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In the Zone: Salzburg - LOSC 2:1 Leistungsanalyse

Die Technischen Beobachter der UEFA haben am 2. Spieltag den knappen Sieg von Salzburg gegen Lille näher unter die Lupe genommen.

Karim Adeyemi - ein Stern geht auf
Karim Adeyemi - ein Stern geht auf

Salzburg ließ seinem couragierten 1:1 in Sevilla einen 2:1-Erfolg gegen den französischen Meister aus Lille folgen – für die Österreicher war es der erste Sieg in der Gruppenphase gegen ein Team aus Europas Top-5-Ligen.

In Sevilla bekam das Team von Trainer Matthias Jaissle drei Elfmeter zugesprochen und verwandelte einen davon; dieses Mal erhielten sie zwei Strafstöße, die sie auch beide durch Karim Adeyemi nutzen konnten. Auffallend wieder das Tempo im Spiel der Gastgeber sowie das hohe Pressing, das den Franzosen enorm zusetzte.

Tore

Highlights: Salzburg - LOSC 2:1
Highlights: Salzburg - LOSC 2:1

1:0: Karim Adeyemi, Elfmeter (35.)
Kaum ein Team schaltet nach Ballgewinn so schnell auf Offensive um wie Salzburg, so auch vor dem 1:0. Brenden Aaronson schickte Adeyemi auf die Reise und der wurde von Sven Botman im Strafraum zu Fall gebracht. Schon in Sevilla hatte der junge Deutsche alle drei Elfmeter auf ähnliche Art und Weise herausgeholt. Anders als in Spanien verwandelte er aber gleich den ersten Strafstoß zur Führung seines Teams.

2:0: Karim Adeyemi, Elfmeter (53.)
Nach einem Freistoß von Maximilian Wöber touchierte der Ball den Arm von Burak Yılmaz und den fälligen Handelfmeter verwandelte Adeyemi mit einem lockeren Chip in die Mitte des Tores.

2:1: Burak Yılmaz (62.)
Unter gütiger Mithilfe von Salzburgs Keeper Philipp Köhn gelang dem 36-jährigen Türken sein erster Champions-League-Treffer seit 2014.

Bester Spieler

Der 19-jährige Adeyemi ist ohne Zweifel einer der Shootingstars dieser Saison. Gleich in seinem ersten Länderspiel für Deutschland gelang ihm ein Treffer gegen Armenien. In der Champions League holte er an den ersten beiden Spieltagen vier Elfmeter heraus und verwandelte zwei davon, beide Male wurde er zum Spieler des Spiels gewählt. Seine Schnelligkeit und sein Mut, ins 1-gegen-1 zu gehen, suchen im internationalen Fußball ihresgleichen.

Auffallend

Salzburg hatte einen extrem effektiven Plan für seine Konter. In der eigenen Hälfte verteidigte man mit einem tiefen Block, der LOSC im letzten Drittel keinerlei Raum gewährte, entscheidend für diese Taktik war die starke Leistung von Mohamed Camara als Mittelfeld-Dynamo. Zusammen mit Aaronson sorgte er dafür, dass Salzburg im Spielaufbau immer einen frei stehenden Mitspieler fand.

Außerdem war der frühe Druck auf Lille so stark, dass die Franzosen kaum einmal ein geordnetes Aufbauspiel zustande brachten.

Teamformationen

Salzburg spielte in einem 4-3-1-2
Salzburg spielte in einem 4-3-1-2 UEFA

Salzburg startete mit einem 4-3-1-2 und blieb dieser Taktik auch über 90 Minuten treu. Damit wollte Trainer Jaissle das Mittelfeld stärken und dies gelang ihm in beeindruckender Art und Weise. Als der Druck der Franzosen stärker wurde, ließ sich Seiwald (13) etwas fallen, um Camara zu unterstützen.

LOSC startete mit einem 4-4-2, wechselte dann aber in ein 3-5-2
LOSC startete mit einem 4-4-2, wechselte dann aber in ein 3-5-2UEFA

LOSC begann das Spiel mit einem 4-4-2 mit offensiven Außenverteidigern. Beim Stande von 0:2 blieb Trainer Jocelyn Gourvennec seiner Formation treu, brachte allerdings in der 59. Minute gleich drei neue Kräfte, Amadou Onana (24) kam für Xeka (8), Jonathan Ikoné (10) für Angel Gomes (20) und Jonathan Bamba (7) für Timothy Weah (22).

Erst in der 87. Minute stellte Gourvennec auf ein 3-5-2 um und schickte Bamba als zweite Spitze an die Seite von Burak Yılmaz, Ikoné übernahm die Rolle des 10ers, doch all das kam viel zu spät.

Einschätzung der Trainer

Matthias Jaissle, Salzburg: "Man konnte in der Anfangsphase gut die Qualität von Lille erkennen, während das Spiel da noch an uns vorbeigelaufen ist. Aber wir haben uns ins Spiel gekämpft. Wir bleiben jetzt mit beiden Beinen auf dem Boden, für uns hat sich praktisch nichts verändert. Für viele Spieler war das heute ein sehr emotionaler Moment, schließlich haben sie ihren ersten Sieg in der Champions League gefeiert."

Jocelyn Gourvennec, LOSC: "Wir haben in der Pause unser Spiel ein bisschen verändert, wir mussten unsere Frustration überwinden. Wir haben nie aufgegeben und unheimlich gekämpft. Salzburg hat auf seine Konter gesetzt, wir haben zwar Druck gemacht, waren aber nicht gut genug organisiert. Beide Teams hätten noch ein Tor erzielen können."