Kandidaten "Bester Spieler": So urteilt die Presse

Zehn Spieler sind seit Juli noch im Rennen um die Auszeichnung "Bester Spieler in Europa". UEFA.com hat sich umgehört, was die regionale Presse über die Kandidaten schreibt.

Mitte Juli wurde die Shortlist für die Wahl zum "Besten Spieler in Europa 2013/14 der UEFA" bekannt gegeben. Am 14. August wird diese Liste auf drei Spieler gekürzt, ehe am 28. August während der Auslosung der Gruppenphase der UEFA Champions League in Monaco der Sieger gekürt wird.

Folgende Spieler sind mittlerweile noch im Rennen und UEFA.com hat sich mal umgehört, was die regionale Presse so über die Spieler schreibt.

Diego Costa (Spanien, Club Atlético de Madrid – jetzt Chelsea FC)
UEFA.com-Redaktion Spanien: Nach dem Abgang von Radamel Falcao zu AS Monaco FC musste der 25-Jährige liefern und tat dies in beeindruckender Manier. In 35 Spielen erzielte er 27 Tore und hatte damit gehörigen Anteil an der ersten Meisterschaft seit 18 Jahren. Costa ist absolut kaltschnäuzig vor dem Tor und ist dank seiner Robustheit und Schnelligkeit für jeden Gegenspieler ein Albtraum. Chelsea darf sich auf ihn freuen.

Marca: Diego Costa ist ein enormes Energiebündel.

El País: Costa ist kräftig und schnell, so konnte Atlético immer wieder die gegnerischen Reihen auseinanderziehen.

Di María spielte eine starke Saison für Real
Di María spielte eine starke Saison für Real©AFP/Getty Images

Ángel di María (Argentinien, Real Madrid CF)
UEFA.com-Redaktion Spanien:
Seine Leichtigkeit und sein Durchsetzungsvermögen waren wichtige Faktoren bei Reals Siegen in der UEFA Champions League und im Copa del Rey. Der Argentinier ist schwer vom Ball zu trennen und noch dazu stets torgefährlich.

El Mundo: Bei der WM 2014 knüpfte der überragende Di María da an, wo er vor vielen Monaten bei Real angefangen hatte.

ABC: Egal welche Minute gerade läuft, er hat immer den Blick nach vorne gerichtet und scheint sich nicht um Spielsystem zu kümmern. Wenn seine Mannschaft erfolgreich sein will, muss er ins Spiel eingebunden sein.

James Rodríguez (Kolumbien, AS Monaco FC – jetzt Real Madrid CF)
UEFA.com-Redaktion Frankreich:
Letzten Sommer stand er als Neuzugang noch im Schatten des ebenfalls gerade erst verpflichteten Falcao, doch seine erste Saison hatte es in sich. In 34 Ligue-1-Spielen erzielte er neun Tore und bereitete zwölf Treffer vor. Bei der WM avancierte er zum besten Torschützen der Endrunde, anschließend wechselte er für eine Menge Geld zu Real Madrid.

Le point: Die Überraschung der Weltmeisterschaft ließ Kolumbien den Ausfall von Stürmerstar Radamel Falcao vergessen. Dank seiner starken Leistungen drang sein Team bis ins Viertelfinale vor.

France TV: Toller Spieler, gut aussehender Kerl: James Rodríguez hat alles, was man braucht, um erfolgreich zu sein.

Philipp Lahm (Deutschland, FC Bayern München)
UEFA.com-Redaktion Deutschland:
Es war eine weitere denkwürdige Saison für den Kapitän der Bayern und der deutschen Nationalmannschaft, aus der er nach dem gewonnen WM-Titel zurücktrat. Der neue Bayern-Coach Josep Guardiola setzte den jahrelangen Außenverteidiger fast ausschließlich im defensiven Mittelfeld ein und nannte ihn sogar "den intelligentesten Spieler, den ich je trainiert habe".

Focus: Was haben Pele, Paul Scholes und Philipp Lahm gemeinsam? Alle beendeten früh ihre Karriere im Nationalteam, um sich voll auf den Verein zu konzentrieren. Scholes beendete erst letztes Jahr mit 39 Jahren seine Klub-Karriere. Bei Lahm könnte es ähnlich kommen.

Süddeutsche Zeitung: Er hat vom ersten Karrieretag an eine alterslose Spielweise kultiviert, zu deren hervorstechendsten Merkmalen auch gehört, keine Fehler zu machen. Lahm ist ein Spieler, dem es auf unnachahmliche Art gelingt, sich auch an den wenigen nicht so guten Tagen so seriös über die Runden zu spielen, dass die notorischen Notengeber die schlechten Zensuren stecken lassen.

Lionel Messi (Argentinien, FC Barcelona)
UEFA.com-Redaktion Spanien:
Obwohl er vor Weihnachten von zahlreichen Verletzungen geplagt wurde, gelangen Messi nichtsdestotrotz eindrucksvolle 41 Tore in allen Pflichtspielen 2013/14 für Barça. Er erzielte vier Hattricks für seinen Verein in dieser Saison, darunter einen in einem 4:3-Sieg bei Real Madrid im März, durch den er Alfredo Di Stéfano als besten Torschützen in der Geschichte des Clásico ablöste. Bei der WM, als Argentinien bis ins Endspiel vorstieß, wurde er zum besten Spieler gewählt.

Mundo Deportivo: Die Hoffnung hatte einen Vornamen und einen Nachnamen: Lionel Messi.

Marca: Egal, was um ihn herum passierte, Messi zeigt weiter, dass er dafür gemacht wurde, in Spielen der [höchsten] Qualität zu spielen.

Thomas Müller (Deutschland, FC Bayern München)
UEFA.com-Redaktion Deutschland: Für Müller war es erneut eine unglaubliche Spielzeit: Nicht nur, dass er Weltmeister und der Toptorschütze der DFB-Elf bei der WM wurde, er war auch zweitbester Torschütze der Bayern in einer Spielzeit, in der man das nationale Double aus der Vorsaison verteidigte. Eigentlich passt er gar nicht so richtig in die Spielphilosophie von Pep Guardiola, doch der Spanier hat schnell gemerkt, dass er für diesen Mann, der mit seinen unorthodoxen Laufwegen so viele Treffer und Vorlagen beisteuert, einen Platz in seiner Elf finden muss.

Süddeutsche Zeitung: Führendes Original des deutschen Fußballs. Weltweites Unikat. Als leidenschaftlicher Reinwurschtler und Rackerer unentbehrlich. Von tragender Bedeutung für die Offensive. Alle hören auf ihn. Braucht allerdings noch mindestens ein weiteres Turnier, um Miroslav Kloses WM-Torjägerrekord (16) einzustellen - im Endspiel hätte der 24-Jährige dafür sechs Tore schießen müssen, was ihm knapp nicht gelang.

Die Welt: Selbst bekennende Gegner des FC Bayern können sich mit dem Münchner Thomas Müller identifizieren, sich erfreuen an seiner entspannten Art in dieser aufgeregten, überdrehten Welt, den Fußball als Fußball zu begreifen.

Neuer mit dem WM-Pokal
Neuer mit dem WM-Pokal©Getty Images

Süddeutsche Zeitung: [Neuer] galt vor dem Turnier in Fachkreisen von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen als weltbester Torwart. [Er] gilt nun auch zwischen Oiapoque und Chuy sowie vom nördlichen Nordpol bis zum südlichen Südpol als weltbester Torwart.

Die Zeit: Manuel Neuer geht auf dem Platz Wege, die Torhüter vor ihm nicht kannten. Wenn es notwendig wird, deckt der Schlussmann allein jenes Drittel der eigenen Hälfte ab, in dem sonst die gesamte deutsche Abwehr steht. Oder er ist derjenige, der das Spiel schnell macht, mit hohen Abstößen oder mächtigen Abwürfen Konter einleitet.

Arjen Robben (Niederlande, FC Bayern München)
UEFA.com-Redaktion Deutschland:
Als Robben 2012 im Endspiel der UEFA Champions League einen ganz wichtigen Elfmeter vergab, waren manche Beobachter der Meinung, dass sich seine Zeit in München dem Ende zuneigen würde. Zwei Jahre später ist der Niederländer gefeierter Finalheld von Wembley und erreichte mit den Bayern zwei Mal in Folge das nationale Double.

Süddeutsche Zeitung: Er überspurtet mit Ball die meisten Verteidiger, die ohne Ball unterwegs sind. Er schießt den Ball auch dann noch gefährlich aufs Tor, wenn er von fünf Gegenspielern umzingelt ist. Und während Robben die Aufmerksamkeit der Abwehr genießt, schafft er Räume für seine Mitspieler, er ignoriert sie gerne, spielt ab und zu aber doch einmal einen Pass.

Neue Zürcher Zeitung: 30 Jahre ist Arjen Robben alt – und nunmehr dort, wo er immer hinwollte. Unumstritten ist er, bewundert, ja manchmal sogar: geliebt. Für ihn, den Fußballer aus Groningen, ist dies eine ganz neue Erfahrung.

Cristiano Ronaldo (Portugal, Real Madrid)
UEFA.com-Redaktion Spanien:
Wie hungrig der portugiesische Angreifer darauf war, Madrid erstmals nach zwölf Jahren wieder zum Sieg in der UEFA Champions League zu führen, wurde schon in der Gruppenphase deutlich, als er einen neuen Torrekord aufstellte. Am Ende sollte er mit 17 Toren eine neue Bestmarke für die Königsklasse erreichen und auch im Finale treffen, als Ancelottis Mannschaft den Pokal gewann. In der Liga war er mit 31 Treffern ebenso bester Torschütze und gewann dazu den FIFA Ballon d'Or.

AS: Was auffällt, ist, wie viele Tore Cristiano Ronaldo in den letzten beiden Spielzeiten in der Champions League erzielt hat.

Marca: Ronaldo ist nie satt, wenn es darum geht Titel zu gewinnen, egal ob es Mannschaftstitel oder Einzelauszeichnungen sind.

Suárez bei Liverpool
Suárez bei Liverpool©Getty Images

The Daily Telegraph: Es ist die Qualität, die Vielseitigkeit und die Unbarmherzigkeit der Tore, die Suárez herausstechen lässt.

The Liverpool Echo: Hier sind die unbestrittenen Fakten: Suárez war einer der besten, genialsten Spieler, die das rote Trikot angezogen haben. Suárez wurde einer der besten Liverpool-Spieler in einer ganzen Generation.

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