Drogba schockt Barça
Dienstag, 31. Oktober 2006
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FC Barcelona - Chelsea FC 2:2
Das Ausgleichstor der Engländer von Didier Drogba in der Nachspielzeit könnte für die Katalanen noch böse Konsequenzen haben.
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Das Ausgleichstor von Didier Drogba in der Nachspielzeit verwehrte dem Titelverteidiger FC Barcelona einen eminent wichtigen Sieg in der UEFA Champions League-Gruppe A und könnte noch böse Konsequenzen haben, Chelsea FC steht dagegen mit einem Bein im Achtelfinale.
Barça im Pech
Deco hatte die Gastgeber schon in der dritten Minute in Führung gebracht, Frank Lampard gelang in der 52. Minute der Ausgleich, doch in der 58. Minute schien der Isländer Eidur Gudjohnsen, der im Sommer von Chelsea zu Barça gekommen war, die Katalanen zum Sieg geschossen zu haben. In der dritten Minute der Nachspielzeit war es dann aber Drogba, der eine Kopfballvorlage von John Terry zum 2:2-Ausgleich nutzte und Barcelona aus allen Träumen riss. Werder Bremens 3:0-Sieg bei PFC Levski Sofia bedeutet nun, dass der Champions League-Sieger vor dem Duell mit Levski auf den dritten Platz abgerutscht ist, zwei Punkte hinter Bremen, das nun Chelsea empfängt.
Frühe Führung
Es war das sechste Duell der beiden Top-Klubs in den letzten drei Jahren, dennoch wurden die Gäste schon nach wenigen Sekunden kalt erwischt. In der dritten Minute war es Deco, der beim FC Porto noch unter dem heutigen Chelsea-Trainer José Mourinho gespielt hatte, der seinen Ex-Coach schockte. Der Portugiese zog aus gut 20 Metern ab und der Ball zischte unhaltbar für den Gästetorhüter neben dem linken Torpfosten ins Netz.
Klare Chancen
Doch nur fünf Minuten später hätte Barça schon wieder in Führung gehen können, als Lionel Messi nach einem Doppelpass mit Gianluca Zambrotta den Ball wunderbar in die Mitte legte, doch Ronaldinho schoss aus optimaler Position über das Tor. Chelsea antwortete prompt durch Arjen Robben, der für den verletzten Andriy Shevchenko im Team stand, der Niederländer ließ einen Pass von Michael Essien clever passieren, aber Michael Ballack jagte den Ball aus 20 Metern knapp über das Tor der Spanier.
Tolle Paraden
Das Spiel verlief in einem höllischen Tempo, die Spieler beider Mannschaften schenkten sich nichts und gingen mitunter zu entschlossen in die Zweikämpfe. Es gab viele Gelbe Karten, die den Spielfluss unterbrachen, und auch Lampard erwischte es, der in der nächsten Partie zusehen muss. Chelsea konnte sich bei Torhüter Hilário bedanken, der eine Chance von Mittelfeldspieler Xavi Hernández - dieser war schön von Ronaldinho bedient worden - vereitelte. Aber auch Víctor Valdés konnte sein Können unter Beweis stellen, als er bei den Schüssen von Essien und Robben auf dem Posten war.
Ausgleich durch Lampard
Der Barcelona-Torhüter blieb zweimal gegen Robben Sieger, als Chelsea immer gefährlicher wurde. Aber sieben Minuten nach der Pause war er machtlos, nachdem Claude Makelele mit einem Heber Lampard in Szene setzte, dieser aber den Ball zunächst nicht unter Kontrolle bringen konnte, doch im zweiten Versuch zog er die Kugel, die fast auf der Torauslinie lag, über den Keeper hinein ins Gehäuse - ein Wahnsinnstreffer! Aber die Freude währte nicht lange, denn der bewegliche Ronaldinho spielte Gudjohnsen gefühlvoll mit dem Außenrist an, der aus kurzer Distanz verwandeln konnte und seine Mannschaft erneut in Führung brachte.
Barça in Gefahr
Gudjohnsen musste kurz darauf den Platz wegen einer Sprunggelenksverletzung verlassen, ehe Ballack eine schöne Hereingabe von Salomon Kalou über das Gehäuse setzte. Alles schien nach einer Niederlage von Chelsea auszusehen, aber die Gastgeber hatten die Rechnung ohne Drogba gemacht, der den Ausgleich erzielte und damit dafür sorgte, dass der englische Meister in Bremen nur noch einen Punkt braucht, um eine Runde weiterzukommen. Für Barcelona, das nun zwei Zähler Rückstand auf Bremen hat, wird es allmählich kritisch.