UEFA.com funktioniert besser bei anderen Browsern
Um das bestmögliche Erlebnis zu haben, empfehlen wir, Chrome, Firefox oder Microsoft Edge zu verwenden.

UEFA veröffentlicht neues Dopingreglement

Der entschiedene Kampf gegen Doping im europäischen Fußball hat mit der neuesten Ausgabe des UEFA-Dopingreglements einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

©UEFA

Die Ausgabe 2021 ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten und gilt für alle Bereiche des umfassenden Antidopingprogramms der UEFA, darunter Kontrollen bei und außerhalb von Wettbewerben. Das UEFA-Dopingreglement wurde in Übereinstimmung mit dem Welt-Anti-Doping-Code 2021 aktualisiert, um sicherzustellen, dass die Bestimmungen für alle Sportarten in allen Ländern weltweit harmonisiert sind.

Im Rahmen einiger wichtiger Änderungen gilt nunmehr eine größere Flexibilität bei den Sanktionsmechanismen im Fall von Verstöße gegen die Antidoping-Bestimmungen. Außerdem wurden neue Bestimmungen zum Schutz von Whistleblowern aufgenommen.

Es wurde der Begriff der „erschwerenden Umstände“ hinzugefügt, um im Fall von besonderen bzw. außerordentlichen Umständen eine zusätzliche Sperre von bis zu zwei Jahren zu verhängen. Zu diesen Umständen gehören beispielsweise die Anwendung mehrerer verbotener Wirkstoffe, irreführendes Verhalten oder unzulässige Einflussnahme beim Ergebnismanagement.

Der Begriff Suchtmittel wurde ebenfalls neu definiert, um im Rahmen von Sanktionen eine gewisse Flexibilität zu gewährleisten. Er umfasst alle Wirkstoffe, die in der Gesellschaft außerhalb des Sports oftmals missbraucht werden, beispielsweise Cannabis und Kokain.

Wenn ein Spieler oder eine Spielerin nachweisen kann, dass die Einnahme oder Anwendung eines Suchtmittels unabhängig von der sportlichen Leistung außerhalb von Wettbewerben erfolgte, sind kürzere Sperren möglich, die zudem auf einen Monat herabgesetzt werden können, wenn der Spieler oder die Spielerin ein Therapieprogramm absolviert. Diese Vorgehensweise spiegelt die Tatsache wider, dass Spieler bzw. Spielerinnen, die diese Art von Suchtmitteln konsumieren, gegebenenfalls größere Probleme mit Drogenmissbrauch und -abhängigkeit haben und aufgrund einer Reduzierung der Sperre einen größeren Anreiz haben, sich entsprechende Hilfe zu suchen.

Whistleblower sind entscheidend dafür, Doping im Sport aufzudecken. Zum Schutz potenzieller Whistleblower wurden neue Verstöße gegen Antidoping-Bestimmungen eingeführt. Es gilt nunmehr als Verstoß, wenn eine Person jemanden davon abhält, Informationen zu melden bzw. an einer Person, die entsprechende Informationen gemeldet hat, Vergeltung übt. Dieser neue Verstoß kann zu einer lebenslangen Sperre führen.

WADA-Verbotsliste 2021

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat eine neue Liste verbotener Wirkstoffe und Methoden (auf Englisch) herausgegeben, die ebenfalls am 1. Januar 2021 in Kraft getreten ist.

In dieser Verbotsliste sind die im Sport verbotenen Wirkstoffe und Methoden aufgeführt. Sie wird nach Konsultationen mit Wissenschaftlern, Ärzten und Dopingexperten jährlich überprüft, um sicherzustellen, dass die aktuellen medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse und Antidopingpraktiken reflektiert werden. Einige Wirkstoffe wie anabole Substanzen und Diuretika sind jederzeit verboten, während andere Wirkstoffe wie Glukokortikoide und Stimulanzien nur „bei Wettbewerben“ verboten sind.

Damit ein Wirkstoff oder eine Methode in der Verbotsliste aufgeführt wird, müssen zwei der folgenden drei Kriterien erfüllt sein:

• der Wirkstoff bzw. die Methode verbessert die sportliche Leistung bzw. hat das Potenzial, diese zu verbessern;

• der Wirkstoff bzw. die Methode stellt ein tatsächliches bzw. potenzielles Gesundheitsrisiko für Sportlerinnen und Sportler dar;

• der Wirkstoff bzw. die Methode widerspricht dem Geist des Sports.

Spielerinnen und Spieler, die berechtigte medizinische Gründe haben, einen in der Liste enthaltenen verbotenen Wirkstoff oder eine verbotene Methode zu verwenden, dürfen dies tun, sofern sie die Kriterien des Internationalen Standards für Medizinische Ausnahmegenehmigungen (International Standard for Therapeutic Use Exemptions – ISTUE) erfüllen.

Besondere Vorsicht ist bei Nahrungsergänzungsmitteln geboten, da viele dieser Produkte immer noch mit verbotenen Wirkstoffen verunreinigt sein können, die möglicherweise zu einem positiven Dopingbefund führen.

Weitere Informationen zur Verbotsliste finden sich im Dokument „Zusammenfassung der Änderungen“ (auf Englisch), in dem alle Änderungen aufgeführt sind.

Die Änderungen an der neuesten Ausgabe des Reglements sowie die Verbotsliste 2021 wurden umfassend im UEFA-Rundschreiben Nr. 92/2020 erläutert, das allen Nationalverbänden sowie allen Vereinen, die derzeit an UEFA-Wettbewerben teilnehmen, im Dezember zugeschickt wurde.