottenham und West Ham hatten nichts dagegen, denn Greaves schoss Tore wie am Fließband.

Silvio Piola
Silvio Piola©Getty Images

Italien: Silvio Piola (1929–54) – 274 Tore

"Ich weiß noch immer nicht, ob er mit seinem rechten oder seinem linken Fuß besser schießen konnte", erklärte Italiens Trainer Vittorio Pozzo, der 1938 zusammen mit Piola die FIFA-Weltmeisterschaft gewann, über seinen Stürmer einst. "Ich hatte vor nichts Angst, was damals eine ganz wichtige Eigenschaft war", so Piola, der für Pro Vercelli, Lazio, Torino, Juventus und Novara Calcio auflief, aber nie einen Serie-A-Titel gewinnen konnte.

Deutschland: Gerd Müller (1965–79) – 365 Tore

Er war der ultimative "Strafraumstürmer", ein Abstauberkönig und ein Meister der Antizipation. Der Bomber eben. Für seine 365 Bundesligatore brauchte er lediglich 427 Spiele. Müller, der Deutschland bei der FIFA-WM 1974 zum Finalsieg schoss, hat einen riesengroßen Anteil am Erfolg der Bayern über die letzten Jahrzehnte. "Ohne die Tore von Gerd Müller wären wir vielleicht noch immer in unserer alten Holzhütte an der Säbener Straße", betont Franz Beckenbauer immer wieder.

Frankreich: Delio Onnis (1971–86) – 299 Tore

Onnis wurde in Italien geboren und wuchs in Argentinien auf. Er bestritt nie ein Länderspiel, hatte bei Stade Reims, Monaco, Tours und Toulon jedoch große Freude am Toreschießen. Er ist überzeugt davon, dass sein Rekord "noch weit bis in die Zukunft" bestehen bleiben wird.

Oleh Blokhin
Oleh Blokhin©Getty Images

Russland und Ukraine: Oleg Blokhin: (1972–87) – 211 Tore

Blokhin, dessen Blütezeit in die UdSSR-Ära fiel, gewann 1975 den Ballon d'Or und wurde mit Dynamo Kyiv in fünf Spielzeiten Toptorjäger der sowjetischen Liga. "Er arbeitet fieberhaft an seinem hauptsächlichen Ziel: Tore schießen", sagte sein Trainer Valeriy Lobanovskiy einst. "Hinter jedem Tor steckt harte Trainingsarbeit, totaler Einsatzwille und viele Jahre spartanische Lebensweise."

Portugal: Fernando Peyroteo (1937–49) – 332 Tore

"Er war körperlich stark, schnell und hatte einen guten Schuss. Bei seinem Debüt war Peyroteo überhaupt nicht nervös und markierte gleich zwei Tore", berichtete Stadium über das erste Spiel des damals 19-jährigen Angreifers von Sporting CP anno 1937. Für seine 332 Treffer benötigte er lediglich 197 Spiele - unter anderem traf er gleich neunmal in einer einzigen Begegnung. Schon mit 31 Jahren hängte er seine Karriere an den Nagel. "Ich bin ein Soldat und ein Soldat läuft vor seinen Pflichten nicht davon. Aber ich fühle mich wie ein alter Soldat, der seinem Klub nicht mehr so helfen kann, wie es sein sollte."

Belgien: Albert De Cleyn (1932–55) – 377 Tore

Der verstorbene 'Bert' De Cleyn spielte in seiner ganzen Karriere von 1932 bis 1955 nur bei einem einzigen Verein: Malinois – heute Mechelen. Wahrscheinlich hätte er die 400er Marke locker geknackt, wäre die belgische Liga während des Zweiten Weltkrieges nicht für drei Jahre ausgesetzt worden. Sein größtes Spiel hatte er beim 7:1-Sieg gegen Racing Club de Bruxelles, als ihm alle sieben Treffer gelangen und er so seinem Team den Titelgewinn 1943 sicherte.

Türkei: Hakan Şükür (1987–2008) – 249 Tore

Der "Bulle vom Bosporus" brachte es bei seinen vier Auslandsstationen Torino, Internazionale, Parma und Blackburn auf lediglich elf Tore in der Liga, doch in der Heimat traf er wie am Fließband: Für Sakaryaspor, Bursaspor und in drei Abschnitten für Galatasaray. Er sagte einst: "Ich bin ein Stürmer, der viele gute Möglichkeiten bekommt, aber auch viele davon vergibt. Ich kann immer nur an die vergebenen Chancen denken, nicht an die Tore, die ich geschossen habe."

Spieler in europäischen Ligen, die mehr Treffer als Messi erzielten

Tschechische Republik/Tschechoslowakei: Josef Bican (1931–55) – 500 Tore
Schottland: Jimmy McGrory (1922–38) – 410 Tore
Jugoslawien/Kroatien/Serbien: Stjepan Bobek (1945–58) – 403 Tore
Ungarn: Ferenc Szuzsa (1940–61) – 393 Tore

Spieler, die in mehr als einer europäischen Liga häufig trafen

Josef Bican: Österreich 18, Tschechoslowakei 500 (1931–55) – 518 Tore
Bican: Österreich 18, Tschechoslowakei 500 (1931–55) – 518 Tore
Ferenc Puskás: Spanien 159, Ungarn 358 (1943–66) – 517 Tore
Imre Schlosser: Ungarn 411, Österreich 6 (1905–28) – 417 Tore
Cristiano Ronaldo: Portugal 3, England 84, Spanien 311, Itaien 14 (2002–heute) – 412 Tore
Gyula Zsengellér: Ungarn 387, Italien 24 (1935–53) – 411 Tore
Gunnar Nordahl: Schweden 149, Italien 225 (1937–58) – 374 Tore

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