Im Profil: Sir Alex Ferguson

Sir Alex Ferguson besaß einen Siegeswillen wie wohl kaum ein anderer Trainer. Der Erfolgscoach machte sich zunächst in Schottland einen Namen, ehe er Manchester United an die Spitze führte.

Im Profil: Sir Alex Ferguson
Im Profil: Sir Alex Ferguson ©Getty Images

Der Erfolgsnachweis
• Ferguson holte in der Saison 1982/83 mit Aberdeen den Europapokal der Pokalsieger. Außerdem gewann er mit dem schottischen Klub dreimal die nationale Meisterschaft und viermal den schottischen Pokal.

• Er führte Manchester United 1999 und 2008 zum Titel in der UEFA Champions League und holte mit den Engländern 13-mal die Meisterschaft, fünf FA-Cup-Titel sowie in der Saison 1990/91 den Europapokal der Pokalsieger.

• Ferguson saß von 1986 bis 2013 auf der Trainerbank von Manchester United und weist die Rekordbilanz von 114 Siegen im Europapokal der Landesmeister und in der UEFA Champions League mit den Briten auf.

Persönliche Einschätzungen
"Wenn man bedenkt, dass er vier oder fünf Mannschaften zu solchen Erfolgen geführt hat und seine enormen Leistungen bei Aberdeen - bevor er zu Manchester United kam - mit einbezieht, dann ist das schier unglaublich. Deshalb sollte er als der Beste in die Geschichtsbücher eingehen.
Bryan Robson, früherer Mittelfeldspieler von Manchester United

"Ich erinnere mich, dass er mir in der zweiten Halbzeit eine Chance gab. Ich hatte die Einstellung, dass ich es ihm unbedingt zeigen wollte. Ich spielte eine gute zweite Halbzeit und so wusste Ferguson, wie ich auf seine Temperamentsausbrüche reagieren würde. Das hing mir die nächsten 20 Jahre nach."
Ryan Giggs, früherer Profi von Manchester United

"Jeder, der mit ihm gearbeitet hat, kennt seine Besessenheit, um Fußballspiele und Titel zu gewinnen. Das ist Teil seiner DNA."
Mark Hughes, ehemaliger Stürmer von Manchester United

"Er ist ein unkonventioneller Trainer. Er stellt sich im Training nicht hin und gibt den Spielern selbst viele Anweisungen. Er versteht einfach sehr viel vom Fußball - wie vielleicht kein anderer."
Carlo Ancelotti, früherer Trainer von Juventus, AC Milan, Chelsea, Paris und Real Madrid

"Alex sagte, dass er sich mein Team von Juve in Sachen Technik, Taktik und Siegeswillen als Vorbild genommen hat. Er liebt Rotwein aus der Toskana, also bekommt er jedes Jahr an Weihnachten von mir einige Flaschen Masseto, Sassicaia und Chianti. Er bedankt sich immer mit McClelland's Whisky."
Marcello Lippi, früherer Trainer von Juventus und Italien

Ferguson führte Aberdeen 1983 zum Titel im Europapokal der Pokalsieger
Ferguson führte Aberdeen 1983 zum Titel im Europapokal der Pokalsieger©Bob Thomas/Getty Images

Die Karriere
Ursprünglich war der Mann aus Glasgow gelernter Werkzeugmacher. Ferguson machte sich als Stürmer für Queen's Park, St Johnstone und Dunfermline einen Namen, wo er von 1964-67 in 89 Spielen 66 Tore erzielte. Anschließend spielte er zwei Jahre bei Glasgow Rangers, ehe Ferguson nach den Stationen Falkirk und Ayr seine Karriere als Fußballer beendete. Als Trainer musste der Schotte zunächst kleine Brötchen backen. Er coachte East Stirling sowie Saint Mirren und betrieb sogar für kurze Zeit eine Kneipe, ehe er 1978 als Trainer bei Aberdeen anheuerte.

Die Methode
Fergusons bevorzugtes System war ein britisches 4-4-1-1, doch er war vor allem aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit erfolgreich. Sein Team hatte sich darauf spezialisiert, wenige Chancen zuzulassen und dann selbst unbarmherzig vor dem gegnerischen Tor zuzuschlagen. Der Schotte hatte auch ein gutes Gespür für Talente. So gilt er beispielsweise als Entdecker von Ryan Giggs oder Garry Neville.

Die besten Zitate
"Man kann im Fußball nicht überleben, ohne sich aufzuopfern. Fragen Sie mal die Ehefrau eines Trainers, denn die Coaches haben einen Vollzeitberuf - sie sind bei den Spielen, sie trainieren und sie coachen."

"Ich habe in meinem ganzen Leben niemals auf Unentschieden gespielt."

"Wenn man mir erzählt, wie oft ich mit Teetassen geworfen habe, dann ist da einiges an Geschirr zerbrochen. Es ist zwar total übertrieben, aber ich mag es nicht, wenn mir jemand Widerworte gibt."

"Für einen Spieler - und auch für jeden Menschen - gibt es keine schöneren Worte als "gut gemacht". Das sind die beiden besten Worte, die man sich für den Sport ausgedacht hat. Man braucht keine Superlative."

Manchester United prägte unter Sir Alex Ferguson den englischen Fußball
Manchester United prägte unter Sir Alex Ferguson den englischen Fußball©AFP/Getty Images

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