Fakten: Inter - Benfica
Mittwoch, 12. April 2023
Artikel-Zusammenfassung
Frühere Duelle, Formkurve und Statistik vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der UEFA Champions League.
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Zwölf Jahre ist es her, seit Inter zuletzt im Viertelfinale der UEFA Champions League stand. Nach dem Hinspiel stehen die Chancen aufs Weiterkommen – und den ersten Halbfinaleinzug seit 2010 – nun gut, während Gegner Benfica im Rückspiel hoffen muss.
Nicolò Barella (51.) und der eingewechselte Romelu Lukaku (82.). – nach einem Handelfmeter gegen João Mário – trafen in der zweiten Halbzeit, wodurch Inter die Partie in Lissabon deutlich für sich entschied und Benficas Serie ohne Niederlage im Wettbewerb diese Saison beendete.
Inter trifft in dieser Runde zum zweiten Mal in Folge auf einen portugiesischen Gegner: Im Achtelfinale entschied ein spätes Tor im Hinspiel in Mailand von Lukaku das Duell gegen Benficas Ligarivalen Porto. Benfica setzte sich derweil mit zwei Siegen gegen Club Brugge durch und stand vor dem Viertelfinal-Hinspiel bei sechs Siegen und zwei Remis in der UEFA Champions League 2022/23.
Die Portugiesen sind zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale vertreten, haben aber alle fünf Duelle mit Hin- und Rückspiel in dieser Phase der UEFA Champions League verloren. Inter auf der anderen Seite ist seit dem Ausscheiden gegen Schalke in der Saison 2010/11 nicht mehr unter die besten acht Mannschaften Europas gekommen.
Dies ist das einzige Viertelfinale der UEFA Champions League in dieser Saison, in dem kein amtierender nationaler Meister steht.
Der Sieger dieser Partie wird im Halbfinale auf den AC Milan oder Napoli treffen.
Frühere Begegnungen
Inter gewann zum zweiten Mal den Europapokal der Landesmeister gegen Benfica, als die Mannschaft von Helenio Herrera im Finale 1965 im heimischen San Siro dank eines Treffers von Jair in der 43. Minute mit 1:0 gewann.
Das einzige andere Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften fand in der vierten Runde des UEFA-Pokals 2003/04 statt, wobei das Hinspiel in Lissabon torlos endete, bevor Inter in Mailand einen 4:3-Sieg errang. Zwar brachte Nuno Gomes die Gäste in der 36. Minute in Führung, doch Obafemi Martins (45.+1) glich noch vor der Pause aus. Álvaro Recoba sorgte nach einer Stunde für die Führung von Inter, die Christian Vieri (64.) schnell ausbaute. Nuno Gomes' zweites Tor des Abends in der 67. Minute ließ Benfica noch einmal hoffen, doch Martins (70.) stellte den alten Vorsprung von zwei Toren schnell wieder her. Trotz des erneuten Anschlusstreffers von Tiago in der 77. Minute reichte es für die Portugiesen nicht mehr.
Inklusive des Siegs im Hinspiel in Lissabon ist Inter insgesamt gegen Benfica ungeschlagen (3S, 1U); beide bisherigen Partien in Mailand wurden gewonnen.
Hintergrund
Inter
Inters Viertelfinal-Bilanz im Europapokal lautet: 8S 4N.
2010/11: Schalke 3:7 (2:5 H, 1:2 A)
2009/10: CSKA Moskva 2:0 (1:0 H, 1:0 A)
2005/06: Villarreal 2:2 Niederlage nach Auswärtstorregel (2:1 H, 0.1 A)
2004/05: AC Milan 0:5 (0:2 A, 0:3 H)
2002/03: Valencia 2:2 Sieg nach Auswärtstorregel (1:0 H, 1:2 A)
1998/99: Manchester United 1:3 (0:2 A, 1:1 H)
1980/81: Crvena zvezda 2:1 (1:1 H, 1:0 A)
1971/72: Standard Liège 2:2 (1:0 H, 1:2 A)
1966/67: Real Madrid 3:0 (1:0 H, 2:0 A)
1965/66: Ferencváros 5:1 (4:0 H, 1:1 A)
1964/65: Rangers 3:2 (3:1 H, 0:1 A)
1963/64: Partizan 4:1 (2:0 A, 2:1 A)
Inter hat vier der sechs Viertelfinalduelle in der UEFA Champions League verloren.
Die Nerazzurri stehen zum 16. Mal in der Gruppenphase der UEFA Champions League und sind zum fünften Mal in Folge dabei. Das ist die längste Serie seit zehn Teilnahmen in Folge von 2002/03 bis 2011/12.
Simone Inzaghis Mannschaft wurde letzte Saison in Gruppe D hinter Real Madrid Zweiter, nachdem man dreimal in Folge in der Gruppenphase ausgeschieden war. Nach nur einem Zähler aus den ersten beiden Spielen holte Inter schlussendlich zehn Punkte und erreichte seit 2011/12 endlich wieder die K.-o.-Phase.
Inters Saison endete im Achtelfinale trotz eines 1:0-Siegs im Rückspiel in Liverpool, nachdem die Italiener im eignen Stadion mit 0:2 verloren.
Die Gruppe C begann und endete für Inter mit einer 0:2-Niederlage gegen die Bayern, zwischendrin blieb man allerdings ungeschlagen und holte zehn Punkte. Dazu gehörten auch die entscheidenden vier gegen Barcelona (1:0 H, 3:3 A), das Weiterkommen wurde mit einem klaren 4:0-Heimerfolg gegen Viktoria Plzeň am 5. Spieltag besiegelt.
Die Mailänder setzten sich im San Siro mit 1:0 gegen Porto durch, bevor in Portugal ein torloses Unentschieden für den Einzug in die nächste Runde reichte.
Inter wurde 2021/22 in der Serie A Vizemeister mit zwei Punkten hinter dem Stadtrivalen AC Milan.
Der Sieg gegen Porto war erst Inters sechster in den letzten 16 Heimspielen in der UEFA Champions League (5U, 5S), wobei es fünf dieser Erfolge in den letzten sieben Partie gab (2N).
Inter bleib in sechs der letzten acht Spiele in der UEFA Champions League ohne Gegentor. Dazu gehören auch alle drei in der K.-o..Phase bislang.
Das Achtelfinal-Hinspiel gegen Porto war das erste Spiel von Inter gegen einen portugiesischen Verein seit der Gruppenphase der UEFA Champions League 2006/07, als man bei Sporting CP mit 0:1 verlor, zu Hause aber mit dem gleichen Ergebnis gewann.
Mit dem Erfolg gegen Porto dieses Saison liegt die Siegesserie der Nerazzurri in Heimspielen gegen portugiesische Gäste bei sieben Spielen. Ein 0:0 gegen Boavista in der ersten Runde des UEFA-Pokals 1991/92 ist das einzige von elf Heimspielen gegen Klubs aus Portugal, das Inter nicht gewinnen konnte.
Zuhause und auswärts hat Inter nun zwölf von 22 Spielen gegen Vereine aus Portugal gewonnen; sechsmal spielte man Remis.
Vor dem Achtelfinale hatten die Nerazzurri seit dem Sieg gegen Porto im Achtelfinale der UEFA Champions League 2004/05 (1:1 A, 3:1 H) nicht mehr in einem K.-o.-Duell gegen eine portugiesische Mannschaft gespielt. Durch den Sieg gegen Porto in dieser Saison verbesserte sich die Gesamtbilanz der Nerazzurri in Hin- und Rückspielen gegen portugiesische Klubs auf 6S und 2N. Die letzten fünf wurden allesamt gewonnen.
Inter gewann 17 der 18 UEFA-Duelle mit Hin- und Rückspiel, wenn man das Hinspiel auswärts gewann; vier von fünf gewann man nach 2:0-Führung, zuletzt in der Runde der letzten 32 der UEFA Europa League gegen das bulgarische Team Ludogorets (2:1 H). Die einzige Gesamt-Niederlage gab es in der dritten Runde des UEFA-Pokals 1988/89 gegen Bayern München. Damals spielten die Ex-Bayern-Spieler Lothar Matthäus und Andreas Brehme für die Nerazzurri, die das Hinspiel 2:0 in München gewannen, dann aber 1:3 in Mailand unterlagen und aufgrund der Auswärtstorregel ausschieden.
Inters Bilanz aus vier Elfmeterschießen in UEFA-Wettbewerben steht bei 2 Siegen und 2 Niederlagen:
5:4 gegen Celtic, Pokal der europäischen Meistervereine 1971/72, Halbfinale
3:4 gegen Aston Villa, UEFA-Pokal 1994/95, 1. Runde
5:3 gegen Grazer AK, UEFA-Pokal 1996/97, 2. Runde
1:4 gegen Schalke, UEFA-Pokal 1996/97, Finale
Benfica
Benficas Viertelfinal-Bilanz im Europapokal lautet: 8S 10N, wobei alle fünf Duelle in der UEFA Champions League verloren wurden:
2021/22: Liverpool 4:6 (1:3 H, 3:3 A)
2015/16: Bayern München 2:3 (0:1 A, 2:2 H)
2011/12: Chelsea 1:3 (0:1 H, 1:2 A)
2005/06: Barcelona 0:2 (0:0 H, 0:2 A)
1994/95: AC Milan 0:2 (0:2 A, 0:0 H)
1989/90: Dnipro Dnipropetrovsk 4:0 (1:0 H, 3:0 A)
1987/88: Anderlecht 2:1 (2:0 H, 0:1 A)
1983/84: Liverpool 2:1 (0:1 A, 1.4 H)
1977/78: Liverpool 2:6 (1:2 H, 1:4 A)
1975/76: Bayern München 1:5 (0:0 H, 1:5 A)
1971/72: Feyenoord 5:2 (0:1 A, 5:1 H)
1968/69: Ajax 0:3 nach Wiederholungsspiel (3:1 A, 1:3 H, 0:3 N)
1967/68: Vasas 3:0 (0:0 A, 3:0 H)
1965/66: Manchester United 3:8 (2:3 A, 1:5 H)
1964/65: Real Madrid 6:3 (5:1 H, 1:2 A)
1962/63: Dukla Praha 2:1 (2:1 H, 0:0 A)
1961/62: Nürnberg 7:3 (1:3 A, 6:0 H)
1960/61: AGF 7:2 (3:1 H, 4:1 A)
Nur Bayern München (12) hat mehr Viertelfinalniederlagen im Europapokal erlitten als Benfica (10).
Benfica nimmt zum 17. Mal an der UEFA Champions League teil und das 12. Mal in den letzten 13 Spielzeiten, nur 2020/21 scheiterte man in der 3. Qualifikationsrunde an PAOK. Die K.-o.-Runde hat man nun zum siebten Mal erreicht, das zweite Mal nach 2015/16 und 2016/17 schaffte man dies nun zweimal hintereinander.
2021/22 holten die "Adler" in der Gruppenphase acht Punkte und belegten Platz 2 hinter Bayern München, Barcelona wurde nur Dritter. Im Achtelfinale setzte sich Lissabon dann gegen Ajax durch (2:2 H, 1:0 A), ehe man im Viertelfinale an Liverpool scheiterte (1:3 H, 3:3 A).
Benfica – 2021/22 mit 17 Punkten Rückstand auf Meister Porto nur Dritter in Portugal – stand in seiner Geschichte schon sieben Mal in einem Europapokalfinale, gewann aber nur 1961 und 1962 den Landesmeisterpokal. Danach gab es fünf Niederlagen, zuletzt 1990 gegen AC Milan.
Unter ihrem neuen Trainer Roger Schmidt starteten die Portugiesen in dieser Saison in der dritten Qualifikationsrunde der Königsklasse mit zwei Siegen gegen Midtjylland (4:1 H, 3:1 A), dabei gelang Gonçalo Ramos im ersten Spiel ein Dreierpack. Dann setzte man sich mühelos gegen Dynamo Kyiv durch (2:0 A, 3:0 H).
In der Gruppenphase gelangen Benfica vier Siege, nur gegen Paris Saint-Germain gab es zwei 1:1-Unentschieden. Mit einem aufsehenerregenden 6:1-Sieg bei Maccabi Haifa schnappte man am letzten Spieltag PSG sogar noch den Gruppensieg vor der Nase weg. Bei diesem Erfolg in Israel gelangen den Portugiesen in den letzten 31 Minuten fünf Tore.
Im Achtelfinale traf Benfica auf Club Brugge und erreichte mit einem 2:0-Sieg in Belgien und einem 5:1-Heimerfolg zum ersten Mal seit 1968/69 wieder in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten ein Europapokal-Viertelfinale.
Ein 2:5 bei Bayern am 4. Spieltag letzte Saison ist eine von nur zwei Benfica-Niederlagen in den letzten 17 Europapokalspielen außerhalb Lissabons (8S, 7U). Trotz Siegen bei Juventus, Maccabi Haifa und Club Brugge diese Saison konnten die Adler nur vier der letzten 14 Auswärtsspiele in der UEFA Champions League gewinnen (5U, 5N); das andere war letzte Saison gegen Ajax. Das heißt aber auch, dass man vier der letzten sechs gewann und zweimal Remis spielte.
Der ehemalige Inter-Mittelfeldspieler João Mário blieb in Hinspiel torlos, erzielte davor aber in fünf Spielen in der UEFA Champions League in Folge Tore; vier dieser Treffer waren Elfmeter.
Benfica hat in dieser Saison in der UEFA Champions League bereits gegen eine italienische Mannschaft gespielt. In der Gruppenphase trafen die Portugiesen auf Juventus Turin, die man am 2. Spieltag mit 2:1 und am 5. Spieltag in Lissabon mit 4:3 besiegte. João Mário traf in beiden Spielen vom Punkt, David Neres erzielte den Siegtreffer im Auswärtsspiel und Rafa Silva markierte im eigenen Stadion einen Doppelpack.
Vor dem Sieg in Turin hatte es Benfica zuletzt in der Gruppenphase der UEFA Champions League 2016/17 mit einer italienischen Mannschaft zu tun. Gegen Napoli gab es sowohl auswärts (2:4) als auch zu Hause (1:2) eine Niederlage. Die Pleite in Napoli ist eine von fünf in den letzten sieben Auswärtsspielen gegen Teams aus der Serie A (1S, 1U).
Die Adler haben 34 Spiele gegen italienische Vereine bestritten (11S 5U 18N). In Italien, inklusive des Endspiels 1965, lautet die Bilanz: 4S 1U 11N.
Benfica hat seit dem 2:1-Sieg gegen Juventus Turin im Halbfinale der UEFA Europa League 2013/14 (2:1 H, 0:0 A) kein K.-o.-Duell mehr gegen einen italienischen Gegner bestritten. Die Bilanz in Duellen mit Hin- und Rückspiel gegen Mannschaften aus der Serie A lautet: 5S 7N. Dieser Gesamterfolg gegen Juventus war der zweite in Folge nach sieben Niederlagen in Serie.
Neben der Niederlage gegen Inter Mailand im Finale des Landesmeisterpokals 1965 hat Benfica zweimal ein Europapokalendspiel gegen den AC Mailand verloren, 1963 mit 1:2 in London und 1990 mit 0:1 in Wien.
Benfica verlor schon sechsmal in UEFA-Wettbewerben das Hinspiel zuhause und verlor fünf dieser Duelle, inklusive letzte Saison gegen Liverpool. Den einzigen Erfolg gab es in der ersten Runde des UEFA-Pokals 1999/2000 gegen Dinamo Bucureşti (0:1 H, 2:0 A). Es ist das zweite Mal, das man im Hinspiel 0:2 unterlag – das einzige andere Mal war ebenfalls gegen ein italienisches Team. Im Viertelfinale des Pokals der Pokalsieger 1996/97 schied man trotz eines 1:0-Auswärtssiegs im Rückspiel gegen die Fiorentina aus.
Benficas Bilanz aus vier Elfmeterschießen in UEFA-Wettbewerben steht bei 2 Siegen und 2 Niederlagen:
4:1 gegen Torpedo Moskva, Pokal der europäischen Meistervereine 1977/78 , erste Runde
5:6 gegen PSV Eindhoven, Pokal der europäischen Meistervereine 1987/88, Finale
4:1 gegen PAOK, UEFA-Pokal 1999/2000, zweite Runde
2:4 gegen Sevilla, UEFA Europa League 2013/14, Finale
Verschiedenes
Benficas Präsident Rui Costa verbrachte den größten Teil seiner Karriere in Italien, wo er sieben Spielzeiten (1994-2001) für die Fiorentina und fünf Spielzeiten (2001-2006) für den AC Mailand spielte.
Nachdem er mit der Fiorentina zweimal die Coppa Italia gewonnen hatte, war Rui Costa Teil der Mailänder Mannschaft, die in der Saison 2002/03 die UEFA Champions League gewann, indem sie Juventus im Finale besiegte und im selben Jahr auch den UEFA-Superpokal und die Coppa Italia gewann. Er gehörte ebenfalls zum Team, das 2004/05 das Finale der UEFA Champions League erreichte und in Istanbul im Elfmeterschießen gegen Liverpool verlor.
Zu Rui Costas Teamkollegen bei Milan gehörte auch Filippo Inzaghi, der Bruder von Inter-Trainer Simone.
João Mário erzielte zwischen 2016 und 2019 in 69 Pflichtspieleinsätzen für Inter vier Tore.
Gilberto spielte in Italien für die Serie-A-Vereine Fiorentina (2015/16) und Verona (2016 Leihstation) sowie in der Serie B für Latina Calcio (2016/17 Leihstation).
Haben zusammen gespielt:
André Onana & David Neres (Ajax 2017–22)
Teamkollegen in der Nationalmannschaft:
Lautaro Martínez, Joaquín Correa & Nicolás Otamendi (Argentinien)
Robin Gosens & Julian Draxler (Deutschland)
Otamendi und Martínez gehörten beide zum Weltmeisterkader Argentiniens bei der WM 2022.
Otamendi war Teil der argentinischen Mannschaft, die Italien am 1. Juni 2022 im Finalissima im Wembley mit 3:0 besiegte. Nicolò Barella stand 90 Minuten für Italien auf dem Feld.