Erwarteter Sieg für Juve
Mittwoch, 14. September 2005
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Club Brugge KV - Juventus FC 1:2
Brügges überragender Torhüter ließ sich nur von Pavel Nedvěd und David Trezeguet bezwingen.
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Der italienische Meister Juventus FC startete mit einem souveränen 2:1-Sieg bei Club Brugge KV in die UEFA Champions League-Gruppe A.
Packende zweite Hälfte
Die Gäste erspielten sich zahlreiche gute Chancen und hätten deutlich höher gewinnen müssen, aber nach dem Freistoßtor von Pavel Nedvěd und dem Heber von David Trezeguet brachte Juve sich selbst noch in Schwierigkeiten. Doch Fabio Capellos Mannschaft überstand auch die turbulente Schlussphase nach dem späten Anschlusstreffer von Jeanvion Yulu-Matondo und dem Platzverweis von Patrick Vieira schadlos.
Drei Wechsel
Die Gastgeber kamen mit einer - gegenüber dem letzten Wochenende - auf drei Positionen veränderten Elf auf den Rasen. Joos Valgaeren, Jeanvion Yulu-Matondo und Günther Vanaudenaerde wurden von Trainer Jan Ceulemans, der auf ein 3-4-3-System setzte, neu gebracht. Juventus, bei dem Manuele Blasi für den verletzten Gianluca Pessotto in der Innenverteidigung auflief, berannte von Beginn an das Tor der Belgier.
Starker Stijnen
Die "Alte Dame" zauberte nach Herzenslust, Nedvěd zielte zunächst um Zentimeter am Tor von Stijn Stijnen vorbei, kurz darauf zeigte Brügges Torhüter gegen den tschechischen Regisseur einen fantastischen Reflex. Bei seinem Champions League-Debüt avancierte Stijnen mit großartigen Paraden im Minutentakt zum überragenden Mann auf dem Platz. Auch Trezeguet fand in ihm gleich mehrfach seinen Meister. Bei einem Schuss von Juve-Neuzugang Vieira rettete dann ein Verteidiger für seinen geschlagenen Torwart auf der Linie. Club Brugge konzentrierte seine Offensivbemühungen zunächst ausschließlich auf Standartsituationen. Olivier De Cock köpfte bei der ersten nennenswerten Möglichkeit der Belgier nach einer Ecke aber weit vorbei.
Chance für Portillo
Danach wurde der belgische Meister etwas stärker und verzeichnete in der 31. Minute die nächste gute Möglichkeit. Nachdem Juves Keeper Christian Abbiati an einer Ecke vorbei gesegelt war, wäre Club Brugge um ein Haar völlig unverdient in Führung gegangen. Neuzugang Javier Portillo brachte den Ball am langen Pfosten aber nicht unter Kontrolle und die Juve-Abwehr konnte noch einmal klären. Dann war wieder Trezeguet an der Reihe, doch seine schöne Direktabnahme nach einer Flanke von Blasi klatschte vom Pfosten zurück ins Feld. Zwei weitere Großtaten von Stijnen später ging es torlos in die Pause.
Nedvěds Geniestreich
Zu Beginn der zweiten Hälfte machten sich die belgischen Fans im Jan Breydelstadion erstmals lautstark bemerkbar, denn Brügge wurde von Minute zu Minute stärker. Zunächst verzog aber Sven Vermant einen Flachschuss deutlich. Dann änderte Ceulemanns seine Taktik und setzte auf ein 3-6-1, dabei übernahmen der für Portillo eingewechselte Jonathan Blondel und Yulu-Matondo eher Defensivaufgaben. Doch gerade als die Belgier ins Spiel zu kommen schienen, bewies Nedvěd mit einem Freistoß seine ganze Klasse. Ibrahimovic war in der 66. Minute von Joos Valgaeren außerhalb des Strafraums gefoult worden und der ehemalige tschechische Nationalspieler zirkelte den Ball flach an der Mauer vorbei ins Torwarteck, das Stijnen gerade frei gemacht hatte.
Herrlicher Heber
Kurz darauf konnte der Torhüter aber erneut sein Können unter Beweis stellen, als er per Fußabwehr ein Tor von Zlatan Ibrahimovic verhinderte. Machtlos war Stijnen dann aber in der 75. Minute, als Trezeguet nach herrlicher Vorarbeit von Mauro Camoranesi den Ball aus vollem Lauf über den Keeper ins Netz hob. Ibrahimovic, der reihenweise beste Chancen vergab, prüfte dann noch einmal Stijnen, der diese Prüfung aber bestand.
Späte Hoffnung
Fünf Minuten vor dem Ende drohte das Spiel dann zu kippen, als Blondel den Ball nach einer abgewehrten Ecke in die Mitte brachte und Yulu-Matondo mit dem Kopf den zu weit vor seinem Tor stehenden Abbiati schlecht aussehen ließ. Eine Minute später musste Vieira mit Gelb-Rot vom Platz, doch Juve brachte den dünnen Vorsprung über die Zeit und sicherte sich hoch verdient drei Punkte.