Rooneys Rückkehr ins da Luz
Montag, 5. Dezember 2005
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Bei der Partie seines Manchester United FC bei SL Benfica kehrt Wayne Rooney ins Estádio da Luz zurück.
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Der letzte Auftritt von Wayne Rooney im Estádio da Luz endete mit einer schmerzhaften Enttäuschung. Im Viertelfinale der UEFA EURO 2004™ gegen Portugal musste Rooney nach 27 Minuten mit einem Mittelfußbruch ausgewechselt werden. Damit verlor England seinen gefährlichsten Angreifer und am Ende auch das Spiel.
Enormer Druck
Nachdem Rooney und sein Manchester United FC am letzten Spieltag zu Hause gegen Villarreal CF nicht gewinnen konnten, geht es bei seiner Rückkehr nach Lissabon erneut um sehr viel - um den Einzug ins UEFA Champions League-Achtelfinale. ManU blieb in den bisherigen fünf Begegnungen vier Mal ohne Torerfolg und steht deshalb jetzt enorm unter Druck. Die Truppe von Sir Alex Ferguson, die seit 1996/97 immer in der K.o.-Runde dieses Wettbewerbs vertreten war, muss gegen Benfica unbedingt gewinnen, um es in die nächste Runde zu schaffen.
Herausragender Akteur
In der Saison 1965/66 siegte ManU im Europapokal-Viertelfinale bei Benfica mit 5:1. Nach dieser Partie wurde der kürzlich verstorbene George Best als "El Beatle" bezeichnet. Sollte es nun einen weiteren großen Sieg geben, wird Rooney - ein Spieler mit dem Potential, in die Fußstapfen von Best zu treten - sicherlich großen Anteil daran haben. Der 20-Jährige war bei der dürftigen Vorstellung von ManU am fünften Spieltag im Old Trafford der herausragende Akteur.
Forderung nach Keane
Zu Beginn der Partie und nach dem Schlusspfiff haben die Fans zwar den Namen des entlassenen Roy Keane gesungen, doch während der 90 Minuten gegen Villarreal haben sie vor allem Rooney unterstützt. Er hat die Fähigkeit, aus dem Nichts doch noch etwas Gefährliches zu machen. Fast jeder Angriff von United lief über ihn. Der Daily Telegraph schrieb über ihn: "Er war der Star unter lauter besseren Statisten."
Besorgniserregende Statistik
Sir Alex meinte nach dem Spiel, seiner Mannschaft habe "nur wenig zum Erfolg gefehlt". Doch sein Argument, dass in der zweiten Hälfte in der Offensive "das eigentliche Manchester United zu sehen war", wird von einigen Besorgnis erregenden Statistiken widerlegt. Wenn man die Qualifikationsspiele außen vor lässt, hat ManU in sieben der letzten acht Europapokal-Partien nicht mehr getroffen. Die letzten beiden Heimspiele endeten mit einem torlosen Remis - zuvor gab es dieses Ergebnis in den sechs Jahren seit dem Champions League-Sieg in 34 Begegnungen nur zwei Mal.
Übergangsphase
United hat in der Gruppenphase sonst immer nach Belieben getroffen. In der letzten Saison erzielten sie zwölf Tore, das Jahr zuvor sogar 13. In diesem Jahr waren es erst magere zwei Treffer. Sir Alex gab schon vor der Begegnung mit Villarreal zu bedenken, dass die Mannschaft, mit der er die Champions League gewonnen hat, "nicht ewig bestehen kann". Es scheint beinahe unmöglich zu sein, einen Nachfolger für Keane zu finden - doch ebenso schwer wird es, offensive Mittelfeldspieler in der Kategorie von Ryan Giggs, David Beckham und Paul Scholes zu bekommen.
Tore aus dem Mittelfeld
Beim Titelgewinnen 1999 erzielte dieses Trio insgesamt 13 Treffer - kein Vergleich zur Mittelfeld-Darbietung gegen Villarreal. Der mittlerweile 31-jährige Scholes hat in den letzten drei Jahren nur einmal in der UEFA Champions League getroffen. Darren Fletcher, Cristiano Ronaldo, und Alan Smith warten in diesem Wettbewerb immer noch auf ihr erstes Tor für United.
Rooneys Rückkehr
Damit sind wir wieder bei Rooney. Ruud van Nistelrooijs Trefferquote in der UEFA Champions League kann sich sehen lassen, doch sein junger Sturmpartner hat seit seinem Dreierpack bei seinem Debüt im letzten Jahr gegen Fenerbahçe SK nicht mehr getroffen. Es könnte keinen besseren Zeitpunkt geben, als diese Torflaute am Dienstag in Lissabon zu beenden. Ansonsten könnte im Estádio da Luz ein weiterer von Rooneys großen Träumen platzen.