Shakhter Karagandys märchenhafter Aufstieg

UEFA.com nimmt den FC Shakhter Karagandy, den kasachischen Play-off-Rivalen von Celtic FC, genauer unter die Lupe - von einer Tormaschine über einen Helden der Stadt bis hin zu einem überglücklichen Trainer.

Shakhter Karagandy feiert seinen Triumph gegen BATE in der zweiten Qualifikationsrunde
Shakhter Karagandy feiert seinen Triumph gegen BATE in der zweiten Qualifikationsrunde ©Konstantin Pavlenko

Von den 20 Teams, die in den nächsten Wochen um einen Platz in der Gruppenphase der UEFA Champions League kämpfen, ist vor allem der FC Shakhter Karagandy, Gegner von Celtic FC in den Play-offs, ein völlig unbeschriebenes Blatt. UEFA.com zeichnet den Weg der Kasachen von einem Underdog bis hin zu einem Anwärter auf einen Platz in der Königsklasse nach.

Aufstieg nach Unabhängigkeit
Der FC Kairat Almaty ist, historisch gesehen, der stärkste Verein Kasachstans. Shakhter spielte immer eine Nebenrolle zu Sowjet-Zeiten, wo man zumeist in der Drittklassigkeit unterwegs war, doch nach der Unabhängigkeit 1992 sollte sich alles ändern. Der Verein aus Karagandy wurde 1995, 2007 und 2009 Dritter, ehe 2011 die erste Meisterschaft folgte, die in der letzten Saison verteidigt werden konnte.

Wahre Fundgrube
Der ukrainische Meister FC Shakhtar Donetsk, FC Shakhtyor Soligorsk aus Belarus und Shakhter - wenn all diese Teams ähnlich klingen, dann liegt es daran, dass sich der Name vom wichtigsten Industriezweig der jeweiligen Regionen ableitet - dem Bergbau (Shakhter bedeutet übersetzt Bergmänner).

Held von Karagandy
Mit 182 Toren zwischen 1975 und 1983 ist Nikolai Igamberdiev der erfolgreichste Akteur, doch Andrei Finonchenko ist mit 116 Treffern gar nicht so weit entfernt - aber dem 31-Jährigen läuft die Zeit davon. Der in Karagandy geborene Stürmer zählt jedoch jetzt schon zu einem Unsterblichen, der nur für Shakhter gespielt hat und den Verein auf und außerhalb des Platzes führt. "Wie viele Jungs aus Karagandy habe ich davon geträumt, für Shakhter zu spielen", sagte er. "Ich war ein Lehrling, ein Balljunge, und als ich dann in die erste Mannschaft kam, habe ich erkannt, dass ich den Verein wechseln will. Ich hatte Angebote, aber Geld ist nicht das Wichtigste im Leben. Es gab gute und schlechte Zeiten, aber ich danke dem Schicksal, dass ich hier bin."

Bahnbrechende Erfolge
Shakhter ist zwar zweimal hintereinander Meister geworden, doch der Titelhattrick ist eher unwahrscheinlich, da der Rückstand auf Tabellenführer FC Aktobe zu Beginn der Play-offs bereits enorm ist. Da Shakhter jedoch die Play-offs zur UEFA Champions League erreicht hat, sind sie die erste kasachische Mannschaft, die in der Gruppenphase eines UEFA-Wettbewerbs auflaufen wird (sollten sie gegen Celtic ausscheiden, dann spielen sie in der UEFA Europa League weiter). Aktobe, das in den Play-offs zur UEFA Europa League auf den FC Dynamo Kyiv trifft, könnte die zweite Mannschaft werden.

Besondere Zeiten
"Meine Arbeit bei Shakhter ist der Höhepunkt meiner Karriere", sagte Trainer Viktor Kumykov. "Wir sind zweimal Meister geworden und jetzt haben wir uns für die Play-offs zur Champions League qualifiziert. Das sind meine besten Zeiten! Aber ich hoffe darauf, dass wir sogar noch mehr erreichen können. Ich mag Karagandy, eine besondere und vertraute Stadt. Die Leute hier sind freundlich und unterstützen uns sehr."

Ein zweites Zuhause
Diese Fans müssen jedoch einiges auf sich nehmen, wenn sie die Europapokal-Heimspiele ihrer Mannschaft in dieser Saison anschauen wollen, denn das Team bestreitet seine Heimspiele in Astana. Doch angesichts des Hinspiels gegen Celtic am 20. August und dem Rückspiel in Schottland acht Tage später, ist die 434 Kilometer lange Rundreise innerhalb Kasachstans eher ein Kurztrip.

Weitere Inhalte

Oben