Gross hofft auf versöhnlichen Abschluss

Christian Gross, Trainer des FC Basel, hat eingestanden, dass der Lernprozess bei der ersten Teilnahme an der Gruppenphase der UEFA Champions League seit fünf Jahren seine Mannschaft überfordert hat.

Christian Gross, Trainer des FC Basel 1893
Christian Gross, Trainer des FC Basel 1893 ©Getty Images

Christian Gross, Trainer des FC Basel 1893, hat eingestanden, dass der Lernprozess bei der ersten Teilnahme an der Gruppenphase der UEFA Champions League seit fünf Jahren seine Mannschaft überfordert hat. Trotzdem streben die Schweizer gegen Sporting Clube de Portugal einen versöhnlichen Abschluss dieser Europapokalsaison an.

"Lernen noch"
Bei der ersten Teilnahme an der UEFA Champions League seit der Spielzeit 2002/03 holte der Schweizer Meister in den ersten fünf Partien gerade einen einzigen Punkt, selbst mit einem Sieg gegen Lissabon wird Basel die Gruppe C als Letzter abschließen. Gross gesteht unumwunden ein, dass sein Team mit den Top-Klubs der Königsklasse nicht mithalten kann. "Wir haben lange nicht an der Champions League teilgenommen, und das Spiel hat sich verändert", erläutert er. "Es ist jetzt viel schneller und wir müssen noch viel lernen. Mit einem Sieg aufzuhören, wäre fantastisch. Wir werden unser Bestes geben, das schulden wir unseren Fans."

Zanni fraglich
Und die hatten bisher wenig Grund zur Freude. Basel hat beide Heimspiele verloren, darunter auch die 0:5-Pleite gegen den FC Barcelona am dritten Spieltag. Keine andere Mannschaft im Wettbewerb hat weniger Punkte geholt oder Tore erzielt. In einer Statistik ist die Truppe von Gross allerdings Spitze, keine Mannschaft kassierte so viele Gegentore wie Basel, dies soll sich nun gegen Sporting ändern. Doch Innenverteidiger David Abraham hat eine Oberschenkelverletzung und auch hinter dem Einsatz von Rechtsverteidiger Reto Zanni, der Rückenprobleme hat, steht noch ein dickes Fragezeichen.

"Positives Ergebnis"
Beg Ferati wird wohl für Abraham spielen, der 19-jährige Michel Morganella steht Gewehr bei Fuß, sollte Zanni ausfallen. Für ihn wäre es sein Debüt in der UEFA Champions League. Gross hat auch noch nicht erklärt, wer hinter der einzigen Spitze Marco Streller auflaufen soll, vermutlich wird er sich für Marko Perović entscheiden, der beim 3:1-Sieg von Basel gegen den FC Aarau am Wochenende ein Tor erzielt hat. "Ein Remis wäre ein positives Ergebnis", sagte Gross. "Sollte sich uns die Chance auf einen Sieg bieten, werden wir versuchen, sie zu nutzen. Doch dazu müssen wir uns erst mal Chancen herausarbeiten."

Schlechte Bilanz
Sporting hat Basel in diesem Jahr schon dreimal besiegt, zudem steht die Mannschaft schon sicher im Achtelfinale. Dennoch - oder gerade deswegen - warnt Trainer Paulo Bento seine Spieler vor Überheblichkeit. "Für vergangene Resultate können wir uns nichts kaufen", meinte der 39-Jährige, der Sporting im letztjährigen UEFA-Pokal in der Runde der letzten 32 zu einem 5:0-Gesamtsieg gegen Basel geführt hat. Das Hinspiel in Lissabon gewann Sporting am zweiten Spieltag mit 2:0. "Es steht viel auf dem Spiel. Wir wollen die Gruppenphase positiv beenden."

Ohne Liedson
Sportings Europapokal-Rekordtorschütze, Liedson, hat sich das Knie verdreht und wird in Basel ebenso wenig dabei sein wie Derlei, der 2004 mit dem FC Porto schon einmal die UEFA Champions League gewonnen hat. Torhüter-Oldie Tiago kommt für den gesperrten Rui Patrício ins Team, Daniel Carriço rutscht wohl wieder in die Innenverteidigung. "Ich habe großen Respekt vor unserem Gegner, denn sie haben uns schon zuhause ganz schön Probleme bereitet", sagte Bento, dessen Team am Freitag bei CF Estrela da Amadora mit 3:1 gewinnen konnte. "Wir wollen auf jeden Fall besser aussehen, als [bei der 2:5-Niederlage] gegen Barcelona."