Nervenkrieg im El Madrigal
Dienstag, 7. März 2006
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Vor dem Rückspiel zwischen Villarreal und den Rangers ist noch alles offen, deshalb feilen beide Trainer noch an der taktischen Marschroute.
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Glaubt man den Trainern von Villarreal CF und Rangers CF, wird das Rückspiel zwischen den Spaniern und dem schottischen Meister ein reines Nervenspiel. Doch nur wer seine Nerven im Griff hat, darf auf einen Einzug ins UEFA Champions League-Viertelfinale hoffen.
Angespannte Nerven
Villarreal hat dank des 2:2-Unentschiedens bei Glasgow vor zwei Wochen einen leichten Vorteil, aber Trainer Manuel Pellegrini weiß, dass aufgrund des enormen Drucks bereits kleine Fehler mit dem Ausscheiden bestraft werden können. Um jedes Detail sorgt sich der akribisch arbeitende Chilene, der die Spanier seit seinem Amtsantritt im Jahr 2004 zu einer erfolgreichen Mannschaft umgekrempelt hat. Aber auch Rangers-Trainer Alex McLeish hat den Faktor Nervosität in seiner taktischen Ausrichtung berücksichtigt.
"Riesiges Ereignis"
McLeish: "Wir wissen, dass dies für Villarreal ein riesiges Ereignis ist. Noch nie sind sie in der Champions League so weit gekommen. Vielleicht sind sie deshalb etwas nervös. Einige wissen mit der Situation eventuell nicht richtig umzugehen. Villarreal hat einige hervorragende Spieler, und sie haben bei uns im Ibrox-Park ein gutes Ergebnis erzielt. Aber auch sie kochen nur mit Wasser, und am Ende des Qualifikationsspiels gegen Everton [FC] haben sie Nerven gezeigt. Hoffentlich können meine Spieler anhand unserer taktischen Ausrichtung herausfinden, ob dies erneut der Fall sein wird."
"Großartige Möglichkeit"
Jene taktische Ausrichtung beinhaltet zwei wichtige Faktoren. Vor allem wird es wichtig sein, Villarreals Spielmacher Juan Román Riquelme auszuschalten. Dann kommt es auf eine gute Abwehrleistung an, und schon könnten die Rangers mit einem einzigen Auswärtstor in die nächste Runde einziehen. Aber Villarreals Trainer Pellegrini will dies natürlich verhindern: "Vor solch einer wichtigen Partie denkt man über alles nach. Jeder Teil der Vorbereitungen wird nochmals durchleuchtet und überdacht. Wir haben die großartige Möglichkeit, ins Viertelfinale einzuziehen. Wir sollten nicht ins offene Messer laufen, denn wir haben bereits zwei Auswärtstore erzielt."
"Weniger Fehler"
"Die Rangers werden versuchen, ein Tor zu erzielen und ihre Führung zu verteidigen. Für uns liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, in vielen Aspekten besser als sie zu sein. Wir können uns nicht so viele Fehler wie im Hinspiel erlauben." Weder Pellegrini noch sein Kapitän Quique Álvarez konnten beim Hinspiel besondere Stärken der Rangers ausmachen, trotzdem sind die Schotten nicht zu unterschätzen. Bei den Spaniern ist man auf jeden Fall zuversichtlich.
Viel Arbeit
"Die Ergebnisse haben gezeigt, dass uns britische Mannschaften liegen. Gegen Middlesbrough [FC], Everton [FC] und Manchester United [FC] haben wir uns gut verkauft. Es ist manchmal etwas schwierig, gegen Briten zu verteidigen, aber wir können damit ganz gut umgehen", erklärt Pellegrini weiter. Álvaraz fügt hinzu: "Mir macht es nichts aus, den ganzen Abend in der Abwehr beschäftigt zu sein, solange wir ein Gegentor verhindern können. Sie sind aber sehr gefährlich bei Flanken und Abprallern, da müssen wir besonders aufpassen."
Pršo gesperrt
Mit Ausnahme des verletzten Juan Pablo Sorín stehen bei Villarreal alle Leistungsträger zur Verfügung. Obwohl der argentinische Neuzugang Guillermo Franco am Wochenende gegen Álaves CF eine überragende Partie ablieferte, werden wohl José María Romero und Diego Forlán erneut das Sturmduo bilden. Rangers-Trainer McLeish muss derweil auf den gesperrten Dado Pršo verzichten, dafür dürfte Thomas Buffel in die Startelf rücken.