Barcelona triumphiert in Berlin

Juventus - Barcelona 1:3
Ivan Rakitić brachte die Katalanen früh in Front, ehe Álvaro Morata der Ausgleich gelang. Dann schlugen Luis Suárez und Neymar zu.

In einem unterhaltsamen Endspiel in Berlin gab es das Happy End für Barcelona. Die Katalanen setzten sich zum fünften Mal die Krone auf.
In einem unterhaltsamen Endspiel in Berlin gab es das Happy End für Barcelona. Die Katalanen setzten sich zum fünften Mal die Krone auf.

Der FC Barcelona hat zum fünften Mal den wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb gewonnen. In einem packenden Endspiel der UEFA Champions League im Berliner Olympiastadion setzte sich die Truppe von Luis Enrique verdient mit 3:1 gegen Juventus durch.

Bei den Italienern, die im 4-4-2-System aufliefen, ersetzte der gerade erst wiedergenesene Andrea Barzagli den an der Wade verletzten etatmäßigen Innenverteidiger Giorgio Chiellini. Barça setzte auf sein bewährtes 4-3-3-System mit den äußerst offensiven Außenverteidigern Daniel Alves und Jordi Alba. Nach verheißungsvollem Auftakt von Juve und kleineren Unsicherheiten in der Hintermannschaft der Katalanen ging Barcelona mit seinem ersten Angriff nach einer fantastischen Kombination in Front.

Lionel Messi setzte in der vierten Minute auf der linken Seite Alba in Szene, der zu Neymar weiterleitete. Der Brasilianer passte in den Strafraum zu Andrés Iniesta, der sofort in die Mitte zu Ivan Rakitić ablegte. Der völlig ungedeckte Kroate fackelte nicht lange und überwand Keeper Gianluigi Buffon mit einem Schuss aus neun Metern – ein Wahnsinnstor, das dafür sorgte, dass sich eine muntere Partie entwickeln sollte, denn jetzt war auch der italienische Meister in der Offensive gefordert.

Nach acht Minuten düpierte Juve-Stürmer Álvaro Morata bei einem Konter den zu Beginn indisponierten Javier Mascherano und legte zurück zu Arturo Vidal, der aus etwa 18 Metern halbrechter Position über den Kasten feuerte. Nur eine Minute später versuchte es Neymar auf der Gegenseite mit einem Distanzschuss, der haarscharf am rechten Winkel vorbeirauschte. In der 16. Minute hatten die Barça-Fans erneut den Torschrei auf den Lippen, doch Buffon entschärfte spektakulär einen Alves-Schuss von der Strafraumgrenze.

Der spanische Meister hatte die Partie zu diesem Zeitpunkt klar im Griff, scheute aber das letzte Risiko, für eine frühzeitige Entscheidung zu sorgen. Juventus tat sich in der Offensive äußerst schwer, es fehlten die zündenden Ideen, um Barcelonas Abwehr auseinanderzuhebeln. Einzig ein Abschluss von Morata in der 24. Minute sorgte für ein wenig Gefahr. Kurz vor der Pause legten die Katalanen noch mal einen Gang zu und kamen durch Luis Suárez zu drei guten Möglichkeiten (39., 40., 44.), die der Uruguayer aber allesamt liegen ließ.

Im zweiten Durchgang setzten erneut die Spanier die ersten Nadelstiche, und wieder war es der emsige, aber glücklose Suárez, der in der 49. Minute nach einem Konter am stark reagierenden Buffon scheiterte, ehe der Stürmer das Leder eine Minute später aus spitzem Winkel in den Berliner Abendhimmel zimmerte. Eine weitere Minute später trat Messi auf den Plan und verfehlte den linken Winkel nach herrlichen Doppelpässen mit Neymar und Suárez nur um wenige Zentimeter.

Barcelona kombinierte und trickste nach Belieben, den Treffer erzielten jedoch die Italiener – aus heiterem Himmel. Claudio Marchisio passte in der 55. Minute mit der Hacke in den Lauf von Stephan Lichtsteiner, der flach in den Strafraum zu Carlos Tévez spielte. Der Argentinier zog vom Elfmeterpunkt ab, Marc-André ter Stegen parierte stark, doch beim Nachschuss des lauernden Morata konnte der junge deutsche Keeper nichts mehr ausrichten.

Von nun an entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, zeigten die Italiener, dass sie auch gut Fußball spielen können. Barça wirkte angeschlagen, schlug jedoch im Stile eines wahren Champions zurück: Messi versuchte es aus 16 Metern halblinker Position, fand aber seinen Meister in Buffon, der das Leder jedoch direkt vor die Füße von Suárez abwehrte, und dieses Mal ließ sich der Uruguayer die Chance nicht entgehen und staubte per Direktschuss zur neuerlichen Führung ab.

Nur drei Minuten später zappelte der Ball erneut im Juve-Netz: Nach Albas Flanke von der linken Seite köpfte sich Neymar das Leder selbst an die Hand, von wo die Kugel ins Tor trudelte. Barça jubelte, doch der türkische Schiedsrichter Cüneyt Çakır verweigerte dem Tor die Anerkennung – eine knifflige Entscheidung. In den Schlussminuten setzten die Italiener alles auf eine Karte und brachten zwei neue Offensivkräfte in die Partie, doch bei der besten Chance – einem tückischen Aufsetzer von Marchisio aus 22 Metern in der 89. Minute – war ter Stegen zur Stelle und drehte das Leder um den Pfosten.

In der siebten Minute der Nachspielzeit folgte die endgültige Entscheidung: Nach einem Konter landete das Leder bei Neymar, der Buffon mit einem Flachschuss aus acht Metern keine Chance ließ. Was dann folgte, war eine katalanische Jubelarie vom Allerfeinsten. Zum zweiten Mal nach 2009 feierte Barcelona das Triple.