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Bochum - die neue Macht im Pott

Veröffentlicht: Mittwoch, 28. April 2004, 21.06MEZ
Trotz knapper Finanzen hat Bochum in dieser Saison einen UEFA-Pokal-Platz im Visier.

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Veröffentlicht: Mittwoch, 28. April 2004, 21.06MEZ

Bochum - die neue Macht im Pott

Trotz knapper Finanzen hat Bochum in dieser Saison einen UEFA-Pokal-Platz im Visier.

Von Mark Bennett

Der VfL Bochum 1848 mag ja nicht gerade in Geld schwimmen, aber dennoch befindet sich der Bundesligist auf dem direkten Wege in den UEFA-Pokal.

Hohe Ziele
Als Peter Neururer im vergangenen Sommer nach dem Verkauf von 21-Tore-Mann Thomas Christiansen an Hannover 96 behauptete, nun sei Bochum sogar noch stärker, wurde er nur müde belächelt. Und als er dann gar noch ankündigte: "Wir wollen uns gegenüber der letzten Saison noch verbessern und besser als auf Platz neun abschließen", war die Gefahr groß, endgültig zur Lachnummer zu werden.

Wer zuletzt lacht
Aber wie heißt es so schön: Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Es sieht ganz so aus, als wäre dies Neururer. Denn nach dem 0:0 am Samstag gegen Tabellenführer SV Werder Bremen liegen die Bochumer vier Spieltage vor Schluss auf Platz fünf. Damit würden sie sich erstmals seit 1997 wieder für den UEFA-Pokal qualifizieren.

Knappes Budget
Im vergangenen Sommer standen Neururer nur 800.000 Euro für Transfers zur Verfügung. Und es überraschte so manchen, als der Trainer sich dazu entschloss, das gesamte Geld in einen Spieler zu investieren, in Peter Madsen von Brøndby IF. Hinzu kommen einige Profis, für die nichts bezahlt werden musste, so dass Neururer das Fundament für eine erfolgreiche Mannschaft geschaffen hatte.

Ablösefrei
Philipp Bönig, Mamadou Dianbang, Bjarni Gudjonsson, Miroslav Stevic und Thomas Zdebel wechselten ohne Ablöse an die Ruhr. "Manche Vereine ziehen es vor, eine Menge Geld in Spieler zu investieren", erklärte der sparsame Neururer. "Wir ziehen es vor zu warten, bis wir jemanden ohne Ablöse bekommen."

Europa im Visier
Sollte Bochum vor den Ruhr-Giganten BV Borussia Dortmund und FC Schalke 04 landen, wäre das Genugtuung genug, aber für den 48-jährigen Fußballlehrer wäre der Beweis hinsichtlich der Qualität seiner Mannschaft endgültig erbracht, sollte sie auf einem Europapokalplatz landen.

"Weiterer Beweis"
"Bis jetzt hatten wir eine sehr gute Saison, und es wäre das Sahnehäubchen, wenn wir es in den UEFA-Pokal schaffen würden", sagte er. "Es wäre ein weiterer Beweis, dass jeder, der damit zu tun hat, einen guten Job macht. Aber das ist ein Bonus und nicht unbedingt notwendig."

Hässlicher Zwischenfall
Die einzig wirklich Enttäuschung gab es im Februar nach einem 0:0 gegen den FC Hansa Rostock, als der ausgeliehene Sunday Oliseh seinem Mannschaftskollegen Vahid Hashemian einen Kopfstoß versetzte. Oliseh wurde sofort gefeuert, dennoch war Neururers gewagte 4-3-3-Formation auch nach der Entlassung des Nigerianers erfolgreich.

Bestleistung einstellen
Mit dieser Taktik hat der Verein nun die Möglichkeit, die beste jemals erreichte Platzierung in der Liga einzustellen. 1996/97 erreiche Klaus Toppmöller mit den Bochumern ebenfalls Rang fünf. Klaus Hilpert war zu jener Zeit Manager des Vereins, und er sieht Parallelen zwischen der Mannschaft von damals und heute.

"Vor Freude in die Höhe springen"
"Wir alle haben die Saison 1996/97 genossen", sagte er gegenüber uefa.com. "Die Atmosphäre war großartig, und auch wenn wir nicht die beste Mannschaft der Bundesliga waren, haben wir an uns geglaubt. Wir spielten unter Klaus Toppmöller Angriffsfußball und tun dies nun auch unter Peter Neururer. Ich wünsche ihnen das Beste und werde vor Freude in die Höhe springen, wenn sie diese große Leistung wiederholen können."

Hashemian zu den Bayern
Einziger kleiner Wermutstropfen ist die Nachricht der letzten Woche, als feststand, dass der iranische Stürmer Hashemian, der für Bochum bisher 14 Treffer in dieser Saison erzielt hat, im Sommer zum FC Bayern München wechselt. Aber immerhin zahlen die Bayern für den großen und kraftvollen Angreifer zwei Millionen Euro Ablöse.

Immer wieder Verkäufe
Solche Wechsel überraschen die Bochumer Fans lange nicht mehr. Der Verein musste schon immer verkaufen um zu überleben. Und nachdem ja schon in der vergangenen Saison der beste Stürmer abgegeben und die Mannschaft dennoch besser wurde, kann man gespannt sein, wie weit es mit Bochum im nächsten Jahr noch nach oben geht.

Letzte Aktualisierung: 10.12.17 3.54MEZ

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