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Saisonrückblick: Schweiz

Veröffentlicht: Montag, 10. Juni 2013, 9.31MEZ
Der FC Basel 1893 und Murat Yakin feierten die vierte Meisterschaft in Folge, verpassten dann aber das Double nach einer Niederlage im Pokalfinale gegen den Grasshopper Club.
von Michael Schifferle
Saisonrückblick: Schweiz
Basel feierte den vierten Titel in Folge ©AFP/Getty Images
Veröffentlicht: Montag, 10. Juni 2013, 9.31MEZ

Saisonrückblick: Schweiz

Der FC Basel 1893 und Murat Yakin feierten die vierte Meisterschaft in Folge, verpassten dann aber das Double nach einer Niederlage im Pokalfinale gegen den Grasshopper Club.

Der FC Basel 1893 ist Meister, zum vierten Mal in Folge. Ein Spiel vor Saisonende stand der Titel im Prinzip fest; mit drei Punkten und 16 Toren Vorsprung auf den Grasshopper Club führte er die Tabelle der Super League an. Das 1:0 gegen den FC St. Gallen war dann der letzte Schritt. Doch so verdient der Erfolg für den FCB auch war, so sehr erstaunt die Darbietung der Grasshoppers in dieser Spielzeit: Dem Abstieg im vergangenen Jahr nur knapp entronnen, entwickelte sich der Rekordmeister (27 Titel) schnell zum reellen Anwärter für Platz eins. Letztlich gelang es dem jungen Zürcher Team aber doch nicht, den großen Favoriten am neuerlichen Titelgewinn zu hindern.

Meister: FC Basel 1893
Der vierte Titel in vier Jahren – der FC Basel hat geschafft, was zuletzt dem BSC Young Boys gelungen ist, der zwischen 1957 und 1960 vier Meisterschaften aneinander gereiht hat. Dabei startete der FCB schwach auf dem Weg zum 16. Meistertitel der Vereinsgeschichte, lag zwischendurch gar zwölf Zähler hinter dem Grasshopper Club. Dann aber wechselte der FCB den Trainer, holte Murat Yakin für Heiko Vogel und von da an ging es aufwärts. Im Winter waren es nur noch vier Punkte, und am Ende dieses Frühjahrs sind es drei Zähler mehr als GC. Eine Leistung, die schon deshalb erstaunt, weil der FCB auch international zugange war, bis Ende April in der UEFA Europa League brillierte. Lob verdient Yakin auch darum, weil er es schaffte, neue Spieler vollständig zu integrieren wie den jungen Innenverteidiger Fabian Schär, den zentralen Mittelfeldmann Mohamed Elneny oder Flügelflitzer Mohamed Salah. Zudem verkraftete der FCB auch den Abgang von Alex Frei, dem langjährigen Leader und Torjäger, der zurücktrat und als Sportdirektor zum FC Luzern ging.

Pokalfinale: Grasshopper Club - FC Basel 1:1 n.V. (5:4 i.E.)
1994 hatten sie zuletzt den Pokal gewonnen, danach vier Finals in Folge verloren – nun waren die Grasshoppers mal wieder obenauf. Und das verdient. GC war im Finale die bessere Mannschaft, hatte über 120 Minuten mehr Spielanteile, ein klares Chancenplus, und doch musste der Rekordpokalsieger (19 Titel) froh sein, nicht doch noch zu verlieren. Markus Steinhöfer, Basels Rechtsverteidiger schoss Stéphane Grichting an – und von da flog der Ball ins Tor. GC glich durch einen Abstauber von Izet Hajrovic aus und gewann letztlich im Elfmeterschießen. Fabian Frei und Raul Bobadilla schossen drüber und an die Latte; bei GC trafen alle außer Michael Lang, der die Kugel über den Querbalken drosch. Das reichte.

Internationale Startplätze*
FC Basel 1893 – UEFA Champions League, dritte Qualifikationsrunde
Grasshopper Club – UEFA Champions League, dritte Qualifikationsrunde
FC St .Gallen – UEFA Europa League, Play-offs
FC Zürich – UEFA Europa League, dritte Qualifikationsrunde
FC Thun – UEFA Europa League, zweite Qualifikationsrunde

*vorbehaltlich der endgültigen Bestätigung durch die UEFA

Spieler des Jahres: Valentin Stocker (FC Basel 1893)
Er macht schon lange auf sich aufmerksam, mit Spielintelligenz, guter Technik, Schnelligkeit und Abschlussstärke: Valentin Stocker, linker Mittelfeldspieler des FCB gehört seit Jahren zu den konstantesten Baslern. Elf Saisontreffer sind Ausdruck dessen, doch längst nicht einziger Leistungsausweis. Denn Stocker trifft nicht nur – er trifft vor allem in wichtigen Spielen, zum Beispiel beim 2:2 des FCB bei Tottenham Hotspur FC, wo er auch sonst hohes internationales Format nachwies.

Im Blickpunkt: Izet Hajrovic (Grasshopper Club)
Am Ende waren es "nur" acht Tore, die Izet Hajrovic erzielte, doch der Flügelmann des Tabellenzweiten GC war eine der Entdeckungen dieser Spielzeit. Immer schon hatte man seine Qualitäten erkannt, sein Potenzial attestiert – in diesem Jahr aber rief er es (fast) durchgehend ab. Nicht nur überzeugte er als blitzschneller, schussstarker Linksfuß, auch schoss er GC mit einem Ball ins linke Lattenkreuz ins Pokalendspiel, wo er für GC ausglich.

Überraschungsmannschaft: FC St. Gallen
Gewiss, der FC Basel wurde Meister, GC Pokalsieger – sie dominierten die Super League. Doch mit dem FC St. Gallen mischte ein Aufsteiger ganz vorne mit. Bis Anfang Oktober als Tabellenführer, danach immer unter den Top vier. Nun dürfen die Ostschweizer erstmals seit 2007 wieder in einem europäischen Wettbewerb starten. Jeff Saibene, der einstige luxemburgische Nationalspieler, formte eine spielstarke Mannschaft, deren bester Mann im offensiven Mittelfeld spielte: Ezequiel Scarione, 21-facher Torschütze, war eine der großen Entdeckungen in diesem Jahr. Pech für den FCSG: Scariones Wechsel ins Ausland scheint nicht zu verhindern.

Torjägerkrone: Ezequiel Scarione, FC St. Gallen (21)

Absteiger: Servette FC

Aufsteiger: FC Aarau

Zahl: 12 059
So viele Zuschauer haben durchschnittlich die Spiele der Schweizer Liga im Stadion verfolgt. Im vergangenen Jahr waren es 12 253.

Zitat
"Es war ein schwieriges, aber letztlich hervorragendes Jahr für uns. Dass wir international überzeugen und trotzdem national bestehen, dass wir zahlreiche Neue integrieren müssen, den Abgang von Alexander Frei mitten in der Rückrunde hinzunehmen haben – und doch den Titel holen, macht diese Spielzeit sehr speziell. Dass das für mich als neuen Trainer ohnehin gilt, brauche ich nicht zu betonen."
Murat Yakin, Trainer des FC Basel, nach dem Gewinn des Titels

Letzte Aktualisierung: 23.05.14 16.56MEZ

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