Salzburg startet nächsten Anlauf

Für den FC Salzburg hat die Mission UEFA Champions League begonnen. Seit 10. Juni absolvieren die Mozartstädter unter strengem Blick von Trainer Huub Stevens das Vorbereitungsprogramm.

Huub Stevens will seine Salzburger in die Gruppenphase führen
Huub Stevens will seine Salzburger in die Gruppenphase führen ©Getty Images

Für den FC Salzburg hat die Mission UEFA Champions League begonnen. Seit 10. Juni absolvieren die Mozartstädter unter strengem Blick von Trainer Huub Stevens das Vorbereitungsprogramm. Neben Innenverteidiger Rabiu Afolabi, der für sein Heimatland Nigeria bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2010 im Einsatz war, fehlt ein weiteres bekanntes Gesicht. Angreifer Marc Janko gab vor wenigen Tagen seinen Abschied bekannt. Der Nationalspieler geht künftig für den FC Twente auf Torjagd, der niederländische Meister ließ sich die Verpflichtung rund 6,5 Millionen Euro kosten. Dies ist die höchste Ablösesumme, die je für einen Österreicher gezahlt wurde.

Jankos Abgang adäquat zu ersetzen, wird eine der Hauptaufgaben für Stevens, will man in die Gruppenphase der Champions League einziehen. Derweil stehen mit Alexander Walke, Stefan Hierländer, Jakob Jantscher, Gerhard Tremmel, Gonzalo Zárate und Niclas Heimann sechs Neuzugänge zu Buche. Für die Offensive dürfte noch ein weiterer Stürmer verpflichtet werden, um über Alternativen zu Roman Wallner zu verfügen. "Unsere Planungen sind noch nicht ganz zu Ende. Wir wollen noch den einen oder anderen Spieler zu uns holen", meinte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer.

Auffallend ist, dass die Mozartstädter nun vermehrt auf junge Österreicher setzen, denn auch die beiden 18-jährigen Alexander Aschauer und Marco Meilinger, die aus dem eigenen Nachwuchs kommen, dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf Einsätze machen. Einige Routiniers mussten dafür im Gegenzug den Verein verlassen. Durch die Abgänge von Alexander Zickler, Barry Opdam und Karel Piták stehen nur noch drei Feldspieler im Kader, die schon über 30 Jahre alt sind.

Im Tor muss der langzeitverletzte Kapitän Edward Gustafsson ersetzt werden. Zwischen Tremmel und Walke ist noch alles offen, beide wollen sich in der Vorbereitung für die Rolle als Nummer eins empfehlen. "Wir haben hohe Ziele. Deshalb brauchen wir zwei absolut wettbewerbsfähige Torhüter. Tremmel und Walke haben reichlich Erfahrung und waren zudem ablösefrei", so Beiersdorfer. Eine vorzeitige Rückkehr von Gustafsson kann man nahezu ausschließen. Der Schwede hat nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch noch einen langen Weg vor sich und wird wohl erst 2011 wieder auflaufen können.

Im Falle eines Abgangs von Somen Tchoyi, der mit mehreren englischen Klubs in Verbindung gebracht wird, sind mit dem ÖFB-Youngster Jakob Jantscher und dem Argentinier Gonzalo Zárate zwei vielversprechende Ersatzleute im Kader. Das Grundgerüst steht also, die zahlreichen Neuzugänge müssen nun so schnell wie möglich in die Mannschaft integriert werden, um für das Unternehmen Champions League gerüstet zu sein.

Sich für die Königsklasse des europäischen Fußballs zu qualifizieren ist aber kein leichtes Unterfangen, dies mussten die Salzburger bereits schmerzlich zur Kenntnis nehmen. In den letzten vier Jahren scheiterte man gleich drei Mal in der Play-off-Runde. 2007 war es besonders knapp, denn erst ein regelrechter "Lucky Punch" von Brandão in der 87. Minute bedeutete den K.-o. gegen den FC Shakhtar Donetsk. In diesem Jahr soll alles anders werden. Zuerst muss man aber die Hürde HB Tórshavn nehmen. Obwohl die Mannschaft von den Färöer Inseln kein Problem darstellen sollte, wird Stevens diese Aufgabe nicht auf die leichte Schulter nehmen: "Wir haben vor jedem Gegner Respekt. Aber wir müssen eine Runde weiter kommen."

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