Entlassung von By Rise schockt Rosenborg
Donnerstag, 28. Oktober 2004
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Die baldige Entlassung von Trainer Ola By Rise hat bei Rosenborg BK für Unruhe gesorgt.
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By Stewart Clark
Die 1:2-Heimniederlage gegen den PSV Eindhoven war ein schwerer Schlag für Rosenborg BK. Doch die Entscheidung, Trainer Ola By Rise zu entlassen, war wohl noch schmerzhafter für den norwegischen Meister.
Skandal in Norwegen
Am Tag nach der Niederlage gab der Klub aus Trondheim bekannt, dass By Rise, der früher im Tor von Rosenborg gestanden und 26 Jahre lang für den Klub gearbeitet hatte, im Dezember seinen Posten räumen werde. Diese Meldung schlug in Norwegen ein wie eine Bombe.
Schmerzhafte Entscheidung
Wie erwartet stand Manager Rune Bratseth im Kreuzfeuer der Kritik. "Ola war und ist ein persönlicher Freund von mir", sagte er, nachdem er die Entscheidung bekannt gegeben hatte, dass die Zusammenarbeit mit By Rise ein Jahr vor Vertragsende beendet werde. Die laufende Saison ist die erste von By Rise als verantwortlicher Trainer. "Leider musste ich tun, was für den Klub am besten war", so Bratseth weiter.
Gefahr durch Vålerenga
Die letzten Spiele verliefen für den Klub enttäuschend. Rosenborg wartet immer noch auf den ersten Saisonsieg in der Gruppenphase der Champions League. In der heimischen Tippeligaen steht nur noch ein Spiel aus. Dort besteht die Gefahr, dass der 13. norwegische Titelgewinn in Folge verspielt wird und Vålerenga IF sich die Meisterschaft holt.
Breite Unterstützung
Trotzdem halten sich die Vorwürfe an dem Mann, der Åge Hareide als Rosenborg-Coach abgelöst hatte, in Grenzen. Er scheint alles andere als unbeliebt zu sein. Als er am vergangenen Freitag in seinem Büro saß, war sein Platz geschmückt mit Blumensträußen, Karten und anderen Zeichen der Unterstützung.
Splittergruppen in der Mannschaft
Einige Fans und Kritiker haben eine Clique älterer Spieler bei Rosenborg beschuldigt, dass sie sich gegen die Versuche Rises gewehrt haben, das Team zu verjüngen. Auf der anderen Seite habe es das Management versäumt, den Coach in der Öffentlichkeit zu unterstützen.
Böses Blut
Als die Spieler von Rosenborg gegen den PSV das Feld betraten, waren sie verunsichert. Bratseth gab zu, dass es im Klub böses Blut gegeben habe, nachdem er ungewöhnlich ruhig die Trennung von By Rise angekündigt hatte. "Es sind Dinge passiert", sagte er. "Ich wollte nicht lügen."
Positive Aktionen
Auch wenn die Zeit von By Rise bei Rosenborg bald abläuft, wirkte er seit der Ankündigung seiner Entlassung sehr positiv. Wie ein Profi wahrte er seine Würde und trainiert die Mannschaft wie gewohnt weiter.
Letztes Spiel
Er gibt weiterhin alles, um den 13. Titel in Folge nach Trondheim zu holen. Dies kann Rosenborg erreichen, wenn es am Wochenende gegen SFK Lyn ein besseres Resultat erzielt als Vålerenga gegen Stabæk IL. Er ist auch entschlossen, Rosenborgs Position in der Champions League zu verbessern, auch wenn er weiß, dass das Spiel bei Arsenal FC am letzten Gruppenspieltag sein letztes als Rosenborg-Trainer sein wird.
Potentielle Nachfolger
In der Zwischenzeit wird heftig spekuliert, wer ihn ersetzen und das Team zur Royal League, die im Winter stattfindet, führen wird. Dort spielen die besten Mannschaften aus Norwegen, Schweden und Dänemark. Nils Arne Eggen, sein Sohn Knut Torbjørn Eggen, derzeit Trainer bei Fredrikstad FK, und Trond Sollied, Coach von Club Brugge KV, sind die Favoriten.
Spekulationen um Sollied
Nils Arne Eggen, der die Basis für den Rosenborger Ruhm bereitete, soll den Job angeblich schon abgelehnt haben. Sollied war etwas gesprächsbereiter. "Ich werde nur nach Norwegen zurückkehren als Trainer von Rosenborg oder der Nationalmannschaft", sagte er kürzlich. "Zurzeit möchte ich Belgien aber nicht verlassen."
Eindhoven wartet
Die Spekulationen werden die Spieler beeinflussen, wenn sie in der nächsten Woche zum Rückspiel nach Eindhoven reisen. Dann könnten sie schon wieder norwegischer Meister sein. Aber es ist wohl mehr als ein Titel nötig, um die Ordnung bei Rosenborg wieder herzustellen.