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UEFA Women’s Champions League: Fragen zum neuen Format an Nadine Keßler

Die Leiterin der UEFA-Abteilung Frauenfußball, Nadine Keßler, erklärt, warum die Einführung einer Gruppenphase in der UEFA Women’s Champions League 2021/22 allen Beteiligten – Klubs, Spielerinnen und Fans – zugutekommt.

Nadine Keßler, Leiterin der UEFA-Abteilung Frauenfußball.
Nadine Keßler, Leiterin der UEFA-Abteilung Frauenfußball. ©UEFA.com
#TimeForAction: Die Frauenfußballstrategie der UEFA.
#TimeForAction: Die Frauenfußballstrategie der UEFA.©UEFA.com

Frage: Zur Saison 2021/22 wird ein neues Format eingeführt. Wie sehr freuen Sie sich?

Nadine Keßler: Ich bin begeistert, dass wir diesen bedeutenden und richtungsweisenden Schritt für die Weiterentwicklung des Frauenfußballs tun.
Der Frauenklubfußball ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Er verdient einen Wettbewerb, der diesen Fortschritt nicht nur besser aufzeigt, sondern ihn noch weiter fördert.

Wir haben diesen Sommer eine fantastische Weltmeisterschaft erlebt und die EM 2021 wird ebenso spektakulär werden. Auch aus diesem Grund war es wichtig, die Messlatte für die Women’s Champions League höher zu legen und dem Frauenklubfußball mehr Gewicht zu verleihen. Die UEFA Women’s Champions League ist der prestigeträchtigste Klubwettbewerb im Frauenfußball weltweit. Darauf möchten wir mit Blick auf die Zukunft aufbauen.

Wir freuen uns auf diesen Schritt, weil es der richtige Weg ist. Ich hoffe, die Spielerinnen, die Vereine und die Fans werden das genauso sehen. Ich bedauere nur, dass ich selbst nicht mehr mitmischen kann!

F: Können Sie erklären, was sich die UEFA bei dieser Änderung überlegt hat?

Keßler: Zunächst einmal wollten wir ein Format schaffen, das die Weiterentwicklung des Frauenfußballs beschleunigt. Wir wollten nicht nur mehr Spiele und einen ausgeglicheneren Wettbewerb in der Women’s Champions League gewährleisten – wir wussten, dass es von entscheidender Bedeutung sein würde, den Wettbewerb zu den Menschen zu bringen, d.h. seine Sichtbarkeit zu verbessern. Am Ende ist ein Paket mit sportlichen und kommerziellen Änderungen herausgekommen, das ein gewaltiges Potenzial hat.

Das neue Format ist außerdem ein direktes Resultat der innovativen Frauenfußballstrategie der UEFA, #TimeForAction, die in diesem Jahr auf den Weg gebracht wurde. Eines der Hauptziele dieser Strategie besteht darin, die Wettbewerbe weiterzuentwickeln und ihren Wert sowie ihre Reichweite zu steigern. Die heutige Entscheidung ist der lebende Beweis für unseren Slogan #TimeForAction – es ist Zeit, zu handeln.

F: Weshalb war es nötig, etwas am aktuellen Format zu ändern?

Keßler: Wie gesagt, wir wollten einerseits die UEFA Women’s Champions League ausgeglichener gestalten und andererseits den Mannschaften mehr garantierte Spiele in Aussicht stellen.

Die Einführung einer Gruppenphase ist in beiderlei Hinsicht zielführend. Sie wird zudem eine bessere Plattform für die Promotion des Wettbewerbs bieten und das Interesse der Öffentlichkeit, der Medien und der kommerziellen Partner steigern. Momentan wird der Wettbewerb ja ausschließlich nach dem K.-o.-System ausgetragen. Die Mannschaften wissen daher bei Wettbewerbsbeginn nicht, wie viele Spiele sie bestreiten können – es ist lediglich ein Heimspiel sicher.

F: Mit wem stand die UEFA im Dialog?

Keßler: Diverse Interessenträger haben hier zusammengearbeitet und über die letzten zwei Jahre haben umfassende Konsultationen stattgefunden, um das neue Format zu perfektionieren. Es waren Vertreter aus unterschiedlich großen Klubs eingebunden, daneben die Europäische Klubvereinigung (ECA), die UEFA-Kommission für Frauenfußball sowie UEFA-Experten aus verschiedenen Fachbereichen – Frauenfußball, Klubfußball, Medienrechte und Marketing. Besonders wichtig war es, das Projekt gemeinsam mit den Klubs voranzutreiben, um sicher sein zu können, dass das neue Format ihren Bedenken Rechnung trägt.

F: Die neue UEFA Women’s Champions League wird zentral vermarktet werden. Das bedeutet, dass die UEFA die gesamte TV-Produktion aller Spiele übernimmt. Wie wird das funktionieren?

Keßler: Wir möchten so hohe Einschaltquoten wie möglich erreichen. Dazu müssen die Leute wissen, wann und wo Women’s-Champions-League-Spiele zu sehen sind. Das neue Format sieht einen regelmäßigen Zeitplan mit exklusiven Spieltagen vor – das ist die Grundlage dafür.

Der amtierende UWCL-Titelhalter Olympique Lyon.
Der amtierende UWCL-Titelhalter Olympique Lyon.©UEFA.com

Wir setzen auf eine vollständige Zentralisierung der Medienrechte ab der Gruppenphase. Dazu gehört die garantierte TV-Produktion aller Spiele sowie die zentrale Vermarktung der meisten Sponsoringrechte.

Wir haben uns den Kalender sorgfältig angeschaut, um den Spielplan möglichst optimal zu gestalten. Vier Spieltage der Gruppenphase und beide Viertelfinalspieltage werden an Tagen stattfinden, an denen keine anderen größeren Wettbewerbe anstehen. Es handelt sich dabei um Termine unter der Woche, entweder direkt vor oder nach Länderspielwochen der Männer. Eine solch exklusive Präsenz wird den Frauenfußball massiv voranbringen.

F: Wie wirkt sich das neue Format auf die Anzahl der Spiele und der teilnehmenden Mannschaften aus?

Keßler: Ich freue mich sehr, dass sich die Anzahl der Begegnungen um 20 % erhöhen wird. Und auch die Zahl der am Gesamtwettbewerb teilnehmenden Mannschaften wird von 62 auf 72 steigen. Es bleibt ein offener Wettbewerb. Nach wie vor wird jegliche Frauenfußballmannschaft die Möglichkeit haben, die prestigeträchtigste Trophäe im Frauenklubfußball zu gewinnen.

Wir hoffen, dass die höhere Anzahl Mannschaften der Weiterentwicklung der europäischen Ligen zugutekommen und gleichzeitig mehr Investitionen in den Frauenklubfußball nach sich ziehen wird. Die UEFA Women’s Champions League wird der ultimative Wettbewerb für alle Fußballerinnen bleiben.

F: Haben Sie den Eindruck, dass sich die Investitionen auszuzahlen beginnen?

Keßler: Ja, und es wird in diesem Stil weitergehen. Frauenfußball ist heute Mainstream und fungiert als Motor für die Gleichstellung der Geschlechter im Fußball und darüber hinaus.

Das Interesse ist rapide gestiegen und die Spielerinnen haben sich zu Idolen für den Nachwuchs gemausert, während die Investitionen und die Bemühungen auf allen Seiten weiter intensiviert werden. Am wichtigsten ist, dass das fußballerische Niveau ausgezeichnet ist und immer besser wird. Dieser Schneeballeffekt ist genau das, was der Frauenfußball braucht. 

Ich kann gar nicht glauben, wie schnell sich unsere Sportart wandelt. Wenn ich auf meine aktive Zeit zurückblicke, habe ich das Gefühl, dass sich die Wahrnehmung seither grundlegend verändert hat. Die Welt hat begriffen, dass Fußball für alle da ist. Wenn ein kleiner Junge Fußball spielen und von Pokalen träumen kann, warum sollte dasselbe nicht auch für ein kleines Mädchen gelten?

Weiterführender Artikel:
"Zeit zu handeln": Erste UEFA-Strategie für den Frauenfußball

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