UEFA-Juniorenturnier in der Türkei als Vorbereitung auf U17-WM

Im Rahmen des Unterstützungsprogramms UEFA ASSIST haben Mannschaften aus vier verschiedenen Konföderationen ein U17-Turnier in Istanbul bestritten.

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Acht Länder haben am UEFA-ASSIST-Turnier in Istanbul teilgenommen.
Acht Länder haben am UEFA-ASSIST-Turnier in Istanbul teilgenommen.©TFF

Nachwuchstalente aus Angola, Kamerun, Nigeria, Paraguay und Senegal bereiten sich auf den vorläufigen Höhepunkt ihrer noch jungen Karrieren vor: die FIFA-U17-Weltmeisterschaft, die in gut einem Monat in Brasilien beginnt. 

Um im Oktober in Bestform zu sein, haben die fünf WM-Fahrer im Rahmen des UEFA-Unterstützungsprogramms ASSIST ein Förderturnier in der Türkei ausgetragen. Die weiteren Teilnehmer des Turniers vom 20. bis 26. September in der Akademie des Türkischen Fußballverbands (TFF) in Istanbul waren die Türkei, Schottland und Guatemala.

Das Turnier wurde in der Ausbildungsakademie des Türkischen Fußballverbands ausgetragen.
Das Turnier wurde in der Ausbildungsakademie des Türkischen Fußballverbands ausgetragen.©TFF

„Wir haben uns sehr darauf gefreut, dieses Event auszurichten und den Ländern, die sich für die U17-WM qualifiziert haben, bestmögliche Bedingungen für die Vorbereitung auf dieses Turnier zu bieten“, sagte Servet Yardımcı, erster Vizepräsident der TFF und UEFA-Exekutivkomiteemitglied. „Alle teilnehmenden Länder konnten sich mit starken Gegnern messen, und gleichzeitig brachte das Turnier Jugendliche aus unterschiedlichen Regionen der Welt zusammen, die so neue Kulturen kennenlernen konnten, was für sie eine unschätzbare Lernerfahrung sein wird.“ 

Was ist UEFA ASSIST?

Die UEFA verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, einen Beitrag zur Entwicklung des Fußballs zu leisten. Mit ihrem interkontinentalen Unterstützungsprogramm UEFA ASSIST reagiert sie auf die Bedürfnisse von Nationalverbänden und Konföderationen auf dem ganzen Globus und weitet ihre Solidaritätsarbeit im Sinne der weltweiten Fußballentwicklung aus.

Das Turnier diente Ländern wie Nigeria als Vorbereitung für die U17-WM im Oktober in Brasilien.
Das Turnier diente Ländern wie Nigeria als Vorbereitung für die U17-WM im Oktober in Brasilien.©TFF

Durch UEFA ASSIST werden Nationalverbände und Konföderationen in vier spezifischen Bereichen unterstützt: Kompetenzaufbau (Fußball und Operations), Förderung des Juniorenfußballs, Infrastrukturentwicklung und Unterstützung für UEFA-Mitgliedsverbände mit Blick auf deren eigene Projekte mit Verbänden außerhalb Europas. 

„Die UEFA möchte möglichst viel für die Entwicklung des Fußballs tun, und ich erachte es als unsere Aufgabe, andere Konföderationen und deren Mitgliedsverbände zu unterstützen, indem wir unsere Erfahrungen und Kenntnisse mit ihnen teilen, damit sie ihre Ziele erreichen können“, so UEFA-Präsident Aleksander Čeferin. „Wir freuen uns darauf, sie bei der Förderung des Fußballs auf ihren Kontinenten zu unterstützen und einen Beitrag zur Entwicklung unseres Sports außerhalb Europas zu leisten.“

Das Förderturnier war insofern einzigartig, als es Teilnehmer aus vier verschiedenen Kontinenten vereinte, wodurch diese gegen Mannschaften spielen konnten, auf die sie normalerweise nicht bzw. nur bei einer großen Endrunde treffen.

Paraguay hat sich für die U17-WM in Südamerika qualifiziert.
Paraguay hat sich für die U17-WM in Südamerika qualifiziert.©TFF

„Dieses Turnier bietet uns die Gelegenheit, gegen hochkarätige Gegner anzutreten“, erklärte Gustavo Morínigo, Cheftrainer von Paraguay. „Wir können sehen und erleben, was es bedeutet, auf höchstem Niveau in dieser Altersklasse zu spielen. Spieler aus anderen Mannschaften zu treffen, ist eine in jeder Hinsicht nützliche Erfahrung, und dieses Turnier ist im Grunde eine Mini-WM.“ 

Vier Konföderationen

Angola, Kamerun, Nigeria und Senegal vertraten die CAF, Paraguay die CONMEBOL, Guatemala die CONCACAF und Schottland und die Türkei hielten bei dem Turnier die Farben der UEFA hoch.

Laut dem schottischen Cheftrainer Billy Stark hat das Turnier seine Mannschaft in ihrer Entwicklung vorangebracht.
Laut dem schottischen Cheftrainer Billy Stark hat das Turnier seine Mannschaft in ihrer Entwicklung vorangebracht.©TFF

Schottland hat die WM im Oktober in Brasilien zwar verpasst, doch Trainer Billy Stark, der auch die schottische U19-Auswahl betreut, lobte das Turnier als großartige Erfahrung für seine Mannschaft, die gegen Spieler aus verschiedenen Kontinenten und Teams mit unterschiedlichen Spielweisen antreten konnten. „Es ist für uns eine wunderbare Gelegenheit, uns mit Teams zu messen, die sich für die U17-WM qualifiziert haben, der ultimativen Herausforderung im internationalen Juniorenfußball. Wir danken der UEFA für die Einladung zu diesem prestigeträchtigen Turnier, das unsere Spieler in ihrer Entwicklung als Nationalspieler stark voranbringen wird.“ 

Das Turnier umfasste zwei Gruppen mit je vier Mannschaften, die jeweils einmal gegen jeden Gruppengegner spielten. Da die Hälfte der Teams aus der CAF stammte, spielten in jeder Gruppe maximal zwei afrikanische Mannschaften, um sicherzustellen, dass sie gegen Vertreter aus anderen Konföderation antreten konnten. Weil ferner der Entwicklungsgedanke gegenüber den sportlichen Ergebnissen im Vordergrund stand, ging das Turnier nach der Gruppenphase zu Ende.

Kamerun war bereits vor sechs Monaten beim letzten UEFA-ASSIST-Turnier in der Türkei mit von der Partie.
Kamerun war bereits vor sechs Monaten beim letzten UEFA-ASSIST-Turnier in der Türkei mit von der Partie.©TFF

„Das UEFA-ASSIST-Programm bezweckt, Wissen und bewährte Vorgehensweisen auszutauschen und die UEFA-Schwesterkonföderationen sowie deren Mitgliedsverbände zu unterstützen“, erklärte Eva Pasquier, Leiterin internationale Beziehungen Nationalverbände der UEFA. „Das Turnier in Istanbul bot talentierten jungen Spielern die Chance, Wettkampferfahrung zu sammeln und gleichzeitig verschiedene Kulturen kennenzulernen; so konnten sie ihren Horizont auf und neben dem Spielfeld erweitern.“ 

Dies war nicht das erste U17-Förderturnier in der Türkei im Rahmen von UEFA ASSIST. Im vergangenen März wurde in Antalya ein Turnier mit zwölf Teams ausgetragen; darunter befanden sich acht CAF-Verbände, die sich auf die letzte Runde des Qualifikationswettbewerbs für die diesjährige U17-WM vorbereiteten.

Kamerun war eine der Mannschaften, die zweimal in die Türkei reisen konnten. Das Team qualifizierte sich auf beeindruckende Weise für die WM-Endrunde in Brasilien, und Cheftrainer Thomas Libiih räumte ein, dass das Förderturnier im März eine große Hilfe in der Vorbereitung auf die letzte Qualifikationshürde gewesen sei: „Ich schätze diesen Wettbewerb wirklich sehr, weil er uns dabei geholfen hat, Afrikameister zu werden. Wir mussten gegen Topteams spielen und jetzt haben wir eine klare Vorstellung davon, was uns bei der WM erwartet. Ich möchte mich bei der UEFA, der Afrikanischen Fußballkonföderation und beim Kamerunischen Fußballverband bedanken.“

 

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