Morata kann mit Trio gleichziehen

Sollte Álvaro Morata mit Juventus das Finale gewinnen, würde er mit Marcel Desailly, Paulo Sousa und Samuel Eto'o gleichziehen, die diesen Wettbewerb zwei Jahre in Folge mit unterschiedlichen Teams gewinnen konnten.

Kann Álvaro Morata auch in Berlin wieder jubeln?
Kann Álvaro Morata auch in Berlin wieder jubeln? ©Sportsfile

Sollte Álvaro Morato am Samstag mit Juventus das Finale der UEFA Champions League gewinnen, würde er einem elitären Kreis von Spielern angehören, denen es gelungen ist, diesen Wettbewerb in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit unterschiedlichen Mannschaften zu gewinnen.

Vergangene Saison in Lissabon kam Morata in der 79. Spielminute von der Bank, Real Madrid CF lag zu diesem Zeitpunkt mit 0:1 gegen Club Atlético de Madrid zurück. Die Königlichen glichen aus und triumphierten letztendlich mit 4:1 nach Verlängerung, doch für Morata war es das letzte Spiel für Real vor seinem Wechsel nach Italien. In der Folge gewann er mit Juventus das Double und trifft nun in Berlin auf den FC Barcelona. An Juventus´ Erfolg gegen seinen Ex-Klub im Halbfinale hatte Morata entscheidenden Anteil.

Sollte Juve mit dem 22-jährigen spanischen Angreifer in der deutschen Hauptstadt triumphieren, würde Morata in die Fußstapfen von drei anderen Akteuren treten, denen es gelungen ist, ihren persönlich Status als europäischer Champion nach einem Vereinswechsel zu verteidigen. Gerard Piqué stünde auch auf der Liste, jedoch lief er 2008 in Moskau für Manchester United FC nicht auf. Zwölf Monate später besiegte er die Red Devils mit Barcelona in Rom.

Desailly jubelt über sein Tor im Finale 1994
Desailly jubelt über sein Tor im Finale 1994©Getty Images

Marcel Desailly (Olympique de Marseille 1993, AC Milan 1994)
Bis zur Ära der UEFA Champions League gelang es keinem Spieler, den Europapokal in zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit unterschiedlichen Klubs zu gewinnen. Genau genommen passierte es in der zweiten Saison des überarbeiteten Wettbewerbs. 1993 biss sich der AC Milan bei der 0:1-Niederlage gegen Marseille an der französischen Abwehr rund um Desailly die Zähne aus – dieser wechselte zur kommenden Saison nach Mailand. Im darauffolgenden Mai wurde der FC Barcelona in Athen mit 4:0 von Milan demontiert, Desailly selbst erzielte den vierten Treffer.

Paulo Sousa (Juventus 1996, Borussia Dortmund 1997)
Desailly schlug sein zukünftiges Team in einem Finale, bevor er es im nächsten mit seinem neuen Klub wiedergutmachte. Sousa hingegen triumphierte im ersten Endspiel und entthronte seinen alten Verein zwölf Monate später. Im Finale von 1996 stand er die ersten 57 Minuten auf dem Feld, nach einem 1:1 gegen den AFC Ajax gewann Juventus mit 4:2 im Elfmeterschießen. Sousa wechselte danach zum deutschen Meister Borussia Dortmund und traf im Finale von München auf Juve. Beim 3:1-Erfolg der Borussen spielte Sousa trotz einer verletzungsreichen Saison die vollen 90 Minuten.

Samuel Eto'o (FC Barcelona 2009, FC Internazionale Milano 2010)
An der Seite von Piqué ging der Kameruner im Finale von 2009 für den FC Barcelona an den Start und erzielte beim 2:0-Erfolg den ersten Treffer, bereits im Finale von 2006 hatte sich Eto'o beim 2:1 gegen Arsenal FC in die Torschützenliste eingetragen. Unmittelbar danach wechselte Eto'o in einem Tauschgeschäft mit Zlatan Ibrahimović zu Inter. In der Spielzeit 2009/10 traf er gleich viermal auf Barca; zweimal in der Gruppenphase sowie in Hin- und Rückspiel des denkwürdigen Halbfinals. Das Finale gegen den FC Bayern München führte Eto'o abermals in ein ehemaliges Zuhause, das Santiago Bernabéu in Madrid. Durch ein 2:0 sicherte sich Inter den Titel und Eto'o wurde zum ersten Spieler, der das Tripel aus UEFA Champions League, nationaler Meisterschaft und Pokal in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gewann. Nicht einmal Morata kann dieses Kunststück in Berlin schaffen.

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