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Olivier Giroud über das Leben bei AC Milan, und wie er fast bei Inter gelandet wäre

Der französische Nationalstürmer erläutert, was ihn mit 36 Jahren noch antreibt, außerdem spricht er über AC Milans Champions-League-Halbfinale gegen Inter.

Olivier Giroud freut sich über Milans Halbfinal-Einzug in Neapel
Olivier Giroud freut sich über Milans Halbfinal-Einzug in Neapel Getty Images

Es ist eine außergewöhnliche Spielzeit, selbst für Olivier Girouds Verhältnisse. Im März überholte der ehemalige Stürmer von Arsenal sowie Chelsea Thierry Henry und avancierte zu Frankreichs neuem Rekordtorschützen. Im Alter von 36 Jahren führte er zudem den AC Milan mit fünf Toren ins Halbfinale der UEFA Champions League. Hier spricht Giroud über das Älterwerden, seinen Kindheitshelden und darüber, wie er kurz vor einem Wechsel zum Erzrivalen sowie Halbfinal-Gegner Inter stand.

Live-Blog: AC Milan - Inter

Warum er mit 36 Jahren immer noch Weltklasse ist

Es ist mein Ziel, das Beste aus meiner Zeit auf dem Platz zu machen. Dank meines gesunden Lebensstils und der Tatsache, dass ich selten verletzt bin, kann ich auf dem Spielfeld immer noch Leistung bringen. Da ich mich körperlich gut fühle, warum sollte ich also nicht weitermachen? Ich liebe den Fußball und weiß, wie sehr ich ihn vermissen werde, wenn ich meine Schuhe an den Nagel hänge. Fragen Sie Zlatan [Ibrahimović, 41], was er denkt – bei ihm läuft es auch so; er liebt den Fußball und geht an seine Grenzen. Um an der Spitze zu bleiben, obwohl der Körper nachlässt, braucht es Leidenschaft, mentale Stärke, Professionalität und Entschlossenheit.

Giroud in der Champions League

56 Einsätze
23 Tore
8 Assists

Wie er seinen Erfahrungsschatz weitergibt

Ich habe die Rolle des großen Bruders, um meinen jüngeren Teamkollegen zu helfen, ihnen Ratschläge zu geben, wenn sie ihn brauchen, präsent und verfügbar zu sein, die Mannschaft voranzutreiben und positiv zu agieren. Mit den jüngsten Spielern zu sprechen und sie zu ermutigen, ist meiner Meinung nach wichtig. Das ist eine Rolle, die mir Spaß macht. Sie macht mich täglich glücklich.

Highlights: Napoli - Milan 1:1

Über seinen entscheidenden Viertelfinal-Treffer gegen Napoli 

[Nachdem ich den Elfmeter verschossen hatte], wusste ich, dass ich fokussiert bleiben musste, da ich zuversichtlich war, eine weitere große Chance zu bekommen – wie gegen England bei der Weltmeisterschaft, als ich getroffen habe, nachdem ich kurz zuvor eine gute Möglichkeit liegen gelassen hatte. Es ist eine Frage des Durchhaltevermögens, der Beharrlichkeit und des Glaubens daran, dass man immer seine Chance bekommen wird. Für einen Stürmer ist es wichtig, sein Selbstvertrauen zu bewahren, auch wenn man zum Beispiel einen Elfmeter verschießt.

Über das Halbfinale gegen Inter

Das San Siro ist ein besonderer Ort, vor allem in einem Derby gegen Inter. Dazu kommt noch das Renommee der Champions League und die Tatsache, dass garantiert ein Mailänder Team im Finale stehen wird. In der Serie A habe ich in drei Partien gegen Inter drei Tore geschossen und auch ein oder zwei Assists gegeben, die Statistik passt also. Aber ich erinnere mich auch an die [0:3-]Niederlage im Superpokal, wo sie wirklich dominiert haben. Das hat sich in meinem Kopf festgesetzt. Wir müssen uns von unserer besten Seite zeigen.

Giroud: Alle Champions League Tore für Chelsea

Über seinen Wechsel zu Milan (und wie er fast bei Inter gelandet wäre)

Als ich bei Milan unterschrieben habe, war es eine Gelegenheit, eine neue Herausforderung anzugehen. Es war eine Chance, noch mal anzugreifen, denn bei Chelsea hatte ich am Ende nicht mehr viel Spielzeit. Ich hätte schon vorher wechseln und im Wintertransferfenster 2020 bei Inter unterschreiben können. Stattdessen hat Gott gewollt, dass ich mich für diesen Weg entscheide, für Milan. Ich bin sehr glücklich. Wenn man mir gesagt hätte, dass wir im ersten Jahr nach zehn Jahren Wartezeit den Scudetto gewinnen und im zweiten Jahr nach 16 Jahren Abwesenheit wieder ins Halbfinale der Champions League einziehen würden, dann wäre das für mich nicht realistisch gewesen.

Über seinen Kindheitshelden

Ich habe Milan verfolgt, als ich Ende der 90er Jahre ein Teenager war. Vor allem einen Spieler habe ich beim AC Milan geliebt: Andriy Shevchenko. Ich habe immer versucht, ihn im Training zu imitieren – sogar die Art, wie er gerannt ist, seine Eleganz. Er war einer der besten Stürmer, sehr komplett; er konnte mit dem rechten Fuß, dem linken Fuß und dem Kopf abschließen und war ziemlich schnell.

Champions-League-Legende: Andriy Shevchenko