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Fußballlegenden beginnen ein UEFA-Masterstudium

Nemanja Vidić, Sami Khedira, Verónica Boquete und Nigel de Jong gehören zu den bekannten Namen beim UEFA-Master-Studienkurs für Nationalspieler (MIP).

In dieser Woche erfolgte der Startschuss für die vierte Ausgabe des UEFA-MIP in Nyon.
In dieser Woche erfolgte der Startschuss für die vierte Ausgabe des UEFA-MIP in Nyon. @UEFA

In den nächsten zwei Jahren wird eine Gruppe früherer Elitespielerinnen und -spieler, darunter Benedikt Höwedes, Hamit Altıntop, Diana Matheson und Luisão, daran arbeiten, die notwendigen beruflichen Fähigkeiten zu erlangen, damit ihnen der Sprung hin zu einer zweiten Karriere nach dem Fußball gelingt.

29 ehemalige Profis haben sich für die vierte Ausgabe des UEFA-Master-Studienkurses für Nationalspieler (MIP) angemeldet, einem 20-monatigen Programm, das den Teilnehmenden das nötige Rüstzeug vermittelt, um ihre spielerischen Stärken in Managementfähigkeiten abseits des Spielfelds umzuwandeln.

Nähere Informationen zum UEFA-Kursangebot finden Sie hier

Maxwell Scherrer, ehemaliger brasilianischer Nationalspieler und Verteidiger bei Paris Saint-Germain und aktuell UEFA-Bereichsleiter Fußballentwicklung, hat an der zweiten Ausgabe des UEFA-MIP teilgenommen und glaubt, das Programm habe wesentlich dazu beigetragen, dass er nach seiner Fußballkarriere beruflich Fuß fassen konnte.

Maxwell Scherrer, UEFA-Bereichsleiter Fußballentwicklung

„Es war das perfekte Programm für mich, nachdem ich mich entschlossen hatte, eine Funktionärslaufbahn einzuschlagen“, erklärte Maxwell. „Ich habe mich in Frankreich umgeschaut und in verschiedenen Ländern nach einem Programm gesucht. Dann hörte ich von ehemaligen Spielern, die an der ersten Ausgabe des UEFA-MIP teilgenommen hatten. Alle lobten den Kurs in den höchsten Tönen. Daher war es für mich das perfekte Programm, um die Spielerperspektive abzulegen und zu verstehen, wie es ist, in der Administration zu arbeiten.“

Das MIP-Programm umfasst sieben einwöchige Module, die in diversen Großstädten durchgeführt werden. Bei jedem Modul wird ein anderer Aspekt der Administration bzw. Führung einer Sportorganisation behandelt. Zudem müssen Studierende, die nicht bereits in einer Sportorganisation arbeiten, ein dreimonatiges Praktikum absolvieren, um zu gewährleisten, dass sie neben dem Studienabschluss auch praktische Arbeitserfahrung vorweisen können.

Sami Khedira, Weltmeister 2014 mit Deutschland

„Während meiner Spielerkarriere dachte ich immer, dass ich Trainer werden würde“, so Sami Khedira, der 2014 mit Deutschland den WM-Titel holte. „Gegen Ende meiner Karriere – im letzten Jahr oder vielleicht in den letzten zwei Jahren – habe ich meine Meinung jedoch geändert und habe angefangen zu überlegen, ob ich als Spielervermittler, Sportdirektor oder Präsident tätig sein möchte. Ich bin sehr neugierig, aufgeschlossen und gespannt zu sehen, welche Möglichkeiten sich eröffnen. Ich würde gerne Sportdirektor werden, da es mich wirklich interessiert, zu gestalten und zu verändern. Ich möchte Dinge verbessern und wenn du für einen Klub arbeitest, hast du die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Ich denke, man kann im MIP viel Neues erfahren und sogar einiges über sich selbst lernen.“

Die Module sind so gestaltet, dass sich die ehemaligen Profis eine breite Palette an Kenntnissen aneignen können, die für eine erfolgreiche Zweitkarriere unerlässlich sind. So befassen sich die Studierenden mit den Aufgaben und Fähigkeiten, die für eine Managerposition, strategisches Marketing und Kommunikation oder Stadion- und Spieltag-Management im operativen Bereich erforderlich sind. Daneben erhalten sie aber auch Einblicke in das nordamerikanische Sportmodell mit der Funktionsweise der dortigen Klubs und Ligen.

Nigel de Jong, ehemaliger niederländischer Nationalspieler und aktueller TV-Experte

„Das UEFA-MIP ist eine einmalige Gelegenheit, seine Ziele nach dem Ende der aktiven Laufbahn zu verwirklichen“, so Nigel de Jong, der als TV-Experte tätig ist, seit er seine Fußballschuhe an den Nagel gehangen hat. „Es gibt so viele verschiedene Wege, die man einschlagen kann und dank diesem Kurs verstehe ich nun, was ich wirklich möchte – es ist, als würdest du dich neu erfinden. Du bist kein Profispieler mehr, aber es öffnen sich neue Türen in der Wirtschaft, im Marketing oder in der Verwaltung. Und du wirst dich hoffentlich eines Tages als Führungskraft etablieren, zum Beispiel in der Struktur eines Klubs.“

Doch nicht alle Teilnehmenden haben ihre Karriere bereits beendet. Verónica Boquete spielt weiterhin für AC Mailand, aber da sich ihre Karriere dem Ende zuneigt, entschied sie sich, dass es an der Zeit sei, sich über die nächsten Schritte abseits des Spielfelds Gedanken zu machen. Sie ist fest überzeugt, dass sie gegenüber einigen ihrer Kommilitonen einen klaren Vorteil hat.

Verónica Boquete, Mittelfeldspielerin bei AC Mailand

„Ich glaube, ich werde es schaffen – ich werde gleichzeitig spielen und studieren. Im Frauenfußball sind wir es aus unseren Anfangsjahren gewohnt, zu spielen und nebenher zu arbeiten oder zu studieren“, so Boquete, Gewinnerin der UEFA Women’s Champions League. „Während meiner Karriere habe ich oft andere Dinge in Angriff genommen, ich habe studiert, Sprachen gelernt oder andere Kurse absolviert. Ich habe keine Angst davor, alles unter einen Hut zu bringen. Natürlich wird dieser Kurs nicht einfach sein, aber es ist eine Verpflichtung, wie auch der Fußball auf dem Platz mit den Mitspielerinnen eine Verpflichtung ist – nur dieses Mal geht es darum, sich weiterzubilden.“

Das erste Modul der vierten Ausgabe des UEFA-MIP, das in enger Zusammenarbeit zwischen der UEFA Academy und dem Zentrum für Sportrecht und -ökonomie (CDES) der Universität Limoges und dem Birkbeck College der Universität London konzipiert wurde, findet aktuell in Nyon statt; das Programm dauert bis Sommer 2023 an.

Michail Alexandrow (Bulgarien); Hamit Altıntop (Türkei); Demba Ba (Senegal); Verónica Boquete (Spanien); Serghei Butelschi (Moldawien); Aurélien Chedjou (Kamerun); Vedran Ćorluka (Kroatien); Nigel de Jong (Niederlande): Túlio de Melo (Brasilien); Réginal Goreux (Haiti); Benedikt Höwedes (Deutschland); Christos Karipidis (Griechenland); Sami Khedira (Deutschland); Jewhen Lewtschenko (Ukraine); Renate Lingor (Deutschland); Luisão (Brasilien); Diana Matheson (Kanada); Raoni Medina (England - Futsal); Aaron Mokoena (Südafrika); Vlad Munteanu (Rumänien); Francis N'Ganga (Republik Kongo); Panagiotis Kone (Griechenland); Sebastian Prödl (Österreich); Răzvan Raț (Rumänien); Lucienne Reichardt (Niederlande); Paul Scharner (Österreich); Therese Sjögran (Schweden); Vicente Suanno (Venezuela); Nemanja Vidić (Serbien)