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In the Zone: Porto - Atlético 1:3 Leistungsanalyse

Die Technischen Beobachter der UEFA analysieren nach jedem Spieltag zwei Partien der UEFA Champions League für unsere User.

Wir schauen auf einen taktischen Kniff von Atlético beim Sieg gegen Porto.
In the Zone: Atlético macht Druck über die Außen

Atlético de Madrid sicherte sich am Dienstag auf dramatische Weise den Einzug ins Achtelfinale der UEFA Champions League und verdrängte Porto durch einen 3:1-Sieg im Estádio do Dragão vom zweiten Platz der Gruppe B.

So lief das Spiel: Porto - Atlético 1:3


Tore

Highlights: Porto - Atlético 1:3
Highlights: Porto - Atlético 1:3

0:1: Antoine Griezmann (56.)
Der Franzose stand nach einer Ecke von Thomas Lemar von der rechten Seite am zweiten Pfosten goldrichtig und brachte die Gäste in Führung.

0:2: Joaquín Correa (90.)
Griezmann schickte bei einem Konter Correa auf die Reise, der in den Strafraum eindrang und vor Diogo Costa cool blieb. Mit einem Schuss in die lange Ecke erzielte er seinen ersten Champions-League-Treffer seit September 2015.

0:3: Rodrigo de Paul (90.+2)
De Paul eroberte sich auf der rechten Seite den Ball gegen Mbemba und sah im Strafraum zunächst den besser positionierten Griezmann. Dessen Schuss wurde geblockt, doch de Paul war mitgelaufen und schob den Ball zum 3:0 ins Netz.

1:3: Sérgio Oliveira (90.+6)
Kurz vor Ende bekam Porto einen Elfmeter zugesprochen, den der eingewechselte Sérgio Oliveira souverän unten links verwandelte.

Bester Spieler: Antoine Griezmann

Griezmann schoss das erste Tor seiner Mannschaft, bereitete das zweite vor und war auch am dritten Treffer beteiligt. Doch das war nicht alles. Nach der Roten Karte für Yannick Carrasco wurde er zunächst auf den linken Flügel beordert und als Simeone Stürmer Mateus Cunha (der den verletzten Luis Suárez ersetzte) durch Verteidiger Renan Lodi ersetzte, übernahm Griezmann in einem 5-3-1 die zentrale Angriffsposition und war von dort aus an den beiden späten Toren Atléticos beteiligt.

Antoine Griezmann feiert seinen Treffer zum 1:0
Antoine Griezmann feiert seinen Treffer zum 1:0AFP via Getty Images

Auffällig

Porto war in der ersten Halbzeit die stärkere Mannschaft, presste früh und ließ Atlético nicht in die Nähe des eigenen Tores kommen. Defensiv hatten die Hausherren den Vorteil, dass Pepe in der Abwehr für Ordnung sorgte und Vitinha und Grujić vor der Abwehr agierten. In der Offensive sorgte Taremi, der sich tief fallen ließ, für ein Übergewicht im Mittelfeld.

In der ersten Halbzeit hatte Pepe das Zentrum im Griff und Atlético wurde nur durch eine Einzelleistung von Carrasco gefährlich, als er sich bis zur Torauslinie durchtankte und den Ball zu Lemar zurücklegte, dessen Schuss von Diogo Costa abgewehrt wurde. In der zweiten Halbzeit sah die Sache anders aus. Simeone beorderte Griezmann und Llorente weiter nach vorne und Atlético entwickelte fortan Gefahr auf beiden Flügeln, wo die Stürmer, unterstützt von den Außenverteidigern, Räume fanden.

Das war nicht die einzige Umstellung von Simeones, die fruchtete. In der ersten Halbzeit war Atlético defensiv gut besetzt, war aber im Mittelfeld unterbesetzt. Nun schoben sie als Team weiter nach vorne, was Porto weniger Raum für den Spielaufbau bot.

Teamformationen

Porto

Porto ging mit einem 4-4-2 in die Partie
Porto ging mit einem 4-4-2 in die Partie

Die Gastgeber traten in ihrem gewohnten 4-4-2 an, bevor sie nach dem Platzverweis des eingewechselten Wendell 20 Minuten vor Schluss auf ein 3-2-3-1 umstellten. Im Aufbau spielte Taremi als Bindeglied zwischen den Linien und Evanilson, der ganz vorne spielte. Taremis Position trug dazu bei, dass Porto in der ersten Halbzeit, als Atlético wenig für das Spiel machte, ein Übergewicht im Mittelfeld hatte.

Das zentrale Mittelfeldduo Portos fiel den Beobachtern der UEFA besonders auf, als Vitinha sich zwischen die Innenverteidiger Pepe und Mbemba fallen ließ, um den Spielaufbau einzuleiten - ein Trick, der den Außenverteidigern der Gastgeber auch die Möglichkeit gab, höher zu stehen. Wenn Porto dann das Spiel vorantrieb, rückte er ins Mittelfeld und wurde zum freien Spieler. Der andere Mittelfeldspieler Marko Grujić bewegte sich zentral zwischen den Angriffs- und Mittelfeldlinien von Atlético und war vor allem in der ersten Halbzeit sehr effektiv, verlor kaum den Ball und sorgte für Sicherheit.

Atlético

Atlético begann mit einem 5-3-2
Atlético begann mit einem 5-3-2

Atlético begann die Partie in einem 5-3-2, wobei Šime Vrsaljko (24) und Geoffrey Kondogbia (4) in der Startelf standen. Bei Ballgewinn wandelte sich die Formation in ein 4-4-2, in dem Außenverteidiger Carrasco auf der linken Seite aufrückte und De Paul (5) dem Belgier den Rücken frei hielt.

Nach der Pause schoben beide Flügelspieler weiter nach vorne und sorgten in der Hälfte von Porto für ordentlich Druck. Mit zehn Mann zeigten die Spieler von Atlético ihre taktische Reife, als sie auf Simeones Umstellungen reagierten und zwischen einem 4-4-1 im Ballbesitz und einem 5-3-1 in der Verteidigung wechselten.

Atléticos Außenverteidiger agierten im zweiten Durchgang deutlich offensiver
Atléticos Außenverteidiger agierten im zweiten Durchgang deutlich offensiver

Die Meinung der Trainer

Sérgio Conceição, Porto
"Dieses Spiel verdeutlicht, was in vielen anderen Gruppenspielen passiert ist. Wir haben mehrere Chancen herausgespielt, aber alle in den entscheidenden Momenten des Spiels vergeben. Und dann sind wir nach einer Ecke in Rückstand geraten. Danach haben wir unser Bestes gegeben, um das Spiel zu drehen, aber der Platzverweis von Wendell war ein schwerer Schlag. In der Nachspielzeit haben wir mehr mit dem Herzen als mit dem Kopf gespielt, das erklärt das Ergebnis."

Diego Simeone, Atlético
"Ich bin stolz auf meine Spieler. Heute haben sie ihren Charakter und ihre Klasse gezeigt, ihre Fähigkeit zu leiden und die Schwierigkeiten zu überwinden, mit denen wir konfrontiert wurden. Von vier Innenverteidigern haben drei gefehlt. Auch Vrsaljko und Kondogbia haben ein großartiges Spiel gemacht. Gemeinsam konnten wir ein sehr intensives Spiel mit einigen großartigen Paraden von Oblak überstehen."