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Alter schützt vor Toren nicht

Veröffentlicht: Samstag, 19. November 2016, 13.13MEZ
Ein guter Wein wird im Alter immer besser, und eine "gute Pizza"? Claudio Pizarro jedenfalls wird nicht schlechter. Der Stürmerstar von Werder brennt noch immer, er will seine Bremer vor dem Abstieg retten.
von Joris Krüger
Alter schützt vor Toren nicht
Claudio Pizarro würde auf dem Weg zum Klassenerhalt für Werder gern noch einige Tore bejubeln ©Getty Images

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Veröffentlicht: Samstag, 19. November 2016, 13.13MEZ

Alter schützt vor Toren nicht

Ein guter Wein wird im Alter immer besser, und eine "gute Pizza"? Claudio Pizarro jedenfalls wird nicht schlechter. Der Stürmerstar von Werder brennt noch immer, er will seine Bremer vor dem Abstieg retten.

Claudio Pizarro ist der Dauerbrenner der Liga und schon eine lebende Legende bei Werder Bremen. Wenn alles planmäßig läuft, wird der Rekordtorschütze des Klubs (143 Treffer) am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt auflaufen, um dann vielleicht mit seinem 191. Bundesligator seinen Rekord als erfolgreichster ausländischer Stürmer weiter nach oben zu schreiben. Derzeit liegt er bei 190 Treffern.

Einen weiteren Rekord hält er derzeit ebenfalls, denn mit 38 Jahren ist er der derzeit älteste Profi der Bundesliga. Außerdem hat der Peruaner die meisten Doppelpacks aller aktiven Bundesligaspieler geschnürt (33). Und auf Vereinsebene hat der Anden-Bomber alles gewonnen: Die UEFA Champions League, den UEFA-Superpokal, die FIFA-Klubweltmeisterschaft (2), die deutsche Meisterschaft (6) und den DFB-Pokal (6). Bis auf einem Sieg im Pokal gelangen ihm all diese Erfolge mit den Bayern.

Gegen die Eintracht steht er vor seinem 413. Bundesligaspiel. Während er in den letzten drei Jahren bei Bayern eher nur Notnagel war, soll er jetzt Werder mit seiner Erfahrung aus dem Tabellenkeller führen – momentan liegen die Norddeutschen auf dem Relegationsplatz.

"Da sich viele Leistungsträger verletzten, konnten wir unser Potenzial viel zu selten ausschöpfen. Ich glaube, wenn wir alle Mann fit an Bord haben, werden wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben", gibt er sich kämpferisch. Von seinem ein Jahr jüngeren Cheftrainer Alexander Nouri hält er viel: "Ich mag seinen Stil. Er lässt uns fast alle Übungen mit dem Ball machen, das gefällt mir sehr. Ich habe mit dem Ball immer viel Spaß."

Pizarro spielt aktuell seine 17. Saison in der Bundesliga. Ob es seine letzte als Aktiver ist, darauf will er sich noch nicht festlegen: "Am Saisonende werde ich über die Fortsetzung meiner Karriere entscheiden. Wenn ich gesund bleibe, würde ich gern weitermachen."

Selbst mit 38 Jahren treibt ihn die Liebe zum runden Leder an. "Ich habe immer noch Spaß. Fußball ist meine Liebe, mein Leben. Und ich werde das so lange machen, wie ich kann." Gedanken über sein Leben nach der Karriere hat er sich noch nicht gemacht. Doch er deutet an, dass er dem Profigeschäft und Deutschland erhalten bleibt, in welcher Funktion auch immer.

Den jahrelangen Topleistungen muss er mittlerweile immer öfter Tribut zollen. Seit Saisonbeginn plagen "Pizza" immer wieder Wehwehchen, die ihn zum Zuschauen zwingen. "Ich habe schon länger neuromuskuläre Probleme, die dazu führen, dass ich nicht so viel machen kann, wie ich gern möchte. Doch vor drei Jahren habe ich begonnen, meine Ernährung umzustellen, um fit zu bleiben." Diese Umstellung scheint zu helfen, denn seit Anfang Oktober befindet er sich wieder im Training und feierte gegen Schalke ein 20-minütiges Comeback.

"Ich habe mich gegen Schalke nach meiner Einwechslung gut gefühlt, besser als ich dachte", sagte Pizarro. "Natürlich fehlt mir noch die Fitness, aber fürs erste war das sehr gut."

Nouri ist optimistisch, dass der Peruaner für Sonntag einsatzfähig ist. Dennoch warnt der Fußballlehrer davor, verletzte Spieler nicht zu verheizen: "Wir müssen vernünftig und sensibel mit Claudio und den anderen angeschlagenen Spielern agieren." Was gerade für ältere Herren im Fußballgeschäft wichtig ist, sollen diese, wie Pizarro, noch weiterhin gutgelaunt durch die Liga stürmen.

Letzte Aktualisierung: 20.11.16 15.21MEZ

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