Dinamo will gegen Austria den Hattrick

Dinamo Zagreb hofft auf das dritte Erreichen der UEFA-Champions-League-Gruppenphase in Folge, doch Austria Wien steht den Kroaten im Weg.

Nenad Bjelica spielte früher für Kroatien und jetzt gegen Dinamo
Nenad Bjelica spielte früher für Kroatien und jetzt gegen Dinamo ©Bongarts

GNK Dinamo Zagreb will sich zum dritten Mal in Folge für die Gruppenphase der UEFA Champions League qualifizieren, doch dafür muss man sich noch in der Play-off-Runde gegen FK Austria Wien durchsetzen. Das Hinspiel bestreitet der kroatische Meister zuhause.

• Die Vereine standen sich bislang noch nie gegenüber, dennoch werden die Kroaten ihren österreichischen Gegner wohl kaum überraschen können. Grund dafür ist der Trainer der Wiener, Nenad Bjelica, ein ehemaliger kroatischer Nationalspieler. Unabhängig davon geht die Austria als Außenseiter in die Partie, schließlich konnte man sich noch nie für die Gruppenphase des Wettbewerbs qualifizieren.

Hintergrund
• Der kroatische Meister konnte in den letzten Jahren bereits UEFA-Champions-League-Luft schnuppern und setzte sich in diesem Jahr in der zweiten und dritten Runde der Qualifikation gegen CS Fola Esch und den FC Sheriff durch - und das ohne Gegentreffer. Doch auch die Austria hat in diesem Jahr bereits in den Wettbewerb eingegriffen. In der dritten Qualifikationsrunde gab es nach 180 Minuten einen 1:0-Gesamterfolg gegen FH Hafnarfjördur.

• Dinamo konnte in der Qualifikation zur UEFA Champions League inklusive der beiden Erfolge über Fola und Sheriff in diesem Jahr, ganze acht Siege in Serie vor heimischer Kulisse einfahren. In der Gruppenphase lief es allerdings dann nicht mehr ganz so gut, in der letzten Saison holte man nur einen einzigen Punkt zuhause, beim 1:1 gegen den FC Dynamo Kyiv. Im Jahr zuvor verlor das Team noch alle sechs Gruppenspiele in der UEFA Champions League.

• Dinamo hat insgesamt schon viermal die Gruppenphase der UEFA Champions League erreicht, musste sich im Jahr 2009/10 aber mit dem FC Salzburg auch schon einem österreichischen Team in der Qualifikation geschlagen geben. Damals folgte auf ein 1:1 in Salzburg eine 1:2-Niederlage zuhause. Aus der aktuellen Mannschaft stand nur Sammir damals bereits im Kader.

• Die Niederlage gegen Salzburg war die einzige gegen einen österreichischen Gast in insgesamt vier Duellen; die Kroaten konnten daheim zwei Siege einfahren und eine Partie endete unentschieden.

• Die Austria schaffte es 1979 in das Halbfinale des Pokals der europäischen Meistervereine, hat jedoch noch nie die Gruppenphase der UEFA Champions League erreicht. Die Österreicher unterlagen in der dritten Qualifikationsrunde 2006/07 gegen SL Benfica und im Jahr 2003/04 gegen Olympique de Marseille. Zuvor verlor man in der zweiten Qualifikationsrunde gegen Club Brugge KV (1992/93) und gegen den FC Barcelona (1993/94).

• Bei ihrem letzten europäischen Auftritt erreichte die Austria in der Saison 2011/12 die Gruppenphase der UEFA Europa League, wo man als Gruppendritter ausschied.

• Der bislang einzige Vergleich mit einer kroatischen Mannschaft endete im Viertelfinale des Pokals der Pokalsieger 1977/78 mit einem 2:2-Gesamtergebnis gegen HNK Hajduk Split. Die Austria gewann das anschließende Elfmeterschießen, setzte sich im Halbfinale gegen FC Dinamo Moskva durch, verlor aber das Finale gegen den RSC Anderlecht.

Rund um die Teams
• Die Trainer Jurčić und Bjelica standen sich zu Beginn der 90er Jahre als Spieler gegenüber, Jurčić spielte für NK Inter Zaprešić (damals bekannt als NK Inker Zaprešić) und Bjelica für Osijek – beide sicherten sich je einen Sieg. Beide Trainer waren Nationalspieler, aber nicht zur gleichen Zeit. So spielte Jurčić bei der FIFA-WM 1998 für Kroatien und Bjelica bei der UEFA EURO 2004.

• Jurčić lief in den Spielzeiten 1998/99 und 1999/2000 in der Gruppenphase der UEFA Champions League für Dinamo auf.

• Bjelica agierte in einem österreichisch-kroatischen Duell zwischen NK Osijek und SK Rapid Wien in der zweiten Runde des UEFA-Pokals 2000/01. Er erzielte beide Treffer beim 2:1-Heimsieg von Osijek und traf einmal beim 2:0-Sieg in Österreich.

• Austria hat mit Ersatztorhüter Ivan Kardum und Verteidiger Kaja Rogulj zwei Kroaten im Kader. Mit NK Slaven Belupo (2008-11) spielte Rogulj sechsmal gegen Dinamo, kam dabei auf ein Remis und fünf Niederlagen. Kardum spielte von 2006 bis 2011 für Osijek und verlor alle fünf Vergleiche mit Zagreb.

• Mit Bayer 04 Leverkusen feierte Junior Fernándes letztes Jahr zwei klare Siege über SK Rapid Wien in der Gruppenphase der UEFA Europa League. Auswärts siegte Bayer mit 4:0 und zuhause mit 3:0.

• Roman Kienast war im Kader der österreichischen Nationalmannschaft beim 0:1 gegen Kroatien beim Gruppenspiel der UEFA EURO 2008. Josip Šimunić war mit von der Partie, als Kroatien ein Testspiel gegen Österreich im Mai 2010 mit 1:0 gewinnen konnte.

• Zvonko Pamić spielte in der Jugendmannschaft des Grazer AK.

• Austria-Verteidiger Marin Leovac hat sowohl die österreichische, als auch die kroatische Staatsbürgerschaft.