Jeunesse will Geschichte schreiben

Sollte sich Jeunesse d'Esch am Mittwoch im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League gegen AIK durchsetzen, würden das Team aus Luxemburg Geschichte schreiben.

Stéphane Piron (links) im Duell mit AIKs Walid Atta
Stéphane Piron (links) im Duell mit AIKs Walid Atta ©Getty Images

Die Partie beim schwedischen Vertreter AIK Solna lief für den luxemburgischen Außenseiter AS Jeunesse Esch eigentlich perfekt. Der Underdog aus dem Großherzogtum agierte clever im 4-5-1-System und brachte die Stockholmer an den Rand der Verzweiflung. Doch dann unterlief Thomas Fullenwarth ein folgenschwerer Fehler, aus dem das kuriose 0:1 durch Pontus Englom entstand, zugleich der Endstand im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League.

Der Escher Pechvogel zeigte sich zwar tieftraurig, konnte die unglückliche Aktion aber dennoch gut einordnen: "Der Fehler, der mir unterlief, unterlief mir nicht, weil ich Angst hatte oder so etwas in der Art. Es war ein technischer Fehler, so wie sie halt manchmal während einer Begegnung vorkommen können." Auch sein Trainer Jacques Muller zeigte sich nachsichtig mit seinem Spieler: "Ich kann Thomas keinen Vorwurf machen, es war ein Moment der Unaufmerksamkeit, der vorkommen kann. Wir werden ihn nicht "steinigen"."

Auch das Resümee des Trainers fällt nach dem Spiel in Stockholm positiv aus. "Wir haben ein super Spiel gemacht. Nicht nur taktisch, auch körperlich haben wir dagegengehalten und uns eigene Chancen herausgespielt", zeigte sich Muller zufrieden und fügte an: "Spielen wir im Rückspiel so wie am letzten Dienstag, dann können wir Solna dazu bringen, zu zweifeln. Vom Gegner habe ich keine reelle Torchance gesehen."

Und natürlich ist ein 0:1 in der Fremde ein absolut akzeptables Ergebnis, warum auch keiner der Verantwortlichen bei Esch den Kopf hängen lässt. Auch nicht der Unglücksrabe des Hinspiels Thomas Fullenwarth: "Wir müssen die Partie genauso angehen wie das Hinspiel. Bis auf den einen Fehler war es perfekt. Wenn es uns gelingen sollte, Solna noch tiefer in die Krise zu schießen, werden wir das tun." Und wie das passieren soll, das weiß der junge Jeunesse-Verteidiger auch schon.

"Unser Spielfeld in Esch ist ein Stück kleiner als hier. Sie werden noch weniger Spielraum haben. Wenn wir wieder als geschlossene Einheit auftreten und ihnen keinen Raum lassen, ihre Schnelligkeit auszuspielen, gleichfalls gute Konter spielen und bei Standardsituationen Präsenz zeigen, dann ist noch was möglich. Unsere Stärke ist das Kollektiv."

Sollte den Eschern also diesmal das perfekte und nicht nur das fast perfekte Spiel gelingen, dann wären sie das zweite Luxemburger Team seit bestehen der UEFA Champions League, dass eine Runde weiter kommen könnte (F91 Dudelange Saison 2005/06) und mit Erreichen der dritten Qualifikationsrunde auch zugleich das erfolgreichste.

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