Workshop zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay mit positiver Bilanz

Beim UEFA-Workshop zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay in Wien wurden die ermutigenden Entwicklungen in jüngster Zeit hervorgehoben.

Michele Uva, Vorsitzender der UEFA-Klublizenzierungskommission, zog eine positive Bilanz.
Michele Uva, Vorsitzender der UEFA-Klublizenzierungskommission, zog eine positive Bilanz. ©UEFA

Die Teilnehmer des jüngsten UEFA-Workshops zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay in Wien konnten auf ein Jahr zurückblicken, in dem weitere Fortschritte im Hinblick auf die Stabilisierung und Stärkung der Finanzen im europäischen Fußball erzielt wurden.

Vertreter der 55 UEFA-Mitgliedsverbände, der UEFA-Klublizenzierungskommission, der FIFA und ihrer Konföderationen sowie von Partnerorganisationen nahmen an der jährlichen Tagung teil. Der Workshop gilt als einer der wichtigsten Programmpunkte des Jahres im Bereich der Klublizenzierung, bei dem die aktuellen Entwicklungen des Klublizenzierungsverfahrens und dessen positive Auswirkungen auf den europäischen Klubfußball präsentiert werden.

Über 160 Delegierte befassten sich in Wien mit der Frage, wie das Klublizenzierungsverfahren weiter verbessert werden kann.
Über 160 Delegierte befassten sich in Wien mit der Frage, wie das Klublizenzierungsverfahren weiter verbessert werden kann.©UEFA

Die diesjährige Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) und der Österreichischen Fußball-Bundesliga organisiert und zählte über 160 Teilnehmer, die ihre Ideen für weitere Verbesserungen an der Klublizenzierung austauschten.

Michele Uva, UEFA-Vizepräsident und Vorsitzender der Klublizenzierungskommission, schilderte die Arbeit, welche die Kommission in den letzten Jahren zur Verbesserung des europäischen Fußballs vom Breitensport bis zur Profiebene sowie zugunsten der Fans und des gesamten Fußballs geleistet hat.

Er wies darauf hin, dass in der Saison 2019/20 erstmals auch Frauenvereine ein UEFA-Lizenzierungsverfahren durchlaufen müssten, um zur Teilnahme an der UEFA Women‘s Champions League zugelassen zu werden. Dieser Meilenstein zeige, welch bedeutenden und umfassenden Schritte die UEFA unternehme, um den Frauenfußball zu fördern und weiterzuentwickeln. Uva betonte ferner die Bedeutung solcher Tagungen für den Wissensaustausch und für die Zusammenarbeit zwischen den Nationalverbänden und der UEFA mit Blick auf die kontinuierliche Weiterentwicklung des Fußballs in Europa.

Der Leiter der UEFA-Abteilung Klublizenzierung, Aleš Zavrl.
Der Leiter der UEFA-Abteilung Klublizenzierung, Aleš Zavrl.©UEFA

Der Leiter der UEFA-Abteilung Klublizenzierung, Aleš Zavrl, fand ähnliche Worte: „Es ist wichtig, dass wir die große fußballerische Vielfalt auf dem Kontinent hervorheben und jedes Jahr zusammenzukommen, um gemeinsam weitere Verbesserungen vorzunehmen.“

Der diesjährige Workshop bot zahlreiche interessante Einblicke. Dazu gehörten eine Übersicht über Rechtsfälle im Zusammenhang mit der Klublizenzierung und dem finanziellen Fairplay sowie die aktuellste Analyse des UEFA-Kompetenzzentrums zu Leistungsdaten und Trends im europäischen Vereinsfußball.

Den Delegierten in der österreichischen Hauptstadt wurden ferner die positiven Erkenntnisse aus dem diesjährigen Benchmarking-Bericht der UEFA zur Klublizenzierung präsentiert, in dem die 700 Erstligisten in Europa beleuchtet werden.

Der Bericht zeigt einen bedeutenden kulturellen Wandel in europäischen Fußball im letzten Jahrzehnt auf: Seit der Einführung des finanziellen Fairplays 2009 generierten die 700 Erstligavereine im Finanzjahr 2017 erstmals einen Nettogewinn. Dieser kumulierte Nettogewinn von EUR 615 Mio. – nach Berücksichtigung von Transfers, nicht betrieblichen Posten, Finanzierung, Steuern und Veräußerungen – widerspiegelt sechs aufeinanderfolgende Jahre des Fortschritts.

Zu diesen Entwicklungen haben unter anderem von der UEFA angestoßene und von den Nationalverbänden unterstützte Regulierungsmaßnahmen, ein stabiles Medienumfeld, loyale Fans sowie die Bemühungen hinsichtlich Kostenkontrolle seitens der Vereine beigetragen; im Vergleich zur Situation vor zehn Jahren befindet sich der europäische Fußball in einer wesentlich stärkeren Position.

Die Workshopteilnehmer statten Rapid Wien einen Besuch ab.
Die Workshopteilnehmer statten Rapid Wien einen Besuch ab.©UEFA

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war ein Besuch beim österreichischen Rekordmeister Rapid Wien mit einer Besichtigung der Einrichtungen sowie einer Präsentation des Vereins über sein Vorgehen beim Bau seines neuen Stadions, der schnell und kosteneffizient vonstatten ging und in dessen Rahmen auch den Bedürfnissen der Zuschauer Rechnung getragen wurde.

Ein weiteres Thema des Workshops war die Initiative „Fußballverbände der Zukunft“, die unter dem Programm UEFA GROW ins Leben gerufen wurde und darauf abzielt, den europäischen Fußball systematisch und strategisch weiterzuentwickeln und sicherzustellen, dass die Nationalverbände ihr Potenzial auf und neben dem Rasen vollständig ausschöpfen.

Schließlich wurden den Delegierten die neu geschaffene UEFA Academy sowie aktuelle Informationen über die Aktivitäten des UEFA Innovation Hub präsentiert.

Die UEFA wird ihre Mitgliedsverbände weiterhin dabei anleiten und unterstützen, ihre Strukturen so gut wie möglich den jeweiligen Gegebenheiten des europäischen Vereinsfußballs anzupassen und die Standards, die sich in den letzten Jahren so positiv entwickelt haben, weiter zu verbessern.

 

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