Madrid will gegen Dortmund Revanche

Real Madrid CF und Borussia Dortmund trafen in der vergangenen Saison vier Mal aufeinander, wobei sich der BVB im Halbfinale durchsetzen konnte, doch dieses Mal scheint Real der klare Favorit zu sein.

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Real Madrid CF und Borussia Dortmund trafen in der vergangenen Saison vier Mal aufeinander, wobei sich der BVB in einem Halbfinal-Thriller durchsetzen konnte und Reals Traum vom zehnten Titelgewinn zunichte machte.

Bisherige Begegnungen
• 2012/13 trafen die Teams vier Mal aufeinander. In der Gruppenphase gewann Dortmund zu Hause mit 2:1, Robert Lewandowski und Marcel Schmelzer trafen für den BVB, Cristiano Ronaldo erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich. In Spanien ging Dortmund durch Marco Reus und ein Eigentor von Álvaro Arbeloa zweimal in Führung, Pepe und Mesut Özil besorgten zweimal den Ausgleich, doch der Gruppensieg ging mit drei Punkten Vorsprung auf Real an den BVB.

• Im Halbfinale kam es dann zum erneuten Aufeinandertreffen, und abermals hatte Dortmund die Nase vorn: Lewandowski erzielte beim 4:1-Erfolg im Hinspiel in Deutschland alle vier Treffer – was erstmals einem Spieler im Halbfinale des Europapokals gelang. Karim Benzema (83.) und Sergio Ramos (88.) sorgten mit ihren späten Treffern im Rückspiel für eine heiße Schlussphase, doch Dortmund ließ keinen weiteren Gegentreffer mehr zu, verlor dann jedoch das Endspiel in Wembley mit 1:2 gegen den FC Bayern München.

• Die Aufstellungen im Halbfinal-Rückspiel am 30. April 2013 im Bernabéu lauteten:
Madrid: López, Essien, Varane, Ramos, Coentrão (57. Kaká), Ronaldo, Özil, Alonso (67. Khedira), Modrić, Higuaín (57. Benzema), Di María
Dortmund: Weidenfeller, Piszczek, Subotić, Hummels, Schmelzer, Błaszczykowski, Bender (90.+1 Felipe Santana), Gündoğan, Götze (14. Großkreutz), Reus, Lewandowski (87. Kehl)

• Carlo Ancelottis Mannen könnten ihre Inspiration aus dem Halbfinale der Saison 1997/98 ziehen, als Fernando Morientes und Christian Karembeu Real im Hinspiel zu einem 2:0-Sieg gegen Dortmund schossen. Das Rückspiel endete 0:0, und Madrid holte am Ende den Titel.

• Die Aufstellungen in Madrid am 1. April 1998 lauteten:
Madrid:
Illgner, Panucci, Sanchís, Sanz, Roberto Carlos, Karembeu, Redondo, Seedorf, Mijatović (51. Šuker), Raúl, Morientes (88. Jaime)
Dortmund: Klos, Julio César, Binz, Kree, Reuter, Freund, But, Reinhardt, Ricken (81. Zorc), Chapuisat, Herrlich (47. Decheiver)

• Der gegenwärtige Dortmunder Sportdirektor Michael Zorc und Nachwuchskoordinator Lars Ricken kamen in beiden Partien für Nevio Scalas Mannschaft zum Einsatz.

• In der zweiten Gruppenphase 2002/03 setzte sich Real zu Hause mit 2:1 gegen Dortmund durch: Raúl González und Ronaldo trafen für Real, Jan Koller für den BVB. Sechs Tage später war Koller erneut erfolgreich, doch Javier Portillo gelang in der Nachspielzeit der Ausgleich. Madrid kam als Gruppenzweiter weiter, Dortmund hatte einen Punkt weniger auf dem Konto.

• Von diesen Partien in der Saison 2002/03 stehen noch Sebastian Kehl und der damalige Ersatztorhüter Roman Weidenfeller im Dortmunder Kader, Iker Casillas spielt immer noch für Madrid.

Hintergrund
• Madrid, neunmaliger Gewinner des Wettbewerbs, steht zum vierten Mal in Folge im Viertelfinale. In den vergangenen drei Spielzeiten schieden die Spanier jeweils im Halbfinale aus.

• Madrids Bilanz gegen deutsche Gäste liegt bei 19 Siegen, vier Remis und zwei Niederlagen. Der FC Bayern - mit Siegen in den Jahren 2000 und 2001 - ist das einzige Bundesligateam, welches im Bernabéu gewinnen konnte. Nach Hin- und Rückspiel kam Madrid in einem UEFA-Wettbewerb zwölf Mal gegen deutsche Teams weiter, acht Mal schied man aus.

• Dortmund hat in Spanien einmal gewonnen, vier Unentschieden geholt und sechs Partien verloren. Nur in der Gruppenphase der UEFA Champions League 1996/97, als man am Ende erstmals den Titel holte, konnte sich der BVB mit 1:0 bei Club Atlético de Madrid durchsetzen. Insgesamt kam die Borussia nach Hin- und Rückspiel fünf Mal gegen spanische Teams weiter, zwei Mal schied man aus.

• Im Achtelfinale war Madrid die erste Mannschaft, die in der K.-o.-Phase der UEFA Champions League sechs Auswärtstore erzielen konnte, als man im Hinspiel mit 6:1 beim FC Schalke 04 triumphierte. Benzema, Gareth Bale und Ronaldo waren jeweils zweimal erfolgreich. Für Real war es im 26. Anlauf erst der zweite Sieg auf deutschem Boden. Insgesamt setzten sich die Spanier mit 9:2 gegen Schalke durch. Ronaldo hat in dieser Saison bereits 13 Treffer erzielt, womit ihm nur noch ein Tor fehlt, um den Rekord von José Altafini (1962/63) und Lionel Messi (2011/12) einzustellen.

• Ronaldo hatte in der Gruppenphase neun Tore – ein neuer Wettbewerbsrekord – erzielt. Madrid gewann alle drei Heimspiele gegen den FC København (4:0), Juventus (2:1) und Galatasaray AŞ (4:1).Real hat somit die letzten sechs Heimspiele in der UEFA Champions League gewonnen, dabei erzielten sie 18 Tore und kassierten nur drei.

• Im letztjährigen Viertelfinale gewann Real zu Hause mit 3:0 gegen Galatasaray. Ronaldo, Benzema und Gonzalo Higuaín waren die Torschützen. Im Rückspiel war Ronaldo bei der 2:3-Pleite zweimal für die Spanier, die sich damals zum 24. Mal – Rekord – für das Halbfinale qualifizieren konnten, erfolgreich.

• Ancelotti hat den Wettbewerb als Spieler und Trainer vier Mal gewonnen. In K.-o.-Spielen gegen deutsche Teams hat er als Trainer und Spieler fünf Siege gefeiert. Neben einem Remis setzte es vier Niederlagen.

• Dortmund qualifizierte sich mit einem 5:4-Gesamterfolg gegen den FC Zenit zum zweiten Mal in Folge für das Viertelfinale. Nach einem 4:2-Auswärtssieg folgte eine 1:2-Heimpleite.

• In der Gruppenphase verloren Jürgen Klopps Mannen im ersten Spiel der Gruppe F mit 1:2 bei SSC Napoli, gewannen dann jedoch mit 2:1 bei Arsenal FC und Olympique de Marseille, womit sie im diesjährigen Wettbewerb drei von vier Auswärtsspielen für sich entscheiden konnten.

• Im letztjährigen Viertelfinale gewann Dortmund nach einem torlosen Hinspiel daheim mit 3:2 gegen Malága CF. Isco kam in beiden Partien für die Spanier zum Einsatz.

Rund um die Teams
• Nuri Şahin bestritt in der Saison 2011/12 insgesamt zehn Spiele – vier davon in der UEFA Champions League – für Madrid, nachdem er Dortmund verlassen hatte. Im Januar 2013 kehrte er auf Leihbasis für eineinhalb Jahre zum BVB zurück, nachdem er in der ersten Saisonhälfte an Liverpool FC ausgeliehen war.

• Als er in der vergangenen Saison für Bayer 04 Leverkusen gespielt hatte, verlor Daniel Carvajal in Dortmund mit 0:3, daheim setzte es eine 2:3-Pleite.

• Schmelzer, Mats Hummels, İlkay Gündoğan, Sven Bender, Kevin Großkreutz und Reus sind bei der deutschen Nationalmannschaft Teamkollegen des verletzten Sami Khedira.

• Alle außer Bender und Großkreutz waren bei der 1:3-Niederlage im Freundschaftsspiel gegen Argentinien im August 2012 im Einsatz. Khedira (Eigentor) und Ángel Di María trafen für die Südamerikaner.

• Khedira erzielte im Februar 2013 den deutschen Siegtreffer beim 2:1-Testspielerfolg gegen Frankreich in Paris; Hummels und Gündoğan spielten ebenfalls für Deutschland, während Benzema für Frankreich auflief.

• Hummels spielte beim 1:0-Sieg von Deutschland gegen Portugal in der Gruppenphase der UEFA EURO 2012 gegen Pepe, Fábio Coentrão und Ronaldo.

• Neven Subotić lief für Serbien auf, als man im März 2013 in Zagreb das Qualifikationsspiel zur FIFA-Weltmeisterschaft 2014 gegen Kroatien um Luka Modrić mit 0:2 verlor. Im Mai 2012 gab es für Serbien in St. Gallen eine 0:2-Testspielpleite gegen Spanien mit Casillas, Sergio Ramos, Xabi Alonso und Raúl Albiol.

• Jakub Błaszczykowski und Lewandowski unterlagen mit Polen im Juni 2010 in Murcia mit 0:6 gegen Spanien, für das unter anderem auch Alonso traf.

• Khedira gewann 2006/07 die Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart.

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