Bayern und Brügge im Gleichschritt
Samstag, 24. September 2005
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Gruppe A: Die Rekordserie des FC Bayern ist am Samstag zu Ende gegangen. Doch auch der nächste Champions League-Gegner kassierte eine Niederlage.
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Die Rekordserie des FC Bayern München von 15 Bundesliga-Siegen in Folge ist am Samstag zu Ende gegangen. Damit ist die Mannschaft von Trainer Felix Magath aber nicht die einzige aus Gruppe A der UEFA Champions League, die nicht gewinnen konnte. Denn auch Club Brugge KV musste eine Niederlage hinnehmen. Der italienische Meister Juventus FC setzte dagegen seine Siegesserie zum Start der Serie A-Saison fort, und SK Rapid Wien siegte ebenfalls. uefa.com fasst die Spiele der vier Teams in ihren heimischen Ligen zusammen.
Hamburger SV - FC Bayern München 2:0
Nach dem schwer erkämpften 1:0-Sieg über Eintracht Frankfurt am Mittwoch durch das späte Tor von José Paolo Guerrero verlor Bayern mit 0:2 in Hamburg und musste damit das Ende der Rekordserie von 15 Siegen in der Bundesliga nacheinander hinnehmen. Rafael van der Vaart sowie Piotr Trochowski trafen zu Beginn beider Halbzeiten und sorgten dafür, dass der UEFA-Pokal-Teilnehmer bis auf einen Punkt an den Spitzenreiter aus München herankam.
Die Bayern verloren, obwohl Superstar Michael Ballack nach einer Knieverletzung wieder in die Mannschaft zurückkehrte. Doch ihr Trainer Magath war nicht allzu enttäuscht über die Niederlage. "Hamburg ist früh in Führung gegangen und hat uns damit das Leben natürlich sehr schwer gemacht. Sie gewannen immer mehr an Selbstvertrauen", sagte er. "Man muss auch sagen, dass die ersten 45 Minuten hier die schwächste Halbzeit war, die ich bisher in dieser Saison von meinem Team gesehen habe. Aber 15 Siege hintereinander sind natürlich eine fantastische Leistung."
Diese Erfolge konnten die Bayern trotz des Fehlens einiger Schlüsselspieler feiern. Philipp Lahm (Kreuzbandriss), Andreas Ottl und Andreas Görlitz (beide Knöchel) fehlen immer noch mittel- beziehungsweise langfristig wegen Verletzungen. Roque Santa Cruz und Owen Hargreaves konnten in Hamburg wegen einer Oberschenkel- beziehungsweise Leistenverletzung nicht spielen. Beide sind aber wieder im Training.
Club Brugge KV - KSC Lokeren OV 0:1
Brügges Trainer Jan Ceulemans veränderte sein Team nach der 0:2-Niederlage gegen R. Standard de Liège gleich auf fünf Positionen. Doch diese Maßnahme ging nach hinten los. Denn es setzte die erste Heimniederlage seit März 2003. Auch Torwart Tomislav Butina gehörte zu diesem Quintett. Doch auch er war beim 0:1 in der 30. Minute durch Rúnar Kristinsson machtlos, als der in den Strafraum eindrang und mit einem strammen Linksschuss erfolgreich war.
Das neue Sturmduo Boško Balaban und Javier Portillo konnte nicht für Gefahr sorgen und es kam noch dicker für Coach Ceulemans. Denn Abwehrspieler Günther Vanaudenaerde musste nach 20 Minuten ausgewechselt werden. Dessen Ersatz Jonathan Blondel verletzte später seinen Mitspieler Marek Spilár bei einem unglücklichen Zusammenprall. Spilár musste vom Platz getragen werden.
Wie schwer die Blessuren sind, konnte noch nicht festgestellt werden. Doch die Namen der beiden Spieler werden wohl längerfristig die ohnehin schon lange Verletztenliste füllen. Rune Lange (Wade), Manasseh Ishiaku (Oberschenkel), Joos Valgaeren, Michael Klukowski, Philippe Clement sowie Ivan Gvozdenović (alle Knie), und Sergiy Serebrennikov sowie Sebastian Hermans (beide Knöchel) sind bereits verletzt.
Brügges Sportdirektor Marc Degryse sagte: "Wir werden die vielen Verletzten nicht als Entschuldigung nutzen, weil auch die Ersatzspieler gut genug sein sollten. Die Niederlage ist besonders schmerzhaft. Denn wir haben ja so lange nicht mehr zu Hause verloren. Es läuft zu Zeit wirklich alles schief, was schief gehen kann. Doch wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken und müssen weiter kämpfen. Wir waren oft im Ballbesitz, konnten aber keine Chancen herausarbeiten. So lief es auch in der bisherigen Saison für uns."
Parma FC - Juventus FC 1:2
Juventus holte einen Rückstand auf und gewann bei Parma FC noch mit 2:1. Damit haben sie den blendenden Liga-Start auf fünf Siege in Folge ausgebaut. Die Gastgeber gingen durch Marco Delvecchio früh in Führung und kontrollierten die meiste Zeit der ersten Hälfte. Doch kurz vor dem Pausenpfiff ließ Mauro Camoranesi Parmas Torhüter Cristiano Lupatelli mit einem harten Fernschuss keine Chance.
Ohne die langzeitverletzten Gianluigi Buffon und Alessandro Birindelli sowie den an einer Oberschenkelblessur leidenden Jonathan Zebina entschied sich Juventus-Trainer Fabio Capello für eine Rotation in der Aufstellung. Adrian Mutu ersetzte Pavel Nedvěd auf der linken Seite, und Marcelo Zalayeta bildete mit David Trezeguet das Sturmduo. Juventus, das am vergangenen Mittwoch mit 1:0 beim Champions League-Teilnehmer Udinese Calcio gewonnen hatte, wurde erst in der zweiten Halbzeit nach den Einwechslungen von Brasiliens Mittelfeldspieler Emerson und Zlatan Ibrahimovic besser. Acht Minuten vor dem Ende erzielte Patrick Vieira per Kopf den Siegtreffer. Es war bereits sein dritter Treffer im fünften Spiel. Die Gäste führen die Tabelle der Serie A nun schon mit fünf Punkten Vorsprung an.
"Parma spielte in der ersten Halbzeit sehr aggressiv", sagte Capello nach dem Spiel. "Ich wusste aber, dass sie die Schnelligkeit nie die ganze Partie über halten könnten. Nach der Pause agierten wir sehr gut. Ich habe mich für die richtigen Spieler entschieden und freue mich über das Ergebnis. Wir waren in der ersten Halbzeit zu langsam, verbesserten danach aber vor allem unser Passspiel."
SK Rapid Wien - FC Wacker Tirol 2:0
Rapid bleibt nach einem 2:0-Heimerfolg gegen Wacker im Titelrennen der österreichischen Bundesliga. Es war der erste Sieg seit dem 6. August. Vor mehr als 10.000 Zuschauern in Wien hatte es die Mannschaft von Trainer Josef Hickersberger zunächst schwer, die entschlossenen Gäste zu kontrollieren. Doch nach 13 Minuten in der zweiten Halbzeit schoss der slowakische Nationalspieler Peter Hlinka Rapid in Führung. 19 Minuten vor Schluss sicherte der eingewechselte Muhammet Akagündüz den Wienern einen sehr wichtigen Sieg, der sie wieder bis auf drei Punkte an Tabellenführer FK Austria Wien heranbringt.
Kapitän Steffen Hofmann und Petar Hlinka kamen nach überstandenen Verletzungen zurück ins Team, und Hofmann machte dabei einen besonders guten Eindruck. Rapid kam noch am Dienstag beim SK Sturm Graz nicht über ein 2:2 hinaus. Doch diesmal konnten die Rapidler einen klaren Sieg feiern, der noch deutlicher ausgefallen wäre, wenn Andreas Ivanschitz, Sebastian Martinez und Akagündüz ihre Chancen genutzt hätten.
"Ich bin mit dem Spiel meiner Mannschaft zufrieden, besonders mit unserem Angriff", sagte Rapid-Trainer Hickersberger. "In der ersten Halbzeit hatte Wacker allerdings zu viele Chancen. Wenn wir so gegen Juventus spielen, bekommen wir mindestens fünf Gegentore. Wacker stand gut in der Verteidigung. Doch in der zweiten Halbzeit dominierten wir das Spiel und hätten noch mehr Tore erzielen können."