2008/09 FC Barcelona - Manchester United FC 2:0: Bericht

"Man sieht manchmal blöd aus, wenn Barcelona den Ball so laufen lässt" - Ryan Giggs

2008/09 FC Barcelona - Manchester United FC 2:0: Bericht
2008/09 FC Barcelona - Manchester United FC 2:0: Bericht ©UEFA.com

Der FC Barcelona war der erste spanische Klub, dem es gelang, das Triple zu gewinnen. Durch den Finalsieg gegen Titelverteidiger Manchester United FC holte Barça zum dritten Mal den Pokal der europäischen Meistervereine nach Katalonien.

Trotz Barcelonas Heimstärke wurde erwartet, dass United den Pokal, den sie zwölf Monate zuvor im Elfmeterschießen gegen Chelsea FC errungen hatten, verteidigen würde. Ebenso wie in jener regnerischen Nacht in Moskau ein Jahr zuvor, war es wieder ein verregneter Abend in Rom, aber dieses Mal sollten sich die Wetterumstände nicht zu Gunsten von Sir Alex Fergusons Mannschaft auswirken. Manchester wurde von Barça deklassiert und verlor nach Toren von Samuel Eto’o und Lionel Messi und einer herausragenden Leistung von Xavi Hernández.

Dabei sah es zunächst sehr viel versprechend aus für die Engländer: Victor Valdés konnte einen Freistoß von Ronaldo nicht festhalten und Gerard Piqué klärte den Abpraller gerade noch vor Anderson, der schon auf den Nachschuss lauerte. Nach zehn Minuten war Barça kaum aus der eigenen Hälfte herausgekommen, doch als sie zum ersten Mal in den gegnerischen Strafraum eindrangen, trafen sie. Einen Pass von Andrés Iniesta nahm Eto’o mustergültig mit, zog nach innen an Nemanja Vidić vorbei und überwand Edwin van der Sar mit einem Schuss aufs kurze Eck.

United brachte Barcelonas Tor nur in zweierlei Hinsicht ernsthaft in Gefahr: Zunächst durch einen Freistoß von Ryan Giggs, der über das Tor ging, und durch Weitschüsse von Christiano Ronaldo. Doch je verzweifelter der 24-Jährige versuchte, das Spiel zu kippen, desto mehr misslangen auch seine Versuche. Auf der anderen Seite war Messi dem Torerfolg schon viel näher, als sein Schuss aus 25 Metern knapp über die Latte strich.

Barcelona musste auf seine beiden gesperrten Verteidiger Daniel Alves und Eric Abidal verzichten, aber Manchester – das ohne den gesperrten Darren Fletcher antrat – konnte Barças Abwehr nicht einmal ernsthaft prüfen, da sie es einfach nicht schafften, das sich beständig drehende "Passkarussell" der Katalanen im Mittelfeld zu stoppen. Thierry Henry scheiterte zweimal knapp und der brillante Xavi traf mit einem Freistoß nur den Pfosten, ehe Barça seine Führung verdoppelte. Wieder war Xavi der Ausgangspunkt, indem er Messi mit einer perfekt getimten Flanke bediente – und der kleinste Mann auf dem Platz köpfte zum 2:0 ein.

Es war der krönende Moment einer bemerkenswerten Vorstellung von Messi, der im Alter von 22 Jahren mit neun Treffern zum Torschützenkönig der Königsklasse avancierte. Auch für Josep Guardiolawar der Gewinn des größten aller Wettbewerbe als Trainer einer Spitzenmannschaft der bisherige Höhepunkt seiner Laufbahn. "Wir wollten von uns behaupten können, dass wir gespielt haben und keine Feiglinge waren", so der Trainer der Katalanen. "Es gibt nichts gefährlicheres, als keine Risiken einzugehen." Die, die etwas wagten, haben am Ende gewonnen.