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Özil begeistert die Bundesliga

Der erst 19-jährige Mesut Özil von Werder Bremen spielt sich mit eindrucksvollen Leistungen ins Rampenlicht.

Mesut Özil (Werder Bremen) und Inter-Star Adriano im Zweikampf
Mesut Özil (Werder Bremen) und Inter-Star Adriano im Zweikampf ©Getty Images

Sollte man zum jetzigen Zeitpunkt, wo die Saison noch jung ist, einen Spieler benennen, der bisher für das größte Aufsehen gesorgt hat, wäre Mesut Özil sicher ganz vorne mit dabei. Das 19-jährige Talent wurde im Februar diesen Jahres vom FC Schalke 04 an Werder Bremen verkauft - ein gutes Geschäft für die Grün-Weißen.

Differenzen auf Schalke
In manchen Medien galt der Deutsch-Türke als gierig, der Grund: vertragliche Streitigkeiten mit seinem Ex-Club Schalke 04. Es ging ums Geld und es folgten unzufriedene Interviews beider Seiten, die bald bestätigten, dass Özil nicht mehr in Königsblau auflaufen werde. Hannover 96 war sofort interessiert, ebenso der VfB Stuttgart. Am längeren Hebel saß dann aber der Bremer Geschäftsführer Klaus Allofs, der sich "selbst ein Bild über Mesut gemacht" hatte und sich nicht hatte "leiten lassen von dem, was in der Öffentlichkeit kursierte."

Startprobleme
Wie so mancher Allofs-Transfer, stellte sich auch Özil als Glücksgriff heraus. Die kleineren Antrittsschwierigkeiten des offensiven Mittelfeldspielers in der ersten Hälfte des Jahres waren, laut Allofs, auf die "große Konkurrenz" innerhalb der Mannschaft zurückzuführen. "Er war ja kein Spieler, der hier mit breiter Brust angefangen hat", so der Manager über den als introvertiert geltenden Mittelfeldspieler.

Wichtige Tore
Ein halbes Jahr später aber kommt man an dieser Brust kaum mehr vorbei. Spätestens seit dem 5:2-Sieg gegen den favorisierten FC Bayern München vor zwei Wochen ist Mesut Özil nicht nur in der Hansestadt in aller Munde. Eine Woche später wurde er zum entscheidenden Mann beim sensationellen 5:4-Sieg der Bremer gegen die TSG 1899 Hoffenheim, wo er sowohl das 1:0, als auch - beim Spielstand von 4:4 - den Siegtreffer erzielte. Es folgte eine Torvorlage im UEFA-Champions-League-Spiel gegen den FC Internazionale Milano und die Wahl zum "Spieler des Monats".

Gutes Umfeld
Nach dem Hoffenheim-Krimi sagte der gebürtige Gelsenkirchener, ihm gelinge momentan alles, und er wolle sich damit "für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen bedanken." Es ist irgendwie typisch für Werder Bremen: junge Talente erspähen und sie schnell, erfolgreich und gut ausbilden. Der Fall Mesut Özil bestätigt das einmal mehr, was auch Nationalspieler Per Mertesacker so empfindet: "Das zeigt doch nur, wie toll man sich hier entwickeln kann."

Noch in der Entwicklung
Als "ganz jungen Spieler mit großen Fähigkeiten" hätte man ihn an die Weser geholt, so Allofs und zwar nicht nur wegen "seiner Schnelligkeit, seinen starken Standards oder seinen tödlichen Pässen". Sondern auch weil eine der Stärken des 1,80 großen U21-Nationalspieler sei, zu wissen, "dass er noch viel lernen muss." Nach Özils Leistungsexplosion ist sich auch sein Trainer Thomas Schaaf sicher, dass er "an Sicherheit gewonnen hat. Er traut sich, die Aktionen auszuführen, und gewinnt weiter Selbstvertrauen."

Eilts’ Stütze
Dieses Selbstvertrauen sammelt Özil seit einiger Zeit auch bei U21-Trainer Dieter Eilts, wo er nächste Woche gegen Frankreich (10. und 15. Oktober) um die Teilnahme an der UEFA-U21-Europameisterschaft 2009 in Schweden kämpft. Im Herbst 2007 hat er die Ausbürgerung aus der Türkei beantragt und trägt seither nur noch den deutschen Pass. "Ich habe dort ein besseres Gefühl, als bei der türkischen Nationalmannschaft", sagte der 19-Jährige.

Der neue Diego?
Für Werder Bremen wird das Talent aber nicht nur auf nationaler Ebene zum gesetzten Leistungsträger. Auch in der Champions League wird er mehr und mehr zur festen Stütze der ganzen Mannschaft, zuletzt gezeigt gegen José Mourinhos Inter (1:1). Manche wollen deshalb in Özil nun schon den Nachfolger des Bremer Ausnahmespielers Diego sehen, mit dem er auf dem Spielfeld hervorragend harmoniert und der ihm eine "große Zukunft" prophezeit. Und da über den Weggang des Brasilianers schon seit Längerem spekuliert wird, hat Teamkollege Jurica Vranješ bereits eine Lösung parat: "Wenn Diego uns einmal verlässt, dann wird Özil sein Nachfolger." So einfach ist das in Bremen.

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