Tadschikische Nachwuchsspieler sammeln wichtige Erfahrungen bei UEFA-Turnier

Die UEFA will den Fußball auch außerhalb Europas fördern. Deshalb lud sie die U15-Auswahl Tadschikistans zu einem UEFA-Nachwuchsturnier in Albanien ein.

Für die tadschikische U15-Nationalelf war die Reise nach Albanien sowohl sportlich als auch menschlich eine fantastische Erfahrung (Foto: Afrim Peposhi).
Für die tadschikische U15-Nationalelf war die Reise nach Albanien sowohl sportlich als auch menschlich eine fantastische Erfahrung (Foto: Afrim Peposhi). ©FShF

Die umfassende Fußballförderung der UEFA beschränkt sich nicht allein auf Europa. Auch jenseits des Kontinents unterstützt und fördert die UEFA die Sportart – und dient damit dem Fußball als Ganzes.

Szene aus der Partie zwischen Tadschikistan (in Weiß) und Kosovo (Foto: Afrim Peposhi).
Szene aus der Partie zwischen Tadschikistan (in Weiß) und Kosovo (Foto: Afrim Peposhi).©FShF

Jüngst lud die UEFA die U15-Nationalmannschaft Tadschikistans zur Teilnahme an einem UEFA-Nachwuchsturnier in Albanien ein. Die jungen Fußballer aus dem zentralasiatischen Land erhielten so die Chance, erste Erfahrungen auf internationalem Parkett zu sammeln. Für die tadschikische Auswahl wurde die Reise zum Turnier im albanischen Kamza zu einem unvergesslichen Erlebnis – mit Spielen gegen Gastgeber Albanien sowie gegen Estland und Kosovo. 

Die Einladung erfolgte im Rahmen des UEFA-ASSIST-Programms. Ziel von UEFA ASSIST ist es, die Solidarität im Fußball zu stärken, seine Weiterentwicklung zu fördern und auf die Bedürfnisse der Nationalverbände und Konföderationen außerhalb Europas einzugehen.

Die Spieler traten im Namen des Tadschikischen Fußballverbandes (TFF) an. Die Republik Tadschikistan ist ein Binnenstaat in Zentralasien und zählt rund neun Millionen Einwohner. Seine Unabhängigkeit erlangte Tadschikistan im September 1991 nach dem Zerfall der Sowjetunion. Der Fußballverband ist Mitglied der Asiatischen Fußballkonföderation (AFC), dem Dachverband der Nationalverbände in Asien, und wurde 1994 in den Weltfußballverband FIFA aufgenommen.

Die Teilnahme Tadschikistans entsprach dem Geist der neuen U15-Förderturniere der UEFA: Die Turniere sollen den aufstrebenden Jugendspielern nicht nur ein einmaliges Sporterlebnis bieten, sondern auch eine erzieherische und soziale Funktion erfüllen.

Gastgeber Albanien tritt gegen Estland an (Foto: Afrim Peposhi).
Gastgeber Albanien tritt gegen Estland an (Foto: Afrim Peposhi).©FShF

Die europaweiten U15-Förderturniere sind in dieser Saison auf Wunsch der UEFA-Mitgliedsverbände eingeführt worden. Durch sie sollen die Nachwuchsspieler erste internationale Erfahrungen sammeln können, sozusagen als Vorbereitung auf die nächsthöheren Alterskategorien. Ferner will man mit den Turnieren die Qualität der U15-Fußballförderung in den jeweiligen Ländern verbessern. 

Für viele Nachwuchsspieler sind die Turniere die erste Gelegenheit, ein fremdes Land zu besuchen, mit dem Flugzeug zu reisen, in einem Hotel zu wohnen und den Teamgeist außerhalb ihres Heimatlandes zu erleben. Davon profitieren die Spieler enorm, vor allem weil sie sich mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern messen können.

„Für viele unserer Spieler war es die erste Auslandsreise überhaupt“, verriet TFF-Generalsekretär Dawlatmand Islomow. „Die Reise nach Albanien hat ihnen richtig Spaß gemacht. Sie lernten ein wunderschönes Land und dessen Geschichte, Menschen und Kultur kennen. Und sie knüpften neue Freundschaften mit Spielern aus anderen Ländern. Die Spieler erlebten hautnah, wie ihre Altersgenossen aus anderen Ländern spielen. Sie sammelten neue taktische Erfahrungen und konnten ihre Teamfähigkeit gegen europäische Mannschaften unter Beweis stellen.“

Der Tadschikische Fußballverband arbeitet sehr umsichtig an der Förderung seines Nachwuchses. Bei einem Regionalturnier für Nachwuchsspieler dieser Altersgruppe nehmen in der Regel mehr als 60 Mannschaften und rund 1 570 Spieler teil; davon qualifizieren sich am Ende zehn Teams für das Finalturnier. „Die technische Abteilung [des Verbandes] bringt sich aktiv in die Nachwuchsliga ein und schafft optimale Bedingungen für die Förderung der Spieler“, so Islomow.

Tadschikistans Juniorentrainer werden außerdem bei der Vertiefung ihres Wissens unterstützt und zum Beispiel zu nationalen und internationalen Zusammenkünften im Rahmen der Trainerausbildung entsandt.

Chefcoach Safarali Rahmonow unterstrich den Lernaspekt der Reise nach Albanien – nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Trainer. Diese konnten sich mit ihren Kollegen aus Albanien, Estland und Kosovo über die neuesten taktischen und technischen Trends austauschen.

Händedruck zwischen den Spielern Tadschikistans, dem Schiedsrichtergespann und der Mannschaft von Kosovo (Foto: Afrim Peposhi).
Händedruck zwischen den Spielern Tadschikistans, dem Schiedsrichtergespann und der Mannschaft von Kosovo (Foto: Afrim Peposhi).©FShF

„Wir haben nicht nur fußballerisch neue Erfahrungen gesammelt, sondern konnten auch die Kulturen anderer Länder kennenlernen und neue Freundschaften schließen“, so Rahmonow. „Solche Turniere sind der Entwicklung der Spieler sehr förderlich – sie lernen schnell hinzu, erzielen Fortschritte und machen tolle Erfahrungen.“ 

Rahmonow wies ferner darauf hin, dass Turniere wie dasjenige in Albanien ideale Gelegenheiten darstellen, die tadschikischen Nachwuchstalente auf einer anderen Bühne zu beobachten. „Auf dieser Altersstufe ist die Auswahl an Spielern nicht gerade üppig. Das versuchen wir nun zu ändern und nehmen an verschiedenen Wettbewerben teil, so auch an diesem Nachwuchsturnier der UEFA. Überall schauen wir uns Spieler an: auf Bezirksebene, in den Städten, an nationalen Turnieren. Anschließend wählen wir jene aus, die für den nächsten Schritt bereit sind.“

Die tadschikischen Junioren reihen sich für die Nationalhymne auf (Photo: Afrim Peposhi).
Die tadschikischen Junioren reihen sich für die Nationalhymne auf (Photo: Afrim Peposhi).©FShF

Auf dem Rasen bekam es Tadschikistan mit starken Gegnern zu tun. Trotzdem wurde das vorrangige Ziel der Reise voll und ganz erfüllt, nämlich die Spieler auf ihrer Fußballreise zu unterstützen und ihnen die nächsten positiven Schritte zu ermöglichen. „Ich denke, die Jungs haben in jeder Hinsicht profitiert“, bilanzierte Rahmonow. „Über die Einladung der UEFA haben wir uns sehr gefreut. Hoffentlich bleibt das nicht unser letztes Erlebnis an einem solchen europäischen Turnier. Wir hoffen, dass wir noch öfters wiederkommen dürfen. Und dass wir unser Niveau anheben und uns jedes Mal steigern können.“ 

Neben Tadschikistan lädt die UEFA zurzeit auch U15-Teams aus anderen Teilen der Welt dazu ein, bei Turnieren in Europa Wettkampfluft zu schnuppern. So wird China demnächst bei einem Turnier in Kroatien spielen und die USA werden nach Polen reisen.

Mit ihrer Entscheidung, Nachwuchsturniere in dieser Altersklasse einzuführen, kann die UEFA äußerst zufrieden sein. Die Turniere bewähren sich als passende Plattform für die sportliche und persönliche Weiterentwicklung von Hunderten junger Fußballer. Eva Pasquier, Leiterin der UEFA-Abteilung internationale Beziehungen Nationalverbände, erklärte: „Dieses Turnier bot talentierten Nachwuchsspielern einmal mehr die großartige Möglichkeit, sich mit anderen zu messen, aber auch zu lernen und sich auszutauschen. Ihre Herkunft, ihre Kulturen, ihre Sprachen hätten unterschiedlicher nicht sein können – doch der Fußball hat sie alle zusammengebracht!“

 

 

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