Der Druck liegt nun auf Porto

Nach den Worten von José Mourinho ist seine Mannschaft mit den großen Erwartungen im ausverkauften Estádio do Dragão nicht zurechtgekommen.

Von Fergus O'Shea aus Porto

Der Trainer des FC Porto, José Mourinho, ist der Meinung, dass seine Mannschaft mit den großen Erwartungen im ausverkauften Estádio do Dragão nicht zurechtgekommen sei, denn sie ist im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Champions League gegen RC Deportivo La Coruña nicht über ein torloses Unentschieden hinausgekommen.

"Der Druck zu siegen"
Es gab sicher keinen freien Platz im 52.000 Menschen fassenden Stadion, in dem Porto sich um den zweiten Gewinn der portugiesischen SuperLiga hintereinander bemüht und in dem schon Olympique de Marseille, Manchester United FC und Olympique Lyonnais in der Champions League abgefertigt wurden. Nichtsdestotrotz sagte Mourinho nach der Begegnung, die aufgrund zahlreicher Unterbrüche sehr zerhackt war: "Meine Spieler haben nicht das gezeigt, was sie eigentlich können. Vielleicht lag es am Druck des Heimspiels und des Siegzwangs."

Undurchlässige Abwehr
Außer einem Versuch aus der Drehung von Maniche, bei dem er die Latte traf und bei dem Deportivos Torhüter José Molina wie angewurzelt stehen blieb, war ein ängstliches Porto nicht in der Lage, sich klare Torchancen zu erarbeiten. Deren Trainer war aufgrund der undurchlässigen Abwehr der Gäste sichtlich frustriert und meinte, die Taktik hätte kein gutes Spiel zugelassen. "Es war kein gutes Spiel, da nur eine Mannschaft wirklich Fußball spielen und ein Tor erzielen wollte", fügte Mourinho hinzu. "Um das zu belegen, brauchen wir keine Statistiken, aber ich mache Deportivo auch keinen Vorwurf, dass sie so aufgetreten sind. Wir müssen verstehen, dass sie hauptsächlich darauf bedacht waren, keine Tore zu kassieren, nachdem sie gegen den [AS] Monaco [FC] acht und gegen [AC] Milan vier bekommen hatten."

"Unspektakulär"
Deportivos Trainer Javier Irureta sprach seinem Gegner ebenfalls mehr Anteile zu in einem Spiel, in welchem nur Deportivos Alberto Luque mit ein paar gefährlichen Aktionen in der ersten Halbzeit für Unruhe bei den Portugiesen zu sorgen vermochte: "Das Spiel war nicht sehr spektakulär", stimmt Irureta zu. "Wir kamen hierher mit der Absicht, ein Tor zu erzielen, und in der ersten Hälfte war es sehr eng mit wenig Höhepunkten, aber in der zweiten Hälfte war Porto klar besser als wir, da wir ihnen zu viel Platz ließen. Nach seinem verletzungsbedingtem Ausfall haben wir Luque schwer vermisst."

Entscheidende Vorsicht
Normalerweise macht dieses torlose Remis den Verein aus der Primera División zum Favoriten aufs Weiterkommen, obwohl Irureta erklärt: "Es ist noch alles offen. Es ist ein gefährliches Ergebnis, gibt uns aber auch Hoffnung. Wir müssen aufpassen und dürfen kein Tor kassieren, da dieses für Porto doppelt zählen würde." Der Deportivo-Trainer muss im Rückspiel in zwei Wochen zudem auf zwei Schlüsselspieler verzichten. Mauro Silva ist nach seiner Gelben Karte ebenso gesperrt wie Jorge Andrade, der nach einem Zweikampf Deco gereizt von hinten in den Rücken trat, die Rote Karte sah und jetzt mindestens ein Spiel aussetzen muss.

Naybet vorsichtig
Deportivos Verteidiger Nourredine Naybet ist sich der Wichtigkeit seiner Rolle beim Auftritt gegen Porto, das in dieser Saison auswärts noch ungeschlagen ist, durchaus bewusst. "Wir müssen im Rückspiel aufpassen, weil das eine Mannschaft ist, die auswärts durchaus treffen kann", sagt der Innenverteidiger aus Marokko. "Ihre Stärke sind ihre Auswärtsauftritte. Es wird für beide Mannschaften sehr hart."

"Kleine Hürde"
Mourinhos Gedanken drehten sich auch schon um das entscheidende zweite Spiel. "0:0 ist kein schlechtes Ergebnis. Ich bin immer mehr überzeugt, dass wir das Finale erreichen werden", fügt er hinzu. "Deportivo könnte davon ausgehen, mit dem anstehenden Heimspiel nur noch eine kleine Hürde vor sich zu haben, aber wir haben eine gute Chance. Es steht nur noch ein weiteres Spiel an. Warum sollten wir es nicht gewinnen oder zu einem 1:1 oder 2:2 kommen? Ich bin sicher, dass das möglich ist."