Glorreiche Rückkehr für Magath
Dienstag, 4. November 2003
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VfB Stuttgart-Trainer Felix Magath kehrt am Dienstag an die Stätte seines größten Triumphes zurück.
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Von Kevin Ashby
Felix Magath hatte im Mai 2003 allen Grund zum Feiern. Am 24. gewann sein VfB Stuttgart mit 2:0 gegen den VfL Wolfsburg und verdrängte damit den BV Borussia Dortmund am letzten Spieltag der Bundesligasaison vom zweiten Tabellenplatz. Einen Tag später jährte sich zum 20. Mal der Tag, an dem er den Hamburger SV mit einem wunderschönen Tor zum ersten und bislang einzigen Gewinn des Pokals der europäischen Meistervereine schoss.
Elf voller Stars
Hamburg war im Endspiel gegen Juventus FC, das viele der größten Stars der damaligen Zeit in seinen Reihen hatte, klarer Außenseiter. Die Bianconeri liefen mit Kapitän Dino Zoff und weiteren FIFA-Weltmeistern von 1982, namentlich Claudio Gentile, Antonio Cabrini, Gaetano Scirea, Marco Tardelli und Paolo Rossi, auf. Dazu kamen der legendäre Roberto Bettega sowie mit Michel Platini und Zbigniew Boniek der jeweils beste Fußballer aus Frankreich beziehungsweise Polen.
Mannschaftliche Geschlossenheit
Hamburg glänzte mehr durch mannschaftliche Geschlossenheit als durch individuelle Klasse, ließ sich im Athener Olympiastadion aber nicht von dem italienischen Starensemble einschüchtern. Magath, ein eleganter Spielmacher, erzielte in der siebten Minute das Tor des Abends. Sein Distanzschuss rauschte an Zoff vorbei ins Netz. Der Sieg war der abschließende Höhepunkt einer unvergleichlichen Erfolgsära der Hamburger, die den Pokal der Pokalsieger, drei Meisterschaften und einen DFB-Pokal gewannen und zudem 1980 im Endspiel des Europapokals und 1982 im UEFA-Pokal-Finale standen.
Legendärer Trainer
Der für Hamburgs Erfolge verantwortliche Mann war Ernst Happel, der legendäre österreichische Trainer, der Feyenoord 1970 zum Gewinn des Europapokals geführt hatte. Magath lernte viel von ihm und nutzt diese Erfahrungen unlängst, um eines der aufregendsten Teams aufzubauen, das Deutschland in den letzten Jahren gesehen hat. Stuttgart gewann am Wochenende mit 4:1 gegen den SC Freiburg und eroberte damit die Tabellenführung in der Bundesliga. Am Dienstag kommt es nun zum Duell mit Panathinaikos - und für Magath damit zur Rückkehr nach Athen.
Positive Erinnerungen
"Natürlich habe ich an Athen positive Erinnerungen", sagte Magath, der auch lange Zeit in der Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland spielte und mit dieser einen UEFA-Europameisterschaftstitel sowie zwei zweite Plätze bei FIFA-Weltmeisterschaften feiern konnte. "Ich habe ein gutes Gefühl, und ich hoffe, dass ich dieses auf die Mannschaft übertragen kann." Magath hat allen Grund, selbstbewusst zu sein. Stuttgart führt die Gruppe E vor Manchester United FC an und bezwang die Engländer am zweiten Spieltag im Gottlieb-Daimler-Stadion mit 2:1.
Professionelle Spielweise
"Es war einer der größten Tage in meinem Leben als Spieler und Trainer", sagte Magath zu diesem Sieg - vielleicht der wichtigste Erfolg seit seinem Dienstbeginn in Stuttgart im Februar 2001. Seitdem hat er aus seinem Kader eine Mannschaft erstellt, die vielleicht den attraktivsten Fußball in Deutschland spielt. Gegenüber uefa.com sagte er: "Die Spieler vertrauen mir, und daher setzen sie meine Anweisungen jederzeit um. Wir haben eine professionelle Spielweise entwickelt, ohne an Kreativität einzubüßen."
"Disziplin und Gelassenheit"
Der 50-jährige Trainer, der nach dem Motto "ohne Fleiß kein Preis" arbeitet, meinte weiter: "Ich habe den Spielern gesagt, dass man sich im Fußball nur wenige Fehler erlauben kann, und es im Mannschaftssport vor allem auf Disziplin und Gelassenheit ankommt, um erfolgreich zu sein." Mit einem Lächeln im Gesicht sagte Magath abschließend: "Ich habe ihnen zudem gesagt, dass es nichts schöneres gibt, als die Meisterschaft oder den Europapokal zu gewinnen." Seine Spieler scheinen ihm zugehört zu haben.