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Wagner hat sein Glück gefunden

Veröffentlicht: Freitag, 4. November 2016, 13.21MEZ
Sandro Wagner ist nie um einen selbstbewussten Spruch verlegen, aber er kann es sich leisten, denn er bringt Leistung. Auch dank ihm schwebt Hoffenheim derzeit in der Liga ziemlich weit oben.
von Joris Krüger
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Hoffenheims Sandro Wagner mit Trainer Julian Nagelsmann ©Getty Images

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Veröffentlicht: Freitag, 4. November 2016, 13.21MEZ

Wagner hat sein Glück gefunden

Sandro Wagner ist nie um einen selbstbewussten Spruch verlegen, aber er kann es sich leisten, denn er bringt Leistung. Auch dank ihm schwebt Hoffenheim derzeit in der Liga ziemlich weit oben.

Sandro Wagner ist ein Mittelstürmer vom alten Schlag und ein Mann, der im Moment wie kein Zweiter in der Bundesliga polarisiert. Ein Spieler, über den sein Jugendtrainer Hermann Gerland sagt: "Er hat nie auf mich gehört. Er hat nie das gemacht, was ich ihm gesagt habe."

Doch der heute 28-Jährige gab sich nicht auf, auch nicht als er einst beim FC Bayern, Werder Bremen und bei der Hertha aussortiert wurde. Eine Rückkehr in die Bundesliga lag damals in weiter Ferne, obwohl er mit Mats Hummels, Jérôme Boateng und Co. UEFA-U21-Europameister wurde. Hinzu kam, dass er vor seinem Wechsel zum SV Werder Bremen im Jahr 2010 an einem Kreuzbandriss litt, der ihn Monate zurückwarf.

Wagners Lebensmotto: "Ich bin keiner, der sich Gedanken macht, wo man falsch abgebogen ist." Er kämpfte sich zurück und feierte in der vergangenen Saison als Leistungsträger beim Bundesligaufsteiger SV Darmstadt eine fulminante Rückkehr in die Bundesliga. Mit 14 Toren in 32 Spielen schoss der 1,94 Meter-Hüne die Lilien fast im Alleingang zum Klassenerhalt.

Mehr Treffer als in seiner gesamten Bundeliga-Karriere zuvor (7). Nun kehrt er am Samstag mit der TSG Hoffenheim als Bayern-Jäger zu seinem Jugendverein zurück, bei dem der gebürtige Münchner im Jahr 1995 als Achtjähriger anfing mit dem Fußball. Hier durchlief er alle Jugendmannschaften und bestritt sogar vier Bundesligaspiele.

Zudem gibt es ein Wiedersehen mit alten Weggefährten Hummels, mit dem er zusammen in der A-Jugend die Vizemeisterschaft feierte. Dem FC Bayern ist er noch dankbar für seine ersten Erfahrungen im Profigeschäft. "Die Zeit bei den Bayern war sehr wichtig für mich. Ich habe dort meine ganze Jugend verbracht und meine Ausbildung erhalten. Dafür bin ich sehr dankbar."

Im Sommer kamen Gerüchte auf, wonach der FC Bayern Interesse hatte, ihn als Backup für Robert Lewandoski und Thomas Müller zu verpflichten. Doch für Wagner war das kein Thema. "Das wäre überhaupt keine Option für mich gewesen, weil ich in einem sehr guten Fußballalter bin und spielen möchte. Und da die Spielzeit in München sehr gering gewesen wäre, ist es für mich von Anfang an klar gewesen, dass ich dahin gehe, wo ich spiele", stellte er klar.

Stattdessen entschied er sich für Hoffenheim, da er dort eine bessere sportliche Zukunft erwartete. "Es wäre gelogen, wenn ich jetzt sage, das Geld spielt gar keine Rolle, aber ich wollte sportlich das Beste - und das habe ich in Hoffenheim."

Wagner ist ein Spieler, der mit seinen Aussagen aneckt und der ausspricht, was er denkt. Dass es ihm an Selbstvertrauen nicht mangelt, hat Wagner in den letzten Monaten unter Beweis gestellt. "Die Gehälter sind angemessen oder teilweise eher zu wenig!" Und natürlich konnte er diese gewagte These auch begründen. "Es ist doch wie in der freien Wirtschaft: Angebot und Nachfrage. Gemessen an all dem, was man aufgibt, finde ich, dass auch die Spieler bei Bayern zu wenig verdienen. Die Profis in den amerikanischen Ligen bekommen deutlich mehr", war sein mit Abstand bekanntester Ausspruch.

Mit diesen Ansichten erntete der Fußballrebell reichlich Kritik, von der er sich allerdings nicht beeindrucken ließ. Im Sommer stellte er als zweitbester deutscher Torschütze in der Bundesliga Ansprüche an die Nationalmannschaft. "Ich habe vergangene Saison die zweitmeisten Tore aller deutschen Bundesliga-Spieler geschossen. Da hätte man schon Thema sein können", beschwerte sich der 28-Jährige.

Und in der laufenden Saison knüpft Wagner an die Form der letzten Spielzeit an. Für seinen neuen Arbeitgeber erzielte der Mittelstürmer bereits vier Tore und bereitete ein weiteres vor. Am Samstag will er wieder Taten statt Sprüche folgen lassen - wie in der Vorsaison, als er in München als einer der wenigen Bundesliga-Stürmer Manuel Neuer überwand.

Letzte Aktualisierung: 03.11.16 19.37MEZ

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