Anti-Doping-Programm bei der EURO in vollem Gange

Das Anti-Doping-Programm der UEFA für die UEFA EURO 2016 läuft auf Hochtouren, es ist das umfangreichste Programm, das es je in der Geschichte dieses Turniers gab.

Während aller 51 Spiele des Turniers werden Blut-, Serum-, und Urinproben genommen
Während aller 51 Spiele des Turniers werden Blut-, Serum-, und Urinproben genommen ©Sportsfile

Das weitgesteckte Anti-Doping-Programm der UEFA für die UEFA EURO 2016 wird vor dem Beginn des Turniers nochmals intensiviert. Durch das erweiterte Teilnehmerfeld von 24 Mannschaften ist es das umfangreichste Anti-Doping-Programm der EURO-Geschichte.

Bei der UEFA EURO 2016 wird die Entwicklung der Anti-Doping-Arbeit seitens der UEFA voll zur Geltung kommen. Das Programm umfasst Tests außerhalb des Wettkampfs, Kontrollen während des Turniers - bei jedem Spiel - und intelligente Tests, die auf einem Wissensaustausch basieren.

Seit Januar 2016 arbeitet die UEFA eng mit den nationalen Anti-Doping-Agenturen (NADOs) der teilnehmenden Nationen zusammen, um das bestmögliche Testprogramm auf dem Weg zur Endrunde zu gewährleisten. Um dies zu erreichen, hat die UEFA bislang Vereinbarungen mit 23 europäischen NADOs unterzeichnet.

Dank dieser Vereinbarungen und des Austauschs von Wissens und der Aufenthaltsorte konnte die UEFA das Programm bei den teilnehmenden Ländern seit Januar 2016 umsetzen.

Durch die Nutzung von ADAMS, der Datenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), konnten Testdaten mit allen Anti-Doping-Interessensvertretern ausgetauscht werden. So kann die UEFA beispielsweise einsehen, wie viele Tests insgesamt - auf internationaler und auf nationaler Ebene - bei den teilnehmenden Spielern bei der EURO durchgeführt wurden. Dadurch ist die UEFA in der Lage, ihren Kontrollplan so auszubalancieren, dass auch die bislang nicht so häufig getesteten Mannschaften und Spieler noch dementsprechend nachgetestet werden.

Insgesamt wurden bei den an der UEFA EURO teilnehmenden Spielern 1.278 Kontrollen außerhalb des Wettkampfs durchgeführt. Es handelt sich dabei um Urin-, Serum- und Blutkontrollen. Diese stammen aus den Freundschaftsspielen im März und aus der der letzten Vorbereitungsphase auf das Turnier zwischen Ende Mai und Anfang Juni. 

Außerdem wurden von den an der UEFA EURO 2016 teilnehmenden Spielern durch die NADOs, in den nationalen Wettbewerben, und durch die UEFA, in der UEFA Champions League und in der UEFA Europa League, zahlreiche weitere Proben genommen. In den letzteren beiden Wettbewerben entnahm die UEFA seit Januar 874 Proben (502 Kontrollen außerhalb des Wettkampfs und 372 Tests während des Wettkampfs).

Seit dem 1. Juni sind noch 552 Spieler, die an der Endrunde teilnehmen, im UEFA-Testpool verblieben - 23 aus jedem Land. Der Zeitraum für Tests innerhalb des Turniers begann am 5. Juni und endet am Tag nach dem Final, also am 11. Juli.

Bei jedem der 51 Spiele der UEFA EURO werden mindestens zwei Spieler pro Team ausgewählt, um Blut-, Serum-, und Urinproben abzugeben. Spieler und Mannschaften können auch zwischen den Partien getestet werden. Die Kontrollen werden von 20 ausgewählten Kontrolleuren (DCOs) durchgeführt.

Die Mannschaftsärzte aller 24 teilnehmenden Mannschaften kamen im März in Paris zusammen, um ihre Unterstützung für die UEFA-Anti-Doping-Richtlinien und die Anforderungen für das Turnier zu geben. Die Ärzte unterzeichneten eine EURO-Anti-Doping-Charta, um damit gemeinsam mit der UEFA für ein sauberes Finalturnier zu sorgen und der UEFA dabei zu helfen, all ihre Ziele zu erreichen.

In der Saison 2015/16 wurde von der UEFA ein neues Programm eingeführt, das Blut- und Hormonprofile mit einschließt. Dieses neue Programm der UEFA hilft dabei, einen biologischen Pass für die Spieler zu erstellen. Der biologische Pass der Athleten (ABP) wird die Spieler überwachen und dient als indirekter Dopingnachweis. Außerdem hilft er auch dabei, die Spieler intelligent zu testen. Dies sollte als Abschreckung für alle Sportler gelten, die in Erwägung ziehen, sich unerlaubter Steroide zu bedienen.

Als weitere abschreckende Maßnahme hat die UEFA ein Programm zur Probenlagerung und Nachtests eingeführt. Die Proben der UEFA EURO und der wichtigsten Klubwettbewerbe werden mindestens vier Jahre lang aufbewahrt. Das heißt, dass die UEFA in der Lage ist, die Proben gegebenenfalls nachzutesten, sollte es beispielsweise ein neues Nachweisverfahren für eine bestimmte Substanz geben.

Oben