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Clarence Seedorf wird Mitglied im Stiftungsrat der UEFA-Stiftung für Kinder

Die Fußballlegende bringt ein globales Profil und über 20 Jahre Erfahrung in der Wohltätigkeitsarbeit mit.

Getty Images

Clarence Seedorf gehört seit kurzem dem Stiftungsrat der UEFA-Stiftung für Kinder an.

Seedorf, der bislang einzige Spieler, der die UEFA Champions League mit drei verschiedenen Klubs gewonnen hat, hatte sich bereits während seiner aktiven Zeit der Arbeit im sozialen Bereich verschrieben. Nach seinem Karriereende folgte er dieser Berufung weiter und versucht, mithilfe des Sports positiven Wandel zu bewirken.

„Wir freuen uns sehr, dass Clarence zur Familie der UEFA-Stiftung für Kinder hinzustößt“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Čeferin, der zugleich den Vorsitz des Stiftungsrats innehat. „Er kann nicht nur auf eine beeindruckende Karriere als einer der erfolgreichsten Fußballer seiner Generation zurückblicken, er hat auch seine Erfahrungen beharrlich dafür genutzt, die Welt für andere zu einem besseren Ort zu machen. Von seiner Mitgliedschaft im Stiftungsrat wird die UEFA-Stiftung für Kinder enorm profitieren; gemeinsam werden wir daran arbeiten, das Leben benachteiligter Kinder auf der ganzen Welt zu verbessern.“

Etwas an die Menschen zurückgeben

Seedorf mit Fans nach einem Benefizspiel der UEFA-Stiftung.
Seedorf mit Fans nach einem Benefizspiel der UEFA-Stiftung.SPORTSFILE

Seedorf, der sechs Sprachen spricht und 87 Mal für die Niederlande spielte, erklärte: „Es ist mir eine Ehre und eine Freude, für die UEFA-Stiftung für Kinder tätig zu werden. Ich habe ihre Aktivitäten aufmerksam verfolgt und bin sehr froh, diese Arbeit unterstützen zu können. Ich war seit einiger Zeit mit Präsident Čeferin im Gespräch und weiß es zu schätzen, dass er mich im Team haben möchte. Ich hoffe, dass dies eine langfristige Arbeitsbeziehung werden wird, mit der wir Großes erreichen und Menschen überall auf der Welt etwas zurückgeben können.“

Nach seiner Verpflichtung sprach Seedorf in einer Fragerunde ausführlicher über seine Rolle und betonte die Bedeutung von Sport als Instrument des Wandels; ferner erzählte er von seiner Vorfreude auf die bevorstehende EM-Endrunde.

Die 55 Projekte der UEFA-Stiftung für die Saison 2020/21

Clarence, willkommen bei der UEFA-Stiftung für Kinder! Wie sehen Sie Ihre Rolle im Stiftungsrat?

„Ich finde, die Mitarbeit in der Stiftung stellt eine schöne Weiterentwicklung meiner Beziehung zur UEFA dar, die ja schon seit einiger Zeit besteht. Wir sind uns beide der Bedeutung, die der Fußball in der Gesellschaft und im Leben von Kindern hat, bewusst. Ich bin seit über 20 Jahren in Stiftungen tätig und weiß daher recht genau, wie man etwas bewirken kann und Projekte konzipiert, die einen Unterschied machen.

Allerdings möchte ich mich zunächst noch gründlicher einarbeiten und verstehen, wo die UEFA-Stiftung momentan steht und wie ich mein Wissen und meine Erfahrung einbringen kann, um die gesetzten Ziele zu erreichen und letztendlich das Bestehende noch zu verbessern und so durch meine Präsenz einen Mehrwert zu schaffen. Ich freue mich wirklich sehr darauf und bin enorm stolz auf diese Ernennung.“

Wie wichtig ist es, dass Fußballer und Sportler allgemein ihren Einfluss für den guten Zweck nutzen?

„Es gibt viele Spieler, die sich in Wohltätigkeitsorganisationen engagieren – entweder in einer eigenen, oder indem sie sich in den Dienst anderer Einrichtungen oder Organisationen stellen. Das ist etwas sehr Persönliches, und die einen engagieren sich stärker als die anderen; einige sind geradezu visionär in dem, was sie tun, und in Entscheidungsprozesse eingebunden, andere arbeiten lieber hinter den Kulissen oder fernab aller Aufmerksamkeit.

Keiner ist verpflichtet, ins Rampenlicht zu treten, aber ich glaube, wir haben alle die Pflicht, einen Mehrwert zu schaffen für die, die uns über die Jahre so viel gegeben haben. Ich habe aufseiten der Spieler immer viel Bereitschaft gesehen, sich für solche Anliegen einzusetzen, und mir ist es wichtig, einfach weiter meinen Teil dazu beizutragen, ohne mich mit anderen zu vergleichen oder Forderungen aufzustellen. Ich denke, jeder sollte bei sich selbst anfangen und versuchen, so viel wie möglich zu tun.“

Wer waren Ihre eigenen Vorbilder in Ihrem Leben?

Seedorf nach dem Gewinn der UEFA Champions League 2007 mit dem AC Mailand.
Seedorf nach dem Gewinn der UEFA Champions League 2007 mit dem AC Mailand.Bongarts/Getty Images

„Die Ersten waren natürlich meine Eltern. Sie sind immer ein Vorbild für mich gewesen. Dann würde ich sagen, einige meiner Lehrer in der Schule und Fußballtrainer in der Jugend.

Aber besonders Nelson Mandela hat stets eine ganz zentrale Rolle für meine Mission gespielt: bestimmte Situationen auszuhalten, Wege zu eröffnen, auf denen andere folgen können, und sich unablässig einzusetzen für die weniger Privilegierten und für eine friedlichere Welt.

Ich bin davon überzeugt, dass Frieden nur über Bildung geht, und dass Bildung als Rückgrat den Sport braucht, besonders in jungen Jahren. Das sind die Schlüsselelemente, von denen ich glaube, dass sie die Welt verändern werden. Gemeinsam, im Team, haben wir die Fähigkeit und die Mittel, das zu erreichen.

Vorbilder zu haben – hier kommen wir dann wieder ein bisschen auf die Spieler zurück: Ich denke, die Aufgabe der Spielerinnen und Spieler von heute, aber auch schon vor 20 Jahren, ist es, eine Vorbildfunktion zu übernehmen und sich bewusst zu sein, dass Kinder zu einem aufblicken und die eigenen Aktionen und Verhaltensweisen verfolgen. Solche Vorbilder haben mir immer dabei geholfen, auf dem richtigen Weg zu bleiben – auf diesem spirituellen Weg, bei dem es darum geht, wo immer möglich, etwas zu geben und Gutes zu tun.“

Mandela hat davon gesprochen, dass der Sport die Kraft habe, die Welt zu verändern. Wie wichtig ist er als gesellschaftliches Instrument?

„Mandela hat es geschafft, ein ganzes Land verändern und das Verständnis des Konzepts ,Gemeinschaft durch Sport‘ zu fördern. Das heißt, der Sport ist ein ganz, ganz starkes, effizientes und wirkungsvolles Instrument, wenn er richtig eingesetzt wird.

Für mich ist es das, worum wir uns bemühen sollten: sehr starke, nachhaltige Projekte auf den Weg zu bringen oder zu unterstützen, die Sport als grundlegendes Mittel nutzen, um die allgemeine Entwicklung und das Leben von Kindern zu verbessern. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Sport im Alter von fünf bis zwölf Jahren die kognitive und kreative Entwicklung von Kindern fördert – jedes Kind sollte ein Anrecht darauf haben.“