Sevillas Ben Yedder genießt den Augenblick
Sonntag, 1. April 2018
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Mit zwei Toren gegen Manchester United war Wissam Ben Yedder Sevillas Matchwinner im Achtelfinale. Jetzt will der Franzose seinen Lauf gegen die Bayern fortsetzen.
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Wenn man vor dem Viertelfinale einen Blick auf die Torschützenliste der UEFA Champions League wirft, kann man ein kleines Gähnen nicht unterdrücken. Dauer-Torschützenkönig Cristiano Ronaldo führt mit zwölf Treffern schon wieder souverän vor … äh … Wissam Ben Yedder. Wie, nie gehört? Wir stellen Ihnen den französischen Shootingstar von Sevilla näher vor, der jetzt zu gerne den FC Bayern aus dem Wettbewerb schießen würde.
"Ich habe sehr hart gearbeitet, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin", erklärt Ben Yedder im Gespräch mit UEFA.com. "Ich habe im Schatten gearbeitet, zuhause, in der Umkleidekabine und im Fitness-Studio. Ich habe immer an mich geglaubt." Zu Recht, wie sie mittlerweile vor allem bei Manchester United wissen. Ben Yedder kam, obwohl mit sechs Treffern bester Torschütze der Andalusier, im Rückspiel in Old Trafford erst in der 72. Minute beim Stande von 0:0 ins Spiel, einen Ballkontakt später schoss er Sevilla in Führung, weitere vier Minuten danach machte er mit seinem zweiten Tor den Sack endgültig zu.
"Klar war ich enttäuscht, als ich hörte, dass ich zunächst auf der Bank sitzen würde", gesteht er ein, "aber dann sagte ich mir, dass ich ruhig und konzentriert bleiben würde, um alles zu geben, sollte ich noch ins Spiel kommen.“
Dies gelang eindrucksvoll und deshalb darf der 27-jährige Spätstarter jetzt im Viertelfinale gegen Mats Hummels und Jérôme Boateng ran, eine der besten Innenverteidigungen der Welt. "Ich habe noch nie gegen einen der beiden gespielt und kenne sie nur vom Fernseher. Aber natürlich weiß ich, was die beiden können und ich freue mich sehr, jetzt gegen sie spielen zu dürfen."
Übertriebene Ehrfurcht vor den Bayern kann man dem Franzosen, der nach seinem Doppelpack in der Königsklasse erstmals in die französische Nationalelf berufen wurde, nicht vorwerfen. "Natürlich haben wir Respekt vor einem Team, das schon mal die Champions League gewonnen hat, aber leichte Lose gibt es im Viertelfinale sowieso nicht und wir haben unsere Grenzen noch nicht erreicht, wir wollen einfach so weitermachen wie zuletzt und weiter gewinnen."
Ob das klappt, dürfte vor allem von Ben Yedder abhängen, der übrigens als bisher einziger Top-Fußballer sowohl in die Futsal- wie auch in die Fußball-Nationalmannschaft seines Landes berufen worden ist. Während ersteres an der Öffentlichkeit vorbeiging, richtete sich der Fokus der Medien nach seinem Doppelpack gegen ManUnited und seiner Nationalmannschaftsberufung auf den nur 1,70 Meter großen Stürmer.
"Das macht mich glücklich, ich spüre, dass sich mehr und mehr Menschen für mich interessieren, aber das ist auch nicht immer einfach", so Ben Yedder. "Ich weiß, dass sich das auch vom einen Tag zum anderen wieder ändern kann. Im Moment sehe ich das aber sehr positiv, man muss den Augenblick genießen."