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Video-Schiedsrichterassistenten

 

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Video-Schiedsrichterassistenten

Das System der Video-Schiedsrichterassistenten (VSA) wurde 2019 nach einer umfassenden Test- und Schulungsphase in den UEFA-Wettbewerben eingeführt.

Hintergrund und Zeitrahmen
Am 3. März 2018 beschloss das International Football Association Board (IFAB), den VSA nach einer zweijährigen Testphase mit Live-Experimenten, bei denen spielentscheidende Situationen mittels Videounterstützung auf klare Schiedsrichterfehler überprüft wurden, einzuführen. Das IFAB nahm zudem zahlreiche Änderungen an den Spielregeln 2018/19 vor, um den Einsatz des VSA reglementarisch zu verankern, und verfasste zu diesem Zweck auch das VSA-Protokoll zur Ergänzung der Spielregeln.

Das UEFA-Exekutivkomitee beschloss bei seiner Sitzung vom 27. September 2018, den VSA zum Beginn der Spielzeit 2019/20 in den UEFA-Wettbewerben einzuführen. Nach einer erfolgreichen Test- und Schulungsphase im Herbst 2018 wurde bei der Exekutivkomiteesitzung im Dezember entschieden, das System bereits ab den Achtelfinalpartien der UEFA Champions League im Februar/März 2019 einzusetzen.

Erläuterungen zum VSA: die vier spielentscheidenden Situationen

Schulungen
Nach der Bekanntgabe im September 2018 wurden am Sitz des Niederländischen Fußballverbands in Zeist sowie in Madrid, Istanbul, Lissabon und Málaga Kurse für die Schiedsrichter abgehalten. Zu den Kursteilnehmern gehörten sowohl Unparteiische mit VSA-Erfahrung als auch Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter, die noch nie mit Videoassistenten zusammengearbeitet hatten. Parallel zu diesen Schulungen wurden bei Länder- und Klubwettbewerbsspielen operative und technologische Tests durchgeführt.

Operative Organisation
Bei allen UEFA-Spielen mit VSA stehen in der Regel ein Videoassistent, ein Assistent desselben sowie zwei Replay-Operateure vor Ort im Einsatz. Ist ein VSA-Team anwesend, wird auf zusätzliche Schiedsrichterassistenten neben den Toren verzichtet.

Vorgehensweise
Das VSA-Team im Stadion überwacht das Spiel kontinuierlich auf klare und offensichtliche Schiedsrichterfehler im Zusammenhang mit den folgenden vier spielentscheidenden Situationen:

1) Tore
2) Strafstoßentscheidungen
3) direkte rote Karten
4) Spielerverwechslungen

In welchen Wettbewerben wird der VSA eingesetzt?

  • Das VSA-Team wird all diese Spielsituationen überprüfen, aber nur bei klaren und offensichtlichen Fehlern eingreifen. Während eine Entscheidung überprüft wird, kann der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen.

  • Erbringt die VSA-Überprüfung den klaren Beweis, dass in einer der erwähnten spielentscheidenden Situationen ein grober Fehler begangen wurde, kann der VSA den Schiedsrichter auffordern, die betreffende Szene am Spielfeldrand zu überprüfen. Die endgültige Entscheidung kann nur vom Schiedsrichter getroffen werden.

  • Der VSA kann auch etwaige Regelverstöße berücksichtigen, die sich bei der unmittelbaren Entstehung der betreffenden Spielsituation (d.h. während der Angriffsaktion) ereignet haben.

  • Bei „Tatsachenentscheidungen“ (z.B. Abseitsstellungen, Foulspiel innerhalb oder außerhalb des Strafraums) kann der VSA den Schiedsrichter über den betreffenden Sachverhalt informieren, ohne dass dieser den Bildschirm am Spielfeldraum konsultiert, doch die endgültige Entscheidung liegt immer beim Schiedsrichter.

  • Überprüfungen am Spielfeldrand werden stets innerhalb des Stadions über die Großbildschirme oder per Lautsprecherdurchsage kommuniziert.


Nützliche Dokumente zum Thema
IFAB-Protokoll
VSA in der UEFA Champions League

https://de.uefa.com/insideuefa/news/newsid=2591800.html#video+schiedsrichterassistenten