Die wichtige Rolle des Fortbildungsprogramms für Fußballärzte

Das UEFA-Fortbildungsprogramm für Fußballärzte (FDEP) setzt seine Pionierarbeit in der Schulung von Ärzten und Fachpersonen auf dem immer wichtiger werdenden Gebiet der Fußballmedizin fort.

Praktische Übungen in Portugal.
Praktische Übungen in Portugal. ©FPF

Das UEFA-Fortbildungsprogramm für Fußballärzte (FDEP) setzt seine Pionierarbeit in der Schulung von Ärzten und Fachpersonen auf dem immer wichtiger werdenden Gebiet der Fußballmedizin fort.

In verschiedenen Workshops, die in den vergangenen Monaten in ganz Europa stattfanden, wurde eine breite Themenpalette behandelt. So haben die medizinischen Experten wichtige Ratschläge und praktische Schulungen erhalten in einem Bereich, der sich zu einem der wichtigsten Elemente des modernen Fußballs entwickelt hat.

Notfallübung in Slowenien.
Notfallübung in Slowenien.©NZS

Jeder der 55 UEFA-Mitgliedsverbände muss einen Arzt zu den UEFA-FDEP-Workshops entsenden. Die Ärzte werden in verschiedenen Kompetenzbereichen weitergebildet, die ein moderner Fußballarzt beherrschen muss. Dazu gehören Wiederbelebung bei Herz-Kreislauf-Notfällen, sichere Bergung verletzter Spieler vom Spielfeld, Diagnose von Knie- oder Fußgelenkverletzungen und sogar Grundkenntnisse in Psychologie und Ernährung im Fußball.

Das FDEP baut darauf auf, dass die Informationen nach den Workshops an Ärzte und medizinische Fachpersonen auf dem ganzen Kontinent weitervermittelt werden. Deshalb werden Ärzte, die an Veranstaltungen im Rahmen des FDEP teilnehmen, auch pädagogisch geschult. Die entsprechenden Experten bei den einzelnen Workshops teilen Informationen darüber, wie praktische Einheiten geleitet und Fallstudien genutzt werden können, damit die teilnehmenden Ärzte später denselben Workshop auf nationaler Ebene anbieten können.

Jeder Workshop wird mit einem praktischen Test abgeschlossen, anhand dessen das erworbene Wissen geprüft wird. Alle Ärzte, die den Test erfolgreich abschließen, sind anschließend berechtigt, denselben Workshop auf nationaler Ebene zu organisieren. Die UEFA stellt ihnen die gesamten Kursunterlagen – Präsentationen, Fallstudien, Prüfungen, Zertifikatvorlagen usw. – bereit, damit sie ihre nationalen Workshops organisieren können. Einige Nationalverbände übersetzen sogar den gesamten Inhalt, um die nationalen Kurse in ihrer eigenen Sprache durchführen zu können.

Belgien hat einen nationalen FDEP-Workshop ausgerichtet.
Belgien hat einen nationalen FDEP-Workshop ausgerichtet.©URBSFA-KBVB

Die UEFA freut sich darüber, dass in der vergangenen Saison 16 Verbände die Workshops im eigenen Land durchgeführt haben. Bei elf von ihnen war es der Workshop zum Thema Traumata und medizinische Notfälle, drei organisierten den Workshop zu Verletzungen und Diagnosen im Fußball und drei weitere den Workshop zu allgemeinen Themen im Bereich des Spielerschutzes. Nordmazedonien führte sowohl den Workshop zu Verletzungen und Diagnosen als auch jenen zum Spielerschutz durch.

Europäische Verbände und das FDEP
Der Niederländische Fußballverband (KNVB) organisierte den Workshop zu Traumata und medizinischen Notfällen vergangenen Oktober in Zeist bereits zum siebten Mal. Dr. Edwin Goedhart, der alle UEFA-FDEP-Workshops besucht hat, erklärte, dass eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den medizinischen Betreuern der Nationalmannschaft unerlässlich sei. Die Organisation dieser regelmäßigen Workshops sei eine perfekte Plattform für Beziehungspflege, Informationsaustausch und das Üben von Fertigkeiten.

Der Georgische Fußballverband (GFF) hat letztes Jahr im David-Petriaschwili-Stadion in Tiflis seinen zweiten Workshop zu Traumata und medizinischen Notfällen organisiert. Dieser wurde nun in das jährliche Verbandsprogramm aufgenommen und wird von der GFF und der georgischen Stiftung für Fußballentwicklung finanziell unterstützt.

Auch in Österreich wurde der Workshop zu Traumata und medizinischen Notfällen unter der Leitung von Dr. Richard Eggenhofer zum zweiten Mal durchgeführt und zählte beeindruckende 42 Teilnehmer. Diese waren sich einig, dass der Aspekt der Beziehungspflege bei einer solchen Veranstaltung im Mittelpunkt steht.

In Tschechien fand der dritte Workshop zu Traumata und medizinischen Notfällen unter der Leitung von Dr. Petr Cechal im Rahmen der jährlichen Gesundheitskonferenz des Nationalverbands statt. Die Konferenz wurde im nationalen Fernsehen übertragen.

Der Schwedische Fußballverband (SvFF) organisierte zu Beginn des Jahres einen Workshop zu Verletzungen und Diagnosen im Fußball, dem 25 Ärzte beiwohnten, von denen die meisten im Vorjahr schon am Workshop zu Traumata und medizinischen Notfällen teilgenommen hatten. Sämtliche Ärzte absolvierten den Workshop erfolgreich und bereiten sich nun auf den Kurs zum Spielerschutz vor, der im kommenden Januar durchgeführt wird.

In Kroatien wurden alle drei FDEP-Workshops organisiert.
In Kroatien wurden alle drei FDEP-Workshops organisiert.©HNS

Kroatien, Nordmazedonien, die Slowakei und Spanien sind zurzeit die einzigen vier Verbände, die alle drei FDEP-Workshops auf nationaler Ebene organisiert haben. Kroatien veranstaltete dieses Jahr seinen ersten Workshop zum Spielerschutz. Dr. Zoran Bahtijarević, der den Kurs leitete, betonte, dass medizinische Fortbildung bei den Sportärzten sehr gut ankomme und zweifelsohne sehr wichtig sei. Kroatien plant jährliche Kurse, um sicherzustellen, dass alle Ärzte im kroatischen Fußball über möglichst umfangreiche Kenntnisse und Kompetenzen verfügen.

Ab der Spielzeit 2020/21 wird die UEFA im Rahmen ihres HatTrick-Anreizprogramms eine Initiative umsetzen, um die europäischen Nationalverbände spezifisch bei der Organisation eines FDEP-Workshops zu unterstützen. Die Verbände können jährlich Unterstützung beantragen und werden dazu ermuntert, diese Gelegenheit zu nutzen.

Die abschließenden Worte zu diesem wichtigen Programm für den europäischen Fußball stammen vom neuen Vorsitzenden der Medizinischen Kommission der UEFA, Dr. Tim Meyer: „Das UEFA-Fortbildungsprogramm für Fußballärzte macht einen wesentlichen Teil der Arbeit der medizinischen Abteilung der UEFA aus. Es trägt dazu bei, Fußballärzte weiterzubilden und die Standards der Fußballmedizin in ganz Europa zu erhöhen.“

 

 

 

 

 

 

Oben