Erste Schritte für Schiedsrichterassistentinnen auf dem Weg zur Women’s EURO

Für die besten Schiedsrichterassistentinnen Europas hat ein Abenteuer begonnen, dessen Höhepunkt die UEFA Women’s EURO 2021 in England sein könnte.

In Nyon stand ein Fitnesstest auf dem Programm.
In Nyon stand ein Fitnesstest auf dem Programm. ©UEFA

Die UEFA gibt den besten Schiedsrichterassistentinnen in Europa eine einmalige Chance, sich für das Team, das bei der UEFA Women’s EURO 2021 im Einsatz stehen wird, zu empfehlen.

Für die 38 Anwärterinnen wurde am UEFA-Sitz in Nyon der erste FIFA-Kurs für Schiedsrichterassistentinnen überhaupt organisiert. Sie alle hoffen auf einen der begehrten 24 Plätze bei der mit Spannung erwarteten EM-Endrunde im Sommer 2021 in England. Der Kurs dient nicht nur als Vorbereitung auf die Women’s EURO 2021, sondern sorgt auch dafür, dass mehr europäische Schiedsrichterassistentinnen von der Erfahrung von Kolleginnen profitieren können, die bereits bei WM- und EM-Endrunden im Einsatz standen.

Die Kursteilnehmerinnen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt - im Bild die erste Gruppe Schiedsrichterassistentinnen mit dem UEFA-Team.
Die Kursteilnehmerinnen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt - im Bild die erste Gruppe Schiedsrichterassistentinnen mit dem UEFA-Team.©UEFA

„Wir haben unsere Mitgliedsverbände gebeten, Schiedsrichterassistentinnen zu entsenden, die in ihrem Land bei Spielen der beiden höchsten Männerligen im Einsatz stehen“, erklärt die UEFA-Schiedsrichterverantwortliche Dagmar Damková. „Die erfahrenen Assistentinnen kennen wir gut, doch es gibt immer noch welche in Europa, die wir uns näher ansehen möchten – wenn sie in den beiden höchsten Männerligen aktiv sind, müssen sie natürlich über gewisse Qualitäten verfügen.“

Die zweite Gruppe Schiedsrichterassistentinnen.
Die zweite Gruppe Schiedsrichterassistentinnen.©UEFA

Beim Kurs in Nyon standen für Schiedsrichterassistenten zentrale Themen wie Abseits, Lesen des Spiels, Spielsituationen, Konzentration und Übersicht im Fokus.

VSA-Schulung

Die Teilnehmerinnen erhielten auch umfassende Einblicke in das System der Video-Schiedsrichterassistenten (VSA), das in diesem Jahr schrittweise in mehreren UEFA-Wettbewerben eingeführt wurde. „Für manche Leute mag die Women’s EURO noch weit weg sein, doch die Zeit vergeht schnell“, so Damkovà. „Wir wollen sicherstellen, dass sowohl die UEFA als auch alle Assistentinnen angemessen vorbereitet sind. Wir verlangen von ihnen, dass sie vollen Einsatz zeigen, sich ständig zu verbessern versuchen und den Beweis erbringen, dass sie gut genug sind, um es ins EM-Team zu schaffen.“

Wendigkeit und Schnelligkeit sind wichtige Voraussetzungen für Schiedsrichterassistenten.
Wendigkeit und Schnelligkeit sind wichtige Voraussetzungen für Schiedsrichterassistenten.©UEFA

Anders als bei den Männern müssen die Mitglieder des Schiedsrichtertrios bei Länderspielen der Frauen nicht alle aus demselben Land stammen. „Wir wollen vermeiden, dass erstklassige Assistentinnen deswegen benachteiligt werden“, erklärt Damkovà. „Dank dieser Flexibilität konnten wir einige zusätzliche Kandidatinnen nach Nyon einladen und in die EM-Vorbereitung einbinden.“

Dagmar Damkovà.
Dagmar Damkovà.©UEFA

Historische Ernennung

Im Rahmen ihres Schiedsrichterförderprogramms legt die UEFA besonderen Wert auf weibliche Referees, um sicherzustellen, dass die Spielleiterinnen mit der Entwicklung im Frauenfußball Schritt halten können. „Wir wollen das Schiedsrichterwesen im Frauenfußball voranbringen“, sagte der Vorsitzende der UEFA-Schiedsrichterkommission, Roberto Rosetti. „Der Kurs für Schiedsrichterassistentinnen ist ein weiterer, sehr positiver Schritt für die Zukunft.“

Historisches ereignete sich im vergangenen August, als die Französin Stéphanie Frappart mit einem vorwiegend aus Frauen bestehenden Schiedsrichtergespann den UEFA-Superpokal zwischen dem FC Liverpool und dem FC Chelsea leitete. Frappart war die erste Schiedsrichterin, die mit einem bedeutenden Europapokalspiel der Männer betraut wurde. In der UEFA Europa League stehen ebenfalls Schiedsrichterassistentinnen im Einsatz, was zeigt, dass die UEFA fest von den Qualitäten ihrer weiblichen Referees überzeugt ist. 

Fitnesstest

Jean-Baptist Bultynck beaufsichtigt die Sprintübungen.
Jean-Baptist Bultynck beaufsichtigt die Sprintübungen.©UEFA

Der belgische Fitnessexperte Jean-Baptist Bultynck leitete eine Trainingseinheit, die auf das Laufverhalten von Schiedsrichterassistenten zugeschnitten war. „Es gibt klare Unterschiede zwischen dem Training für Schiedsrichter und jenem für die Assistenten“, so Bultynck. „Für die Assistenten sind kurze Distanzen, Wendigkeit, Antrittsschnelligkeit auf den ersten 5-10 Metern sowie seitliches Laufen von Bedeutung. In unserer Trainingseinheit haben wir uns auf seitliches Bewegen, Sprintvermögen und das Treffen von Entscheidungen konzentriert. Das Ziel ist es, dass sie sich im Vorfeld der Women’s EURO kontinuierlich zu verbessern versuchen.“

 

 

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