Austria Wiens Kroatien-Connection

Austria Wien geht mit einem 2:0-Vorsprung ins Play-off-Rückspiel gegen Dinamo Zagreb am Dienstag, großen Anteil am Hinspielsieg hatten die Kroaten in den violetten Reihen - Trainer Nenad Bjelica sowie die Verteidiger Kaja Rogulj und Marin Leovac

Hajduk-Fan Kaja Rogulj zeigte letzte Woche eine starke Leistung
Hajduk-Fan Kaja Rogulj zeigte letzte Woche eine starke Leistung ©Getty Images

Mit Trainer Nenad Bjelica und Kaja Rogulj stehen zwei Kroaten im Dienst von FK Austria Wien. Der Austro-Kroate Marin Leovac erzielte beim 2:0-Hinspielsieg bei GNK Dinamo Zagreb zudem sein erstes Profitor - ausgerechnet gegen seinen Lieblingsklub.

"Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Dinamo die bessere Mannschaft als die Austria ist. Wir werden nach Wien fahren und dort gewinnen. Aber um das zu erreichen, braucht die Mannschaft ein Schockerlebnis", erklärte Dinamo-Präsident Zdravko Mamić auf der Pressekonferenz nach dem Play-off-Hinspiel der UEFA Champions League. Das Schockerlebnis hatte er seinem Team gerade verpasst. Er entließ unmittelbar nach der 0:2-Niederlage gegen die Austria Trainer Krunoslav Jurčić und setzte Damir Krznar und seinen Bruder Zoran Mamić als Interimstrainer von Dinamo ein.

Die kroatische Tageszeitung "Vecernji list" kümmerte sich indes um Austria-Trainer Bjelica und bezeichnete den kroatischen Ex-Nationalspieler als "Gentleman, der den Sieg im Stillen genießt. Dinamo hat bessere und begabtere Fußballer. Aber Dinamo sieht im Gegensatz zur Austria nicht wie eine Mannschaft aus". Bjelicas Austria hatte den kroatischen Serienmeister und Favoriten nicht nur besiegt und über die meiste Zeit dominiert, sondern auch die Tür zur Gruppenphase der UEFA Champions League einen gewaltigen Schritt aufgestoßen. Garanten für den Sieg waren neben Torhüter Heinz Lindner die Torschützen Leovac und Marko Stanković.

Für den 42-jährigen Bjelica und seine Spieler war es ein besonderer Sieg. Sie schlugen nicht nur das in Kroatien polarisierende Dinamo Zagreb, sondern wahrten auch die historische Chance auf die erstmalige Teilnahme der Austria an der Gruppenphase. "Das war ein guter Tag und ein großer Schritt. Aber wir müssen jetzt sehr, sehr bescheiden bleiben", forderte Bjelica. "Mir ist bewusst, dass wir jetzt eine gute Ausgangsposition haben. Aber wir haben noch ein hartes Stück Arbeit vor uns. Die Party beginnt frühestens am Dienstag um 22.35 Uhr."

Bei Torschütze Leovac lagen Freude und auch ein kleines bisschen Leid an diesem Abend nah beieinander. Denn Leovac traf mit seinem ersten Profitor für die Austria ausgerechnet gegen seinen kroatischen Lieblingsklub Dinamo. "Einen besseren Ort und Zeitpunkt dafür hätte ich mir aber nicht aussuchen können. Das war schon ein kleines Fußballmärchen“, sagte der stolze Verteidiger. Leovac war eigentlich nur aufgrund der Sperre von Linksverteidiger Markus Suttner in die Startelf gerutscht und avancierte gemeinsam mit Stanković zum Helden von Zagreb.

Auch für den dritten Kroaten in den violetten Reihen - Kaja Rogulj – war der Abend nicht nur aufgrund des Sieges ein bedeutender. Rogulj, der seit 2011 am Verteilerkreis kickt, konnte mit einer äußerst soliden Defensivleistung ein Zeichen setzen und so seiner persönlichen Vorliebe im kroatischen Fußball Ausdruck verleihen. Denn auch Rogulj hat ein kroatisches Lieblingsteam: HNK Hajduk Split, den Erzrivalen von Dinamo Zagreb. "Ich habe zum ersten Mal in meiner Karriere ein Spiel gegen Dinamo gewonnen. Und das zum bestmöglichen Zeitpunkt", erklärte Rogulj.