Traumhafter Abschied für Mourinho
Mittwoch, 26. Mai 2004
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José Mourinho, Trainer des FC Porto, sprach nach dem Gewinn der UEFA Champions League von einem "perfekten Abschied".
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Von Adam Szreter in Gelsenkirchen
Am Ende stand ein deutlicher Sieg zu Buche, aber bis zum Führungstreffer des FC Porto gab es kaum einen Unterschied zwischen den beiden besten europäischen Teams der laufenden Saison. Zunächst sah es so aus, als könne der schnelle und quirlige Ludovic Giuly der spielentscheidende Mann für den Außenseiter werden, doch für den Kapitän des AS Monaco FC war das Finale nach nur 22 Minuten aufgrund einer Verletzung beendet.
Morientes blass
Fernando Morientes, der als erster Spieler überhaupt zum vierten Mal die UEFA Champions League hätte gewinnen können, sorgte kaum für Gefahr, Jérôme Rothen hatte Licht und Schatten. Nachdem Jungstar Carlos Alberto Porto in Führung geschossen hatte, konnte Monaco nur noch auf Fehler der Portugiesen hoffen. Doch stattdessen waren es Deco und Dmitri Alenitchev, die bei Kontern für die Entscheidung sorgten.
Mourinho geht
Für Trainer José Mourinho, der Gerüchten zufolge zur kommenden Saison Chelsea FC übernimmt, war es ein perfekter Abschied. "Es ist ein großartiges Gefühl", sagte er, bevor er seinen Weggang bestätigte. "Ich war zweieinhalb Jahre hier, und es war fantastisch. Wir haben alles gewonnen; es war eine tolle Gruppe im Verein. Aber ich denke, es ist an der Zeit zu gehen; in den nächsten paar Tagen muss ich mich entscheiden."
Vor dem Abschied
"Ich muss mit dem Verein sprechen. Ich verdanke ihnen so viel, aber ich würde gerne gehen. In den nächsten Tagen wird alles klar sein. Man muss abwarten und sehen, wohin ich gehe. Doch der Klub und Portos Fans müssen eines wissen - ich gehe voller Wehmut."
"Zweites Tor entschied"
"Das Spiel wurde durch das zweite Tor entschieden. Wir haben den UEFA-Pokal und die Champions League gewonnen, in diesen Momenten werden Trainer gemacht. Ich weiß, dass ich nicht immer ganz oben sein werde, aber ich bin auf alle Szenarien vorbereitet."
"Jetzt wird gefeiert"
Portos Kapitän Jorge Costa fügte hinzu: "Wir konnten uns kaum vorstellen, dass dieser Traum wahr wird. Unser Wunsch ist in Erfüllung gegangen, und jetzt müssen wir feiern. Dies ist das Resultat harter Arbeit aller Beteiligten in diesem wunderbaren Verein. Man kann dies kaum toppen, aber jetzt wird gefeiert - und dann denken wir an die nächste Saison."
"Magischer Moment"
Torwart Vítor Baía, der nunmehr alle großen europäischen Vereinstitel - Pokal der Pokalsieger, UEFA-Pokal und jetzt auch die Champions League - gewonnen hat, sagte: "Wir hatten in der ersten Halbzeit etwas Glück, aber im zweiten Durchgang konnten wir die Partie besser gestalten. Wir haben im richtigen Augenblick den Führungstreffer erzielt, danach zeigte sich die Klasse unserer Spieler. Es ist ein magischer Moment."
"Traum wird wahr"
Deco, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde und wohl ebenso wie Mourinho den Verein verlassen wird, meinte: "Das Spiel war nach meinem Treffer entschieden. Es ist ein einzigartiges Gefühl, diesen Pokal zu gewinnen. Es ist das Höchste, was ein Spieler erreichen kann. Wir wussten alle, dass wir ein qualitativ hochwertiges Team sind. Ein Traum ist wahr geworden. Es wird mir schwer fallen, den Verein zu verlassen, aber wir müssen die Situation in den kommenden Tagen abwarten."
Portugal begeistert
Der brasilianische Stürmer Derlei, dem kein Treffer gelang, sagte: "Die portugiesische Flagge weht über Europa. Dieser Sieg ist ein fantastischer Erfolg für alle Portugiesen. Jetzt hoffen wir, dass Portugal die [UEFA] EURO 2004™ gewinnt, um dem Land noch mehr Grund zum Jubeln zu geben."
Deschamps pragmatisch
Monacos Trainer Didier Deschamps zeigte sich in der Niederlage pragmatisch. "Natürlich hat uns Ludos Verletzung nicht geholfen", sagte er. "Sie hatten Glück, in der ersten Halbzeit in Führung zu gehen, obwohl sie nicht viele Chancen hatten, aber so ist es im Spitzenfußball. Wir haben in der zweiten Halbzeit gut geantwortet, aber sie haben wieder getroffen. Danach wurde es immer schwerer für uns."
"Sehr hart"
"Ich denke, es gibt einen Unterschied zwischen Porto und Monaco. Porto hat mehr Erfahrung als Monaco. Auch wenn ich sehr enttäuscht bin, ist dieses Ergebnis gerecht. Ich werde mich an diese Champions League als großes Abenteuer erinnern und auch an unsere Erfolge gegen große Vereine zurückdenken. Leider war dies das letzte Spiel, das Finale. Es ist sehr hart für meine Spieler, mit 0:3 zu verlieren, vor allem nach ihren Leistungen in den letzten Wochen und Monaten."