Kein Feuer im Drachen-Stadion

FC Porto - RC Deportivo La Coruña 0:0
Deportivo schaffte ein torloses Remis in Porto und somit eine gute Ausganslage für das Rückspiel.

Von Klaus Klump

Der RC Deportivo La Coruña hat sich mit einem 0:0 im „Nachbarschaftsduell“ beim FC Porto im Halbfinalhinspiel der UEFA Champions League eine gute Ausgangsposition für das Erreichen des Endspiels geschaffen. Höhepunkt einer wenig aufregenden, dafür aber mit Fouls gespickten Partie  war der Platzverweis für Deportivos Jorge Andrade wenige Minuten vor dem Ende der Partie.

Erste Chance
Beide Mannschaften begannen vorsichtig, wollten nicht ins offene Messer laufen, aber nach zehn Minuten gab es die erste Chance des Spiels. Depor-Stürmer Walter Pandiani nahm eine Vorlage mit der Brust an, doch der Volleyschuss des Uruguayers strich am linken Kreuzeck vorbei.

Rasenschach
In der Folgezeit war dann wieder kaum mehr als Rasenschach zu sehen, lediglich Deco und Maniche auf Seiten von Porto fielen mit Fernschüssen auf, aber auch die verfehlten das Gehäuse. Der gegenseitige Respekt war offenbar zu groß voreinander.

In die Mauer
Nach fast einer halben Stunde war die Vorfreude bei den meisten der 52.000 Fans im Estádio do Dragão groß, als Portos naturalisierter Brasilianer Deco von Jorge Andrade und Nourredine Naybet in die Zange genommen wurde, und aus 18 Metern Torentfernung einen Freistoß ausführen durfte. Aber dem dürftigen Niveau des Spiels entsprechend knallte er die Kugel in die Mauer der Gäste.

Sperre eingehandelt
Kurz darauf kam Farbe ins Spiel, als Ricardo Carvalho (Porto)  gegen Mauro Silva brutal einstieg. Der deutsche Schiedsrichter Markus Merk bestrafte beide mit einer Gelben Karte. Somit wird Silva im Rückspiel fehlen. Die Begegnung war bis dahin geprägt von vielen foulbedingten Unterbrechungen, die Zuschauer fingen ungeduldig an zu pfeifen.

Eigentor lag in der Luft
Wenn der UEFA-Pokal-Sieger sich schon nicht selbst eine Chance herausspielte, so half wenigstens der Gegner. Nach einer scharfen Hereingabe von links von Carlos Alberto kam Depors Abwehrspieler Naybet fünf Meter vor dem Tor mit dem Bein an den Ball und lenkte ihn – für ihn - glücklich am Gehäuse vorbei. Er hätte gut und gern auch im eigenen Kasten landen können. Ansonsten war einfach kein Durchkommen gegen die vielbeinige spanische Abwehr.

Legende eingewechselt
Zwei Minuten vor der Halbzeit gab es die erste Auswechslung. Alberto Luque knickte um, dafür kam Depor-Legende Fran (34) aufs Feld. Er ist schon seit 16 Jahren bei der galicischen Mannschaft.

Erster Torschuss
Der zweite Abschnitt begann etwas lebendiger, als es in der ersten Hälfte der Fall war, und schließlich gab es den ersten Schuss direkt aufs Tor. Nach 51 Minuten zog Carvalho aus 30 Metern ab, aber Gäste-Torhüter José Molina hatte keinerlei Mühe mit dem Ball.

Lattenknaller
Ganz anders sah das aus in der 66. Minute – die erste wirklich  sehenswerte Chance. Maniche sah, dass Molina zu weit vor dem Kasten stand, schlenzte die Kugel aus 20 Metern aufs Gehäuse, aber der Ball landete an der Unterkante der Querlatte, ehe er ins Feld zurücksprang.

Kopfballchance
Porto versuchte weiter, endlich das erlösende Tor zu erzielen, aber zwingende Chancen sprangen auch in der Folge nicht heraus, bis acht Minuten vor dem Ende Deco von rechts einen Freistoß in den Strafraum schlug und Edgaras Jankauskas den Ball knapp am linken Torpfosten vorbeiköpfte.

Rote Karte
Drei Minuten vor dem Ende der unrühmliche Höhepunkt der Partie. Nach einem Zweikampf mit Andrade ging Deco zu Boden, Andrade wollte offenbar signalisieren, dass es sich angeblich um eine Schwalbe gehandelt habe und stieß seinem Gegenspieler – halb im Scherz, halb im Ernst – mit der Stiefelspitze in die Rippen. Spielleiter Merk verstand keinen Spaß und schickte den Depor-Verteidiger zum Duschen. Damit wird er zumindest im Rückspiel in zwei Wochen fehlen.

Hoffen aufs Heimspiel
In zwei Wochen hat Deportivo nun die Chance, im heimischen Riazor – wo erst jüngst Titelverteidiger AC Milan mit 4:0 besiegt wurde - den Einzug ins Endspiel klar zu machen. Diesmal würde ein 1:0 reichen, bisher hat Depor alle Champions League-Heimspiele ohne Gegentreffer gewonnen. Aber Porto ist auswärts stark, so dass längst noch keine Entscheidung gefallen ist.