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Steven Gerrard und Cafu erinnern sich an das Finale der UEFA Champions League 2005 zwischen Liverpool und Milan

Der ehemalige Liverpool-Kapitän und Milans Rechtsverteidiger sprechen über das denkwürdige "Wunder von Istanbul".

Cafu und Steven Gerrard mit der Trophäe
Cafu und Steven Gerrard mit der Trophäe

In diesem Artikel, präsentiert von Turkish Airlines, teilen Milans damaliger Rechtsverteidiger Cafu und Liverpools Ex-Kapitän Steven Gerrard ihre Erinnerungen an das Finale der UEFA Champions League 2005. Die Partie gilt als das dramatischte Endspiel in der Geschichte der Königsklasse.

Highlights vom Endspiel 2005

Milan ging mit 3:0 in die Pause, dann drehten die Reds auf und erzwangen eine Verlängerung. Dort hatte Milan die besseren Chancen, verzweifelte aber an Glanztaten von Reds-Keeper Jerzy Dudek. Im Elfmeterschießen konnte Liverpool mit 3:2 die Oberhand behalten.

Erste Halbzeit: Milan - Liverpool 3:0 (1. Maldini, 39. 44. Crespo)

Paolo Maldini sorgte für den Führungstreffer gegen Liverpool
Paolo Maldini sorgte für den Führungstreffer gegen LiverpoolGetty Images

Steven Gerrard: "Wir haben den schlechtmöglichsten Start erwischt. Unser Matchplan war gleich aus dem Fenster und wir liefen in der ersten Halbzeit nur hinterher. Wir sind mit Milans System und Formation einfach nicht zurecht gekommen."

Cafu: "Ich hatte endlich die Chance, meinen ersten Titel in der Champions League zu gewinnen, aber wir hatten es mit einer tollen Mannschaft von Liverpool zu tun. In der ersten Halbzeit waren wir herausragend, es war eine fehlerfreie Leistung. Wir sind zur Pause in die Kabine gegangen und ich habe noch gedacht: "Na also, jetzt ist meine Zeit für einen Champions-League-Titel gekommen.'"

Gerrard: "Du bereitest dich wochenlang auf dieses Spiel vor und wir haben dann viele Bälle hergeschenkt. Es wirkte so, als wäre der Traum bereits vorbei. Aber als Kapitän einer Mannschaft musst du dich auf deine Körpersprache besinnen und weiter daran glauben."

Nach 90 Minuten: Milan - Liverpool (54. Gerrard, 56. Šmicer, 60. Alonso)

Gerrard: "Wir sind in die Kabine gegangen und es ist ja bekannt, was Rafa [Benítez] zu uns gesagt hat: 'Hört auf die Fans, geht da raus und genießt es.' Er hatte die volle Aufmerksamkeit aller Spieler, war ganz ruhig und hat einiges verändert. Die Einwechslung von Dietmar Hamann war der Schlüssel, denn mit ihm konnten wir aggressiver spielen und sind so zurück gekommen."

Steven Gerrard erzielt per Kopf den Anschlusstreffer zum 1:3
Steven Gerrard erzielt per Kopf den Anschlusstreffer zum 1:3Getty Images

Cafu: "Innerhalb von zehn oder zwölf Minuten haben sie ein Tor erzielt und kurze Zeit später stand es nur noch 2:3. Als sie das zweite Tor gemacht haben, dachten wir nur: 'Hey! Jetzt müssen wir uns zusammen reißen, denn das ist eine gefährliche Mannschaft!' Aber Liverpool hat trotzdem den Ausgleich gemacht."

Gerrard: "Beim ersten Tor war ich deutlich offensiver als sonst. [John Arne] Riise hat die Flanke reingebracht und ich musste mich ganz lang machen. Das hat uns den Glauben zurück gegeben und die Zuschauer standen wieder hinter uns.

Als das zweite Tor fiel, wussten wir, dass wir wieder voll drin sind. Diese Emotionen! Wir dachten ja, es wäre schon vorbei. Die Körpersprache hat sich verändert und wir waren jetzt richtig selbstbewusst.

Wir hatten mehr Ballbesitz, haben weiter auf Angriff gespielt und ich weiß noch, wie Carra [Jamie Carragher] den Ball nach vorne gebracht hat. Ich lief zum Ball, spürte einen Kontakt und bin hingefallen - Elfmeter! Dann hatte es Xabi Alonso in der Hand.

Rafa hat vorher die Elfmeterschützen ausgewählt. Wir hatten volles Vertrauen in Xabi und Carra hat noch versucht, eine Rote Karte zu erwirken, denn wir wurden an einer Torchance gehindert. Ihr Torwart [Dida] hat den Ball fantastisch gehalten, aber der Nachschuss ging rein. Wir dachten nur: 'Jetzt geht es richtig los!'"

Cafu: "Liverpool glich aus, aber wir hatten eine so erfahrene und selbstbewusste Mannschaft, dass wir die Nerven behalten haben. Wir haben geglaubt, dass wir jetzt jede Minute unser viertes Tor machen würden. Möglich war es..."

Final-Highlights 2005: Milan - Liverpool

Verlängerung

Gerrard: "Wir hatten sie da, wo wir sie haben wollten. Dann war es ein wenig wie beim Basketball, es gab ein Hin und Her mit Chancen auf beiden Seiten. Uns ging langsam die Puste aus, wir waren müde und wollten uns ins Elfmeterschießen retten. Milan wurde in der Verlängerung stärker und Jerzy [Dudek] hat [gegen Andriy Shevchenko] eine Weltklasse-Parade hingelegt, es war die beste Parade aller Zeiten. Die Reaktion von Shevchenko sagt alles. Und dann ging es also ins Elfmeterschießen."

Cafu: "Shevchenko hatte eine Last-Minute-Chance, trifft aber die Brust des Torwarts. Da hatte ich irgendwie das Gefühl: 'Wir können Liverpool heute nicht bezwingen.'"

Das Elfmeterschießen

Cafu: "Es geht los, der erste Schütze verschießt, der zweite Schütze verschießt... Ich dachte nur: 'Das kann doch nicht wahr sein!'"

Gerrard: "Man versucht nur, seinen Job mit voller Konzentration zu machen. Ich habe mich mental schon darauf eingestellt, den fünften Elfmeter zu schießen. Zum Glück musste ich das nicht, denn Jerzy konnte ihren fünften Elfer von Shevchenko halten. Wir hatten es geschafft. Wow! Es war der beste Abend meines Lebens."

Cafu: "Wir haben das Endspiel verloren, aber es war natürlich ein unglaubliches Spiel. Liverpool hat sich diesen Sieg verdient. Ich werde nicht rumjaulen oder den Finger auf jemanden zeigen. Wir haben in einem Endspiel der Champions League drei Gegentore kassiert und verdient gegen Liverpool verloren."

Liverpool am Ziel der Träume in Istanbul
Liverpool am Ziel der Träume in IstanbulBob Thomas Sports Photography via Getty Images


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