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In the Zone: Leistungsanalyse Man City - Inter 1:0

Die Technischen Beobachter der UEFA analysieren Citys knappen Final-Sieg gegen Inter und legen dar, wie Pep Guardiolas Team sich anpassen musste, da es nicht in der Lage war, sein gewohntes Spiel aufziehen zu können.

Manchester Citys Triumph im Endspiel der UEFA Champions League in Istanbul war weniger das Produkt des für sie typischen flüssigen Angriffsfußballs als vielmehr einiger anderer Qualitäten, die das Team von Pep Guardiola auszeichnen.

In diesem Artikel, präsentiert von Fedex, bewerten die Technischen Beobachter der UEFA die wichtigsten taktischen Aspekte eines fesselnden Duells mit Inter und beleuchten die Pressing-Strategien beider Mannschaften sowie die Rolle einiger der Protagonisten vom Samstagabend: Matchwinner Rodri, City-Ersatzspieler Phil Foden und Inter-Torwart André Onana.

Man City - Inter: Live-Blog

Tor

1:0: Rodri (68.)

Highlights: Man City - Inter 1:0

Es ist typisch für Rodri, dass er eine Minute und 14 Sekunden vor seinem Siegtreffer derjenige war, der einen Inter-Klärungsversuch in Richtung von Romelu Lukaku mit dem Kopf abfangen konnte und sein Tor somit selbst einleitete.

Unmittelbar danach schaltete sich Manuel Akanji in den Angriff mit ein und schickte dann Bernardo Silva auf der rechten Seite steil in den Strafraum. Wie der UEFA-Spielbeobachter anmerkte, hatte der Innenverteidiger von City in dieser Ballbesitzsequenz zuvor Lautaro Martínez an seiner Seite, konnte den Argentinier jedoch abschütteln. Dies führte dazu, dass Alessandro Bastoni rausrückte, um Akanji zu attackieren, was wiederum den Raum für Silva öffnete. Der Spielbeobachter fügte hinzu: "Man sieht den Bewegungsablauf von Silva. Er wartet, bis Bastoni rausrückt."

Silva legte den Ball dann zurück Richtung Elfmeterpunkt, wo Rodri angerauscht kam und das Leder mit dem rechten Fuß neben den rechten Pfosten setzte. "Mein erster Gedanke war, den Ball hart und hoch zu treffen", sagte er. "Aber als ich sah, wie viele Spieler vor mir waren, entschied ich mich, den Ball zu platziert zu versenken."

Spieler des Spiels: Rodri (Man City)

Spieler der Saison in der Champions League: Rodri

Der 26-Jährige wurde nicht nur zum Spieler des Spiels ernannt, sondern auch zum UEFA Champions League Spieler der Saison. Ausschlaggebend dafür war eine herausragende Saison, in der er die meisten Ballberührungen hatte (1120), die meisten Pässe an den Mann brachte (910) und die meisten Balleroberungen zu verzeichnen hatte (105).

Nach dem Finale erklärte Rodri, dass er "im ersten Durchgang nicht gut war", was auf den Matchplan von Inter zurückzuführen war, Rodri in Manndeckung zu nehmen (mehr dazu im Abschnitt Features). Dennoch konnte er der Partie seinen Stempel aufdrücken. Er spielte mehr Pässe ins Angriffsdrittel als jeder andere Spieler im Finale (10) und fing häufiger den Ball ab als jeder andere Spieler (dreimal), während nur Ιlkay Gündoğan und Marcelo Brozović mehr erfolgreiche Zweikämpfe bestritten (jeweils 10, Rodri 9). Der hochgewachsene Spanier war auch in der Luft sehr präsent und gewann drei von vier Luftduellen. Und dann war da natürlich noch sein Siegtreffer.

Teamformationen

Man City

Citys Formation in der K.-o.-Phase dieses Wettbewerbs war ein 1-3-2-4-1, in der John Stones (5) aus der Abwehrreihe nach vorne rutschte und zusammen mit Rodri (16) versuchte, das Spiel aufzubauen.

Interessant war am Samstag die Mittelfeldraute mit Rodri im Zentrum, Stones (5) und Kevin De Bruyne (17) auf der rechten bzw. linken Seite und Gündoğan (8) an der Spitze. Das änderte sich mit dem verletzungsbedingten Ausfall von De Bruyne, woraufhin der eingewechselte Foden hinter Erling Haaland (9) agierte und Gündoğan auf die linke Seite rückte.

Inter

Der dreimalige Champion lief in seiner üblichen 1-3-5-2-Formation auf. Wie wir weiter unten ausführen werden, hatten die Innenverteidiger auf der rechten und linken Seite, Matteo Darmian (36) bzw. Bastoni (95), eine wichtige Aufgabe zu erfüllen, nämlich die Spielmacher von City aufzuhalten.

Features

Inters Dreierkette bei gegnerischem Ballbesitz

In the Zone: Inters Dreierkette bei gegnerischem Ballbesitz

Ein wesentliches Merkmal des Endspiels war Inters Risikobereitschaft bei gegnerischem Ballbesitz, was der Schwerpunkt des obigen Videos ist. Gegen Citys bärenstarke Offensive verfolgte die Mannschaft von Simone Inzaghi einen mutigen Ansatz, bei dem die Innenverteidiger hoch attackieren sollten, um Spieler wie Stones, De Bruyne und Gündoğan unter Druck zu setzen.

Im ersten Clip sehen wir, wie Darmian in die City-Hälfte geht, um De Bruyne unter Druck zu setzen, bevor Bastoni Stones das Leben schwer macht. Im Mittelfeld ließ Marcelo Brozović Rodri keine Luft zum Atmen. Der Spielbeobachter erklärte: "Sie hatten Spieler, die klar als Manndecker fungierten, und andere Spieler, die viel unterwegs waren, und das waren die beiden Innenverteidiger."

Inters Manndeckung im Mittelfeld

In the Zone: Inters Manndeckung im Mittelfeld

Wie bereits erwähnt, waren die Innenverteidiger von Inter eng ins Pressing eingebunden, so dass sich das Mittelfeldtrio auf andere Aufgaben konzentrieren konnte – vor allem den Einfluss von Rodri zu begrenzen. "Sie hatten immer einen Mittelfeldspieler, der sich auf Rodri stürzte", sagte der Spielbeobachter. Guardiola gab hinterher zu: "Wir haben nicht damit gerechnet, dass Çalhanoglu auf Rodri losgelassen wird."

City-Flügelflitzer gehen beim Pressing voran

In the Zone: City-Flügelflitzer gehen beim Pressing voran

Das dritte Feature, das von den Technischen Beobachtern der UEFA hervorgehoben wurde, war das Pressing von City. "In der Vergangenheit hat man gesehen, dass City viel presst, aber jetzt bleiben sie in einem hohen Mittelblock und warten auf die richtigen Momente", sagte der Spielbeobachter und wies darauf hin, dass es die beiden Flügelflitzer Jack Grealish und Silva waren, die das Anrennen anführten, wenn City hoch presste.

Fodens Einfluss nach seiner Einwechslung

In the Zone: Fodens Einfluss nach seiner Einwechslung

City musste in der 36. Minute des Endspiels einen Rückschlag hinnehmen, als De Bruyne, der auf dem Weg ins Finale sechs Assists geliefert hatte, wegen einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden musste. Doch sein Ersatz Foden brachte seine eigenen Qualitäten in ein Spiel ein, in dem es nur wenige Räume gab.

"Foden ist anders, Foden ist direkt", sagte der Spielbeobachter und verwies auf die Fähigkeit des Engländers, Gegner auf engstem Raum auszuspielen – was im obigen Video zu sehen ist.

Onanas Passspiel

In the Zone: Onanas Passspiel

"Sie haben den unglaublichen Onana auf der Position eines defensiven Mittelfeldspielers spielen lassen." Das waren Guardiolas Worte auf der Pressekonferenz über den gegnerischen Torhüter, der bei Inters späten Versuchen, den Ausgleich zu erzielen, durch seine hervorragende Ballbehandlung auffiel.

Wie die Technischen Beobachter feststellten, verkörperten in einer Zeit, in der Torhüter immer mehr ins Spielgeschehen einbezogen werden, Onanas Zuspiele diesen Trend an einem Abend, an dem er die Passgenauigkeit eines defensiven Mittelfeldspielers zeigte.

Stimmen

Pep Guardiola, Trainer Man City: "Im ersten Durchgang hatten wir Probleme, den freistehenden Mann im Mittelfeld zu finden. Ich sagte zu Rodri [in der Pause]: 'Entspann dich, du warst mit Abstand der beste Mittelfeldspieler in Europa. Überstürze nichts – lies das Spiel und schau, wo der freie Mitspieler ist.'

"Heute haben wir den Druck gespürt, aber das ist normal… ich weiß, wie schwierig es ist, erstmals zu gewinnen. Man muss stark [im Kopf] sein und akzeptieren, dass man leiden wird.

"Der zweite Durchgang war ein wenig besser, abgesehen von den letzten zehn Minuten, würde ich sagen."

Simone Inzaghi, Trainer Inter: "Wir haben gegen ein sehr starkes Team auf Augenhöhe gespielt. Wir waren in beiden Durchgängen sehr gut. Wir haben sehr wenig zugelassen – ich erinnere mich an eine Chance für Foden, aber sie hatten keine klaren Chancen. Wir hätten es verdient gehabt, in die Verlängerung zu kommen.

"An diesem Abend haben wir nachgewiesen, warum wir im Finale standen. Wir waren aggressiv, organisiert, entschlossen. Wir haben das gezeigt, was wir in einem Finale spielen mussten."

Rodri, Mittelfeldspieler City und Spieler des Spiels: "Am Ende hatten sie Chancen. Wir hatten nicht viele Möglichkeiten. Es war ein sehr taktisches Spiel. Im ersten Durchgang haben wir nicht gut gespielt, haben aber nach der Pause zugelegt."