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KÍ wie Phönix aus der Asche

Veröffentlicht: Montag, 9. Juli 2012, 11.38MEZ
Drei Jahre nach dem überraschenden Abstieg in die 2. Liga, schickt sich KÍ Klaksvík an, mit dem legendären Trainer Páll Gudlaugsson die 18. Meisterschaft auf den Färöerinseln einzufahren.
von Hans Pauli Joensen
aus Torshavn
KÍ wie Phönix aus der Asche
KÍ (in blau) peilt nach der kurzen Sommerpause die 18. Meisterschaft an ©ki.fo
Veröffentlicht: Montag, 9. Juli 2012, 11.38MEZ

KÍ wie Phönix aus der Asche

Drei Jahre nach dem überraschenden Abstieg in die 2. Liga, schickt sich KÍ Klaksvík an, mit dem legendären Trainer Páll Gudlaugsson die 18. Meisterschaft auf den Färöerinseln einzufahren.

Das Jahr 2009 hielt die dunkelste Stunde in der Klubgeschichte von KÍ Klaksvík bereit, denn erstmals seit seiner Gründung gut 100 Jahre zuvor musste der Traditionsklub von den Färöerinseln in die 2. Liga absteigen.

Aufgrund einer finanziellen Schieflage musste KÍ künftig ausschließlich auf einheimische Spieler setzen und dies sollte sich als Glücksfall für den Klub erweisen. Gleich im ersten Jahr stieg man wieder auf und belegte Platz fünf in der färingischen Eliteliga, der 1 Deild. "Wir haben lange überlegt", erinnert sich der Vorsitzende Tummas Lervig. "Sollten wir den eingeschlagenen Weg weitergehen und ausschließlich auf unseren eigenen Nachwuchs setzen?  Wir beschlossen, unserem Konzept treu zu bleiben, weil wir daran glauben."

Zur Überraschung aller ging der Aufstieg von KÍ scheinbar unaufhaltsam weiter und in dieser Saison lag der Klub vor der dreiwöchigen Sommerpause an zweiter Stelle, punktgleich mit Spitzenreiter EB/Streymur, nachdem man zuletzt neun der letzten zehn Spiele gewinnen konnte. "Wir freuen uns über unseren bisherigen Erfolg, bleiben aber mit beiden Beinen auf dem Boden", erklärte Stürmer Hedin á Lakjuni, mit 34 Jahren der einzige Spieler im Kader, der die 30 schon überschritten hat. Er ist der letzte "Überlebende" des KÍ-Teams von 1999, das damals das nationale Double gewinnen konnte.

Neben Lakjuni sind der 28-jährige Stürmer Hjalgrím Elttør, der ungarische Torhüter András Gángó und Flügelstürmer Andy Olsen die einzigen Spieler, die nicht aus der eigenen Jugend stammen. Trainer des blutjungen Teams ist der Isländer Páll Gudlaugsson – dessen größter Erfolg als Trainer der legendäre Sieg der Nationalmannschaft der Färöer gegen Österreich im Jahre 1990 war - drei Tage nach seinem 32. Geburtstag.

1993 trat Gudlaugsson als Nationaltrainer zurück und coachte einige Klubs, ehe er auf den Bermudas und in England als Personal-Trainer arbeitete. Nach einer zehnjährigen Auszeit vom Fußball übernahm er für drei Jahre den isländischen Klub KF Fjardabyggdar, ehe KÍ ihn verpflichtete.

"Ich habe meine Arbeit in Island geliebt", sagte Gudlaugsson. "Aber ich habe die Färöerinseln und viele Freunde dort vermisst. Ich wusste, dass es dort einige Jobs gab und habe Interesse signalisiert. Dann hat sich KÍ bei mir gemeldet."

Wie Lervig berichtet, sagte Gudlaugsson kurz vor Saisonstart im Januar zu den versammelten Spielern: "Heute sitzen einige von euch hier, die nicht ahnen, dass sie in diesem Sommer Stars sein werden."

Seit dem 17. Meistertitel im Jahr 1999 läuft KÍ einem weiteren Titel hinterher, mittlerweile darf sich HB Tórshavn mit 21 Meisterschaften Rekordmeister nennen, doch schon bald könnte KÍ ein bisschen Boden gut machen.

Letzte Aktualisierung: 09.07.12 13.25MEZ

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