Monaco entzückt Deschamps

AS Monaco FC-Trainer Didier Deschamps war nach dem Hinspielsieg über Chelsea FC begeistert vom "herausragenden Charakter" seines Teams.

Von Matt Spiro in Monaco

Didier Deschamps, Trainer des AS Monaco FC, war begeistert vom "herausragenden Charakter und der Qualität" seiner Mannschaft, die den Platzverweis von Akis Zikos wegsteckte und mit zwei späten Toren das Hinspiel des UEFA Champions League-Halbfinals gegen Chelsea FC mit 3:1 gewann.

Ansprechende Leistung
Chelsea schien das Spiel nach der Roten Karte für Zikos in der 53. Minute unter Kontrolle zu bringen, nachdem zuvor Hernán Crespo die Führung der Monegassen durch Dado Pršo ausglich. Doch Monacos zehn Mann zeigten eine ansprechende Leistung, und nun geht die Mannschaft als Favorit ins Rückspiel in zwei Wochen an der Stamford Bridge.

"Absolute Ausnahmesituation"
Ein entzückter Deschamps sagte: "Nach dem Platzverweis hat sich die Motivation meiner Spieler verdoppelt, und es war wirklich nicht zu erkennen, dass hier zehn gegen elf spielten. Das war eine absolute Ausnahmesituation, besonders gegen eine Mannschaft dieser Qualität."

Entscheidung in London
Monacos Kapitän Ludovic Giuly war wieder einmal eine Schlüsselfigur zum Sieg, doch auch er weiß, dass noch nichts entschieden ist. Gegenüber uefa.com meinte er: "Das Halbfinale wird in zwei Spielen entschieden, und wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu leichtsinnig werden. Es wird jetzt doppelt schwer werden in London, aber wenn wir so spielen wie in der zweiten Hälfte, haben wir eine Chance." 

"Übervorsichtig"
Wie sein Trainer fühlte auch Giuly, dass das Spiel mit dem Platzverweis kippen könnte. "Wir wussten, dass wir unser Heimspiel gewinnen müssen, um eine Chance zu haben. Deshalb standen wir in der zweiten Hälfte so tief. Wir waren zunächst übervorsichtig, aber nach der Roten Karte hatten wir nichts mehr zu verlieren und gaben alles."

Kabinenpredigt
Monacos Torhüter Flavio Roma hält die Kabinenpredigt von Deschamps dafür verantwortlich, dass die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur fand. "Er fand einige harte Worte, und deshalb kamen wir so entfesselt aus der Kabine," meinte der Italiener.

Ranieri deprimiert
Chelsea wollte die Initiative übernehmen und brachte Jimmy Floyd Hasselbaink als dritten Stürmer, als noch mehr als eine halbe Stunde zu spielen war. Doch der Schuss ging nach hinten los. "Ich brachte Jimmy, weil ich das Spiel gewinnen wollte," erklärte Chelseas deprimierter Trainer Claudio Ranieri. "Ich habe meine Mannschaft noch nie so schlecht spielen sehen. In der letzten Viertelstunde haben wir völlig den Faden verloren. Wir hörten auf, Fußball zu spielen. Jeder versuchte es alleine, und wir haben unseren drei Stürmern nicht eine einzige Torchance erarbeitet."

Einzelaktionen
Der dänische Flügelspieler Jesper Grønkjær räumte ein, dass Chelsea nicht als Einheit auftrat. "Wir arbeiteten hart, wirklich hart," sagte er. "Aber das Problem ist, dass wir als Einzelkämpfer arbeiteten und nicht als Mannschaft. Ich glaube nicht, dass es an der Konzentration lag, es war schließlich ein Champions League-Halbfinale, und jeder war darauf fixiert. Aber so ist eben Fußball, wir haben über die ganze Saison auswärts erst ein Gegentor kassiert, aber heute Abend gleich drei."

"Kleiner Trost"
Chelseas Stürmer Eidur Gudjohnsen hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, doch noch das Finale zu erreichen, jedoch weiß auch er um die Schwere der Aufgabe. "Wir müssen im Rückspiel ein Feuerwerk zünden", sagte der isländische Nationalspieler gegenüber uefa.com. "Vom Anpfiff an werden wir alles geben. Wir haben zumindest ein Auswärtstor erzielt, was ein kleiner Trost dafür ist, dass wir die erste Halbzeit klar bestimmt haben. Das Ergebnis ist eine Riesenenttäuschung, doch für mehr war unsere Leistung einfach zu schwach." 

Blitzschnelle Konter
In dem Moment, als Chelsea die Entscheidung suchte und mehr Leute in die Spitze beorderte, überwand sie Monaco mit zwei blitzschnellen Kontern. "Als sie mit drei Stürmern spielten, hatten wir mehr Platz," erklärte Deschamps. "Ich entschied, mit zwei Stürmern weiterzuspielen, weil ich meiner Abwehr vertraute und unbedingt noch ein Tor schießen wollte."

Nonda entzückt
Fernando Morientes erzielte in der 78. Minute eiskalt das 2:1, sein achtes Tor im laufenden Wettbewerb, mit dem er die Führung in der Torjägerliste der Champions League vor seinem Teamkollegen Pršo behält, der auf sieben Treffer kommt. Der in der 83. Minute eingewechselte Shabani Nonda traf danach mit seinem ersten Ballkontakt. "Wenn man die Umstände betrachtet, ist das 3:1 ein fantastisches Ergebnis," sagte Nonda, der erst vor kurzem von einer schweren Verletzung genesen ist. "Es ist mit Sicherheit das schnellste Tor, das ich jemals erzielt habe, und ich bin total begeistert."